Geldvermögen der privaten Haushalte: 3225 MRD ATS (rd. 234 Mrd Euro) - HAUSHALTSVERSCHULDUNG 933 MRD ATS (rd. 68 Mrd Euro)

Wien (OTS) - Die von der OeNB entwickelte nunmehr vorliegende "Gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung gemäß Europäischem System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen" ergibt als eines der wichtigsten Ergebnisse die Geldvermögensbestände sowie die finanziellen Verpflichtungen der beiden volkswirtschaftlichen Sektoren private Haushalte und Unternehmen.

Demnach verfügten die österreichischen Privathaushalte zum Jahresende 1997 über ein Geldvermögen von 3225 Mrd ATS, dem finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 933 Mrd ATS gegenüberstanden. Mit einem Nettogeldvermögen von 2292 Mrd ATS bzw. 91 % des BIP liegt die finanzielle Position der österreichischen Privathaushalte im internationalen Vergleich im Mittelfeld.

Der Unternehmenssektor ist demgegenüber im Gesamtbild der Geldvermögen und Verpflichtungen einer Volkswirtschaft ein typischer Nettoschuldner. Der Nettoverpflichtungsstand der Unternehmen in Österreich (Unternehmen ohne die sogenannten Finanzintermediäre wie Banken, Versicherungsunternehmen, Investmentfonds und Pensionskassen) betrug per Jahresende 1997 1344 Mrd ATS. Er errechnet sich aus finanziellen Verpflichtungen (Schuldenstand und umlaufende Aktien) in Höhe von 2329 Mrd ATS, denen auf der anderen Seite der Bilanz ein beachtliches Volumen von finanziellen Forderungen in Höhe von 985 Mrd ATS gegenüberstand.

In den finanziellen Portfolios der privaten Haushalte in Österreich sind nach wie vor die Einlagen die dominierende Größe. Spareinlagen und gebundene Giroeinlagen repräsentierten per Jahresende 1997 mit 1648 ATS mehr als die Hälfte des Geldvermögens. In dem kurzen Beobachtungszeitraum 1995 bis 1997 zeigt sich bereits deren tendenzielle Abnahme: nach einem Anteil von 53% am Geldvermögen per Ende 1995, 52% 1996 auf 51% per Jahresende 1997. Die hochliquiden Anlagen Bargeld und Sichteinlagen hielten in diesem Zeitabschnitt mit rund 9% ihren Anteil fast unverändert. Neue Ergebnisse über die Portfolios der österreichischen Privathaushalte brachte die Auswertung der Wertpapiere und Anlagen bei Lebensversicherungen und Pensionskassen. Deutlicher als in bisher zugänglichen Statistiken zeigt sich die zunehmende Bedeutung, die private Haushalte langfristigen Finanzanlagen beimessen: Per Jahresende 1997 waren 368 Mrd ATS in Rentenwertpapieren, 327 Mrd ATS in Anteilsrechten (der überragende Teil davon - nämlich 257 Mrd ATS in Investmentzertifikaten) und 592 Mrd ATS in Lebensversicherungs- und Pensionskassenverträgen veranlagt. Die höchsten Zunahmen entfielen im Beobachtungszeitraum auf Investmentzertifikate und auf Ansprüche aus Lebensversicherungs- und Pensionskassenverträgen.

Im Vergleich zu Deutschland ist der Anteil der Anlagen österreichischer privater Haushalte bei Lebensversicherungen und Pensionskassen nahezu gleich hoch (Österreich: 18%, Deutschland:
19%); das gleiche gilt für den Anteil an Investmentzertifikaten (Österreich: 8%; Deutschland: 9%). Deutlich niedriger als bei den deutschen Privathaushalten sind in Österreich die Anteile der Aktien und Rentenwerte (Österreich 2 bzw. 11%; Deutschland 8 bzw. 14%).

Der Auftrag zur Entwicklung einer Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung gemäß dem Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen geht auf die Verordnung Nr. 2223/96 des Europäischen Rats zurück, die die EU-Mitgliedsländer verpflichtet, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen - erstellt gemäß den in der Verordnung enthaltenen Richtlinien - an die Europäische Kommission zu liefern. Die erste Meldung über Geldvermögens- und Verpflichtungsstände der volkswirtschaftlichen Sektoren muß im September 2000 rückwirkend für die Jahre 1995 bis 1999 erfolgen. Wegen der großen Bedeutung dieses Analyseinstruments vereinbarten das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften (EUROSTAT) und die Europäische Zentralbank mit den EU-Mitgliedsländern eine auf 1998 vorgezogene Datenlieferung für die Jahre 1995 bis 1997.

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