Bundestierschutzgesetz: "Schwarze Schafe" ignorieren weiterhin Volksbegehren

Wien (OTS) - Gestern, 12. Jänner 1999, tagte zum mittlerweile neunten Mal der parlamentarische Unterausschuß zum Tierschutzvolksbegehren. Wieder einmal drehte sich die Debatte aufgrund der ÖVP im Kreis, die ein Bundestierschutzgesetz weiterhin vehement ablehnt. Die vier anderen parlamentarischen Fraktionen beschlossen hingegen die Einsetzung einer Arbeitsgruppe aus Politik, Tierschutz und Fachexperten.

DI Renate Mayer, Referat für Landwirtschaft: "Faktum ist, daß offensichtlich Tierschutz mit zweierlei Maß gemessen wird. Heimtiere werden als fühlende Wesen, Nutztiere zum "Ausnutzen" geboren. Das ist Rassendiskriminierung. Tierqual passiert vor der eigenen Tür, in jedem Bundesland. Die ÖVP-Landwirtschaftssprecher im Nationalrat behaupten, daß Stallumbauten zugunsten einer artgerechten Tierhaltung wirtschaftlich unverantwortbar sind, weil sie pro Stall mit durchschnittlich 7 Kühen über eine Million Schilling kosten. Fachexperten für alternative Stallbauten un= d praktizierende Bio-Bauern beweisen jedoch das Gegenteil."

Christian Janatsch, Präsident des THWA: "Tierschützer werden von den Politikern an der Nase herumgeführt, denn das Volksbegehren für ein bundeseinheitliches Tierschutzgesetz scheitert an den wirtschaftlichen Interessen der ÖVP, die offensichtlich noch immer den Futtermittelproduzenten und Herstellern von Käfighühnerställen unter d= ie Arme greifen müssen."

Mag. Alexander Willer, Referat für Caniden: "Der Landwirtschaftsflügel der ÖVP pocht immer auf dem Prinzip des Föderalismus, wonach möglichst wenig Kompetenz von den Ländern auf den Bund übertragen werden soll. Wie falsch der Föderalismus beim Thema Tierschutz dabei interpretiert wird, zeigen die absurden regionalen Willkürregelungen. Selbst föderative Musterländer wie die Schweiz oder Deutschland ziehen eine Bundesregelung im Tierschutz vor. Und auch in den ÖVP-Reihen werden Sympathien für ein Bundesgesetz laut, wie etwa beim Wiener Gemeinderat Karl."

Das THWA fordert: Tiere müssen vom Boden- bis zum Neusiedler See gleich behandelt werden !!!

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