Österreich muß familienfreundlicher werden!

Dramatischer Geburtenrückgang kann nur durch ein familienpolitisches Maßnahmenpaket gestoppt werden

Wien, 31.12.98 (OTS) - Ein Geburtenrückgang von 6,4 Prozent in einem Jahr ist dramatisch und zeigt, daß in der Familienpolitik dringender Handlungsbedarf besteht, stellte heute der Präsident des Österreichischen Familienbundes, LAbg. Mag. Otto Gumpinger, fest.

Mit der Erhöhung der Familienbeihilfe und des Kinderabsetzbetrages ab 1. Jänner 1999 sei schon ein wichtiger Schritt gesetzt worden, der ab 1.1.2000 zu einer finanziellen Familienförderung in Österreich führen wird, die europaweit vorbildhaft ist. Weiters wünschen sich junge Paare laut Umfragen vor allem Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Der Familienbund schlägt deshalb eine Teilzeitoffensive vor, die über finanzielle Anreize im Abgabenbereich gesteuert werden soll.

Karenzgeld für alle bis zum Kindergartenalter

Mit der Einführung eines Karenzgeldes für alle Eltern ab 1.1.2000 und einer mittelfristigen Ausdehnung bis zum Kindergartenalter gemäß dem Modell Kinderbetreuungsscheck hätten erstmals in der Geschichte der Familienpolitik Eltern in Österreich eine echte Wahlfreiheit zwischen Kinderbetreuung zu Hause oder in einer qualifizierten Einrichtung. Es ist daher völlig unverständlich, warum sich vor allem sozialdemokratische Kreise so gegen eine Maßnahme sträuben, die von über 69 Prozent der Eltern gewünscht wird.

Kinderbetreuungskosten steuerlich absetzbar machen

Eine weitere wichtige Maßnahme, Familie und Beruf besser vereinbaren zu können, ist die Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten als Werbungskosten. Berufstätige junge Eltern können es sich zur Zeit kaum leisten, eine innerhäusliche Kinderbetreuungskraft offiziell zu beschäftigen.

Au pairs ermöglichen

Derzeit können über 300 Au pair Wünsche österreichischer Familien nicht erfüllt werden, weil aus dem EU-Raum zuwenig Jugendliche daran Interesse haben. Es sollte deshalb ein Sonderkontingent für Au pairs aus den USA und den MOE Ländern geschaffen werden, appelliert Gumpinger an Sozialministerin Hostasch. Damit könnten Familien entlastet werden, die sich eine Haushaltshilfe nicht leisten können. Diese Au pairs wären keine Konkurrenz am Arbeitsmarkt. Eine Abwicklung über autorisierte gemeinnützige Organisationen würde jeden Mißbrauch ausschließen.

Kein Übergriff auf Familiengelder

Scharf weist der Familienbund-Präsident auch alle Forderungen der Wirtschaft, der Arbeiterkammer und des Städtebundes zurück, die schon jetzt alle für sich die "Überschüsse" des Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) beanspruchen wollen. Es sei unfaßbar, daß sich diese Gruppierungen nicht genieren, Gelder einzufordern, die ihnen nicht gehören. Allfällige Überschüsse im FLAF stehen ausschließlich jenen zu, die sie ohnehin selbst bezahlen, nämlich den Österreichischen Familien, betonte Gumpinger.

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