OeNB-Präsident Wala zur Einführung des Euro: Die OeNB als Teil des Systems europäischer Zentralbanken

Wien (OTS) - Die Einführung des Euro - Ein Wendepunkt in
der österreichischen Währungspolitik

Das Jahr 1998 ist ein historisches Jahr in der österrei-chischen Währungspolitik. Am 31. Dezember 1998 werden die Umrechnungskurse der Währungen der teilnehmenden Mitglied-
staaten gegenüber dem Euro endgültig festgelegt. Die
Einführung des Euro bedeutet einen Wendepunkt für die Oesterreichische Nationalbank. Die jahrzehntelange,
erfolgreiche Stabilitätspolitik der Oesterreichischen
Nationalbank findet aber ihre logische Fortsetzung in der Währungspolitik des ESZB. Denn die Rahmenbedingungen der neuen währungspolitischen Architektur zeigen deutlich, daß das
System fest am Preisstabilitätsziel orientiert ist und damit
die Kontinuität unserer Stabilitätstradition gewährleistet
ist.

In der Finanzpolitik werden die Regeln des Stabilitäts- und Wachstumspaktes, die u.a. eine regelmäßige Kontrolle der Stabilitätsprogramme vorsehen, die Mitgliedsländer zu Budgetdisziplin anhalten. Auch die internationalen
Finanzmärkte werden Haushaltsdisziplin einfordern, etwa mit bonitätsbedingten Zinsaufschlägen.

In der Währungsunion entfällt der Wechselkurs als makroökonomische Variable, die -nominell und real- auf
veränderte Wettbewerbspositionen reagiert. Damit wird die Einkommenspolitik zu einem wichtigen Anpassungsinstrument,
wobei die Produktivität der Maßstab der Ansprüche ist. Diese Rolle der Einkommenspolitik wurde in Österreich im Rahmen der
von den Sozialpartnern getragenen konsensorientierten
Strategie seit Jahrzehnten entwickelt und verwirklicht.
Inzwischen ist die große Verantwortung der Einkommenspolitik europaweit anerkannt.

Inflationsfreies und ausgewogenes Wirtschaftswachstum in
der Eurozone begünstigt den Übergang zur Währungsunion

Trotz der Krisen in Asien, Rußland und Lateinamerika hat
sich die Wirtschaft in der Euro-Zone bisher als ausreichend
robust erwiesen und den Turbulenzen standgehalten. Im
wesentlichen ist das Wirtschaftswachstum in der Eurozone inflationsfrei und ausgewogen. Zwar ist die Stimmungslage uneinheitlich, die statistischen Daten deuten aber für das
kommende Jahr auf eine undramatische Wachstumsverlangsamung
hin. Insgesamt wird der Übergang zum Euro also in einem guten wirtschaftlichen Umfeld erfolgen.

Die OeNB als Teil des Europäischen Zentralbankensystems

Die währungspolitische Entscheidungskompetenz wird mit Jahresanfang 1999 auf das Europäische Zentralbankensystem übergehen. Dieses ist dezentral organisiert und die OeNB ist Mitglied. Der OeNB Gouverneur wird daher an der
geldpolitischen Entscheidungsfindung des Systems mitwirken.

Mit Jahresbeginn wird ein EZB-Wochenausweis zur Verfügung stehen, der das geldpolitische Instrumentarium des ESZB in konsolidierter Form darstellt. Damit wird eine
marktorientierte Abbildung der Finanzsituation des gesamten
Systems erreicht, die Ökonomen, Analytikern und der
interessierten Öffentlichkeit eine genaue Analyse der
Geldpolitik ermöglicht. Es ist dies ein wichtiger Eckpfeiler
einer transparenten Geldpolitik.

Darüber hinaus wird die OeNB weiterhin für die Umsetzung
der Währungspolitik sorgen und u.a. folgende Notenbankaufgaben wahrnehmen: Die Bereitstellung von Zentralbankgeld im Rahmen
der Geldpolitik, der Zahlungsverkehr, die Erstellung volkswirtschaftlicher Analysen, die Finanzmarktaufsicht, die Bargeldversorgung, die Vertretung bei internationalen
Organisationen und die Statistik.

Stabilität und Sicherheit weiterhin oberste Prämissen der
OeNB

Für eine effiziente und erfolgreiche Währungspolitik ist Glaubwürdigkeit eine wesentliche und unverzichtbare Grundlage. Deshalb ist es erfreulich, daß die Bevölkerung -wie die
jüngste IFES Umfrage vom Dezember zeigt- mit der OeNB als Institution in hohem Maß Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit verbindet.

Im sogenannten OeNB Monitoring, attestieren der OeNB 68%
der Befragten -was einen Höchststand darstellt- eine sehr gute Arbeit bezüglich der Gewährleistung der Währungsstabilität,
und -mit einer Vertrauensquote von 77%- ist die OeNB die Institution, der das größte Vertrauen entgegengebracht wird. Ebenso knüpfen 7 von 10 Personen ihr Vertrauen in die
Sicherung des Geldwertes im Zuge der Euro-Einführung an die entsprechende Arbeit und Kompetenz der OeNB.

Dieses Vertrauen der Bevölkerung in die Institution OeNB
ist ein Nachweis für den Erfolg der Stabilitätspolitik aber
vor allem auch Ausdruck der Glaubwürdigkeit und des Vertrauens
in die Fortsetzung der Stabilitätstradition in der Zukunft.
Als Mitglied des Europäischen Zentralbankensystems wird die
OeNB unter den Rahmenbedingungen eines globalen Umfeldes ihren Stabilitätsauftrag effizient umsetzen können.

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