Steinerne Kirche von Bad Fischau im Juli um 1200 orientiert

Untersuchungen legten Datum der Grundsteinlegung fest

St.Pölten (NLK) - Für die steinerne Kirche von Bad Fischau, Bezirk Wiener Neustadt, wurde in der zweiten Julihälfte der Jahre um 1200 der Grundstein gelegt. Damals wurde sie "orientiert", also nach dem Sonnenaufgang ausgerichtet. Und zwar vermutlicherweise am Tag des heiligen Jakobus des Älteren oder der heiligen Anna, also am 25. oder 26. Juli, weil dieser Winkel der Kirchenorientierung entspricht. Das bedeutet, das die Orientierung von östlicher Richtung ziemlich weit nach Norden abwich. Das nimmt zumindest Hofrat Dr. Erwin Reidinger an, der in seinem Hauptberuf Abteilungsleiter beim Amt der NÖ Landesregierung ist.

In einem Aufsatz des Pfarrblattes Bad Fischau-Brunn, der vor einiger Zeit erschien und in Ausführungen gegenüber der "NÖ Landeskorrespondenz" legte Reidinger seine Gründe dar, die aus der Restaurierung der alten Winzendorfer Pfarrkirche, seinen Arbeiten über Wiener Neustadt, Marchegg und Wien sowie Vermessungen der vielen alten Kirchen - rund 40 allein im südlichen Wiener Becken -entstanden. Danach wird für die Orientierung fast immer der Sonnenaufgang angepeilt. Maßgeblich für den Aufgangspunkt der Sonne sind der Orientierungstag und der Geländehorizont. Daraus ergibt sich jener Punkt, der von der Kirche aus die Strahlen der Sonne fängt und in Bad Fischau am 25. oder 26. Juli "alter Fassung" dort liegt, wo die Straße von der Emmering in die Wiener Straße einbindet. Nun wird bei der Absteckung des Grundrisses zuerst die Orientierung des Langhauses und danach - und nicht am gleichen Tag, weil nur etwa ein bis zwei Minuten des Sonnenaufgangs zur Verfügung stehen - auch die des Chores festgelegt. Das geschah auch für die Kirche von Bad Fischau. Übrigens: Die Orientierung der Kirche wurde 1798 gestört. Damals wurde der Eingang der Kirche nach dem Sonnenaufgang - also annähernd in östlicher Richtung - ausgerichtet, wo früher der Altar stand.

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