Euro-Seminare für Österreichs Gastgewerbe

Melcher: Kritik an den Disagio-Sätzen der Kreditkartenfirmen Fachverband für freiwillige Vereinbarung statt EWAG

Wien (PWK) - Seitens des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich werden enorme Anstrengungen unternommen, um die Mitgliedsbetriebe auf die neue Euro-Währung vorzubereiten. Zusammen mit den WIFIs wurde ein branchenspezifisches Seminarkonzept unter dem Motto "Der Euro in Hotellerie und Gastronomie" entwickelt, das nach einem erfolgreichen Pilot-Seminar im vergangenen November jetzt österreichweit angeboten wird. Derzeit sind 18 Termine fixiert, erklärte Fachverbandsvorsteher Hans Melcher am Dienstag nachmittag anläßlich des ÖHV-Hotelierkongresses 1999 in Kitzbühel in einem Referat zum Thema "Der Euro ist da! Seit 11 Tagen!". ****

Mit Hilfe der Wirtschaftskammerorganisation wurden Info-Broschüren und Checklisten an alle Mitgliedsbetriebe versandt, mit einer Internet-Homepage wird ständig über den Euro informiert, nennt Melcher weitere konkrete Hilfestellungen für die Betriebe.

Ein wesentlicher Kritikpunkt für den Tourismus sind die uneinheitlichen internationalen Disagiosätze bei den Kreditkarten. Dabei schneidet Österreich bekanntermaßen besonders ungünstig ab, kritisiert Melcher: "Angesichts der durch den Euro bedingten neuen Vergleichbarkeit ist es höchste Zeit, daß die heimischen Unternehmer die gleichen, d.h. vor allem niedrigere, Bedingungen erhalten wie die ausländische Konkurrenz. Während die heimische Hotellerie derzeit zwischen 3 und 3,95 Prozent Disagio zu zahlen hat, geht diese Rate auf den Konkurrenzmärkten bis auf ein Prozent herunter". Es sei zu hoffen, daß der freie Wettbewerb diese Frage im Sinne der Kundenfreundlichkeit und des Tourismus regeln wird.

Kritisch äußerte sich der Hotellerie-Sprecher zum vorgesehenen "Währungsanpassungsgesetz (EWAG)", das eine verpflichtende doppelte Preisauszeichnung in Euro und Schilling ab 1. Oktober 2001 und ab 1. Jänner 2002 für einen längeren Zeitraum eine doppelte Geldzirkulation

vorsieht. Beides, so Melcher, ist aus der Sicht der Hotellerie abzulehnen: "Wir möchten die doppelte Preisauszeichnung auf freiwilliger Basis und natürlich eine möglichst kurze bis überhaupt keine doppelte Geldzirkulation".

Eine doppelte Zirkulation, die im Extremfall bis zum 30. Juni 2002 gehen könnte, verschaffe dem gastgewerblichen Personal zusätzlichen Streß ("jeder Kellner müßte mit zwei gefüllten Brieftaschen herumlaufen") und sei diesem daher nicht zuzumuten. Viel besser sei ein auf Freiwilligkeit beruhender "Verhaltenskodex", worin sich der Unternehmer zu fairer Information und Behandlung des Gastes im Zusammenhang mit der Euro-Umrechnung verpflichtet.

Der Fachverband Hotellerie fordert daher von der Regierung, auf das Währungsanpassungsgesetz mit doppelter Preisauszeichnung zu verzichten und statt dessen, wie die übrigen Euro-Länder, die freiwillige Vereinbarung zu akzeptieren. Der Fachverband würde sofort alle notwendigen Maßnahmen dazu setzen. "Solange es jedoch gesetzliche Bestimmungen gibt, kann von den Branchenverbänden nicht zusätzlich eine freiwillige Vereinbarung umgesetzt werden".

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