"Wirtschaftslage und Prognose - Stand Ende Dezember 1998"

Neuerscheinung aus 'Zahlen, Daten, Fakten'

Wien (PWK) - Österreichs Wirtschaft blickt auf ein erfolgreiches Jahr 1998 zurück. Mit einem vorläufigen Wert von 3,3 Prozent konnte das höchste reale Wirtschaftswachstum seit 1991 erzielt werden. Auch im internationalen Vergleich schnitt unser Land damit überdurchschnittlich gut ab (EU: drei Prozent; OECD-insgesamt: zwei Prozent). ****

Die Entwicklungstendenzen in der zweiten Hälfte des abgelaufenen Jahres machen aber klar, daß der konjunkturelle Höhepunkt gegenwärtig bereits überschritten ist. Nach zweistelligen Ausfuhrzuwächsen mußte in der zweiten Hälfte 1998 ein deutliches Nachlassen der Exportdynamik festgestellt werden. Die Finanzkrisen in Asien, Rußland und Lateinamerika verlangsamen das globale Wachstum, wobei sich, neben den negativen Auswirkungen in den betroffenen Ländern selbst, indirekt Wachstumsdämpfungen (insbesondere im Gefolge der Abschwächung der Konjunktur in den USA) auch für die europäische Wirtschaft abzeichnen.

Insgesamt veranlassen die zunehmend verschlechterten Exportchancen und die dadurch bedingte Abschwächung der Industriekonjunktur die Wirtschaftsforscher zu einer deutlich pessimistischeren Wachstumsprognose für 1999. Die heimischen Wachstumsaussichten betragen nun nur noch 2,4 Prozent. Eine ähnliche Verlangsamung der Konjunktur ist auch für die Gesamtheit der EU-Staaten zu erwarten (2,3 Prozent). Im Vergleich dazu liegen die Wachstumsprognosen für die USA bei 1,8 Prozent und für Japan bei 0,8 Prozent. In Europa wird die Einführung des Euro stabilisierend wirken und gute Voraussetzungen für eine neuerliche wirtschaftliche Belebung schaffen. Nach ersten Einschätzungen kann im Jahr 2000 wieder mit einer Beschleunigung des Wirtschaftswachstums gerechnet werden (Österreich: 2,7 Prozent; EU-insgesamt: 2,8 Prozent).

Daß das heimische Bruttoinlandsprodukt auch 1999 real deutlich über zwei Prozent steigen dürfte, ist in erster Linie auf eine sukzessive Belebung der Konsumnachfrage zurückzuführen. Eine deutliche Verlagerung zur Inlandsnachfrage mildert die dämpfenden Effekte der nachlassenden Exportnachfrage. Die privaten Konsumausgaben dürften nach einer realen Steigerung um 1,8 Prozent im abgelaufenen Jahr, 1999 sogar um zwei Prozent zunehmen. Das zu erwartende weitere Nachlassen der Exportdynamik und die damit verbundenen sinkenden Absatzerwartungen bringen die Sachütererzeugung unter erheblichen Druck. Das reale Wertschöpfungsplus im produzierenden Bereich wird sich 1999 voraussichtlich fast halbieren (plus drei Prozent gegenüber 1998: 5,5 Prozent). Parallel dazu verliert auch die Investitionstätigkeit an Dynamik, ein Teil der geplanten Investitionen wird zurückgestellt.

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