Explodierender Pfusch sorgt für Rekordarbeitslosigkeit am Bau

Lahofer: "Zahnloser Entwurf zum Schwarzarbeitsgesetz wird Beschäftigungssituation am Bau noch verschärfen"

Wien (Pwk) - Die dramatische Zunahme von Pfusch und Schwarzarbeit und ein gravierender Einbruch bei den Auftragseingängen im Baugewerbe um 15% auf knapp 13 Wochen im 4. Quartal 1998 haben zu einer Rekordarbeitslosigkeit am Bau geführt. "Leider wurde bisher nicht einmal im Ansatz versucht, die Ursachen der Arbeitslosigkeit, nämlich die Kostenschere zwischen Pfuscherlohn und regulärem Entgelt durch intelligente fiskalische Maßnahmen zu verringern. Wenn das Schwarzarbeitsgesetz wie geplant nur die Unternehmer mit drakonischen Strafen belegt, die Pfuscher aber mit Glacehandschuhen anfaßt, dann wird sich die Beschäftigungssituation weiter zuspitzen" warnt Johannes Lahofer, Bundesinnungsmeister der Baugwerbe in einer Aussendung der Wirtschaftskammer Österreich. Mit rund 100.000 Beschäftigten ist das Baugewerbe der größte private Arbeitgeber in Österreich. ****

Lahofer wies darauf hin, daß bisher sämtliche Vorschläge der Bundesinnung zur Bekämpfung des privaten Pfuschs vollkommen ignoriert wurden. So wurden beispielsweise Mehrwertsteuerbegünstigungen für offizielle Baudienstleistungen ebenso kategorisch abgelehnnt wie die Empfehlung, im Zuge der Verwendungskontrolle der Bundeszuschüsse zur Wohnbauförderung auf Rechnungen durch befugte Bauunternehmen abzustellen. "Die besten Arbeitszeitmodelle nützen aber nichts, wenn es keine Aufträge gibt", stellt Lahofer fest und wies darauf hin, daß bereits 90 Mrd Schilling im Baubereich "erpfuscht" werden, der Produktionswert des Baugewerbes aber nur mehr bei rund 80 Mrd Schilling im Jahr liegt.

Laut einer Umfrage des Instituts für Gewerbe und Handwerksforschung (IfG) haben sich die Auftragseingangserwartungen im Baugewerbe für das 1. Quartal 1999 im Vergleich zu den Vorjahren deutlich verschlechtert. Angesichts eines historischen Tiefstandes beim Anteil der öffentlichen Hand an den Aufträgen bleibt den rund 10.000 Unternehmen gar nichts anderes übrig, als den Beschäftigtenstand stärker als bisher an die schwächere Auftragslage anzupassen.
(Schluß) MH

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