Weihnachtsgeschäft 98 blieb hinter den Erwartungen zurück

Umsätze gingen um 3% gegenüber dem Vorjahr zurück Repa: "Preisauszeichnungs-Gesetz unnötig wie ein Kropf"

Wien (Pwk) - "Wir sind vom Ergebnis überrascht. Alle Prognosen für das Weihnachtsgeschäft haben auf ein Wachstum hingedeutet. Leider hat sich der Optimismus nicht bewahrheitet", erklärte Erwin Pock, Leiter des Instituts für Handelsforschung, bei einer Pressekonferenz der Sektion Handel in der Wirtschaftskammer Österreich. Laut einer Umfrage unter 1.200 Betrieben mußte der Einzelhandel im heurigen Weihnachtsgeschäft Umsatzeinbußen von 3% im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen, bei kleineren Geschäften waren es bis zu 6%. ****

Zu den großen Verlierern zählen der für das Weihnachtsgeschäft eher untypische Farben- und Lackhandel (-11,9%) und einmal mehr der Lederwarenhandel (-9%). Deutlich besser lief es im Papierhandel (+5%) und im Sportartikelhandel (+4%). Noch positiv entwickelte sich das Geschäft im Spielwarenhandel (+1,1%), Schuhandel (+1,6%), Möbelhandel (+1,7%) und in den Warenhäusern mit einem Plus von 2,5%. Manche andere Branchen wie etwa der Radio-Elektrohandel (-2,5%) und der Fotohandel (-4,5%) leiden nach wie vor unter einem massiven Preisverfall.

Regional konnte nur Oberösterreich als einziges Bundesland ein Umsatzplus von 1,4% erzielen, alle übrigen Bundesländer verzeichneten zum Teil deutliche Rückgänge zwischen zwei und sieben Prozent.

Pock führt die sinkenden Umsätze im Weihnachtsgeschäft unter anderem auf die verringerte Familiengröße zurück. Es gibt immer mehr Singles und immmer weniger Kinder. Abgesehen davon haben Fernreisen und der damit verbundene Konsum im Ausland stark zugenommen. Deutlich zugenommen hat auch der Anteil der Geld- und Gutscheingeschenke, die in Deutschland bereits an dritter Stelle der beliebtesten Wiehnachtsgeschenke stehen. Diese Umsätze werden oft erst Monate später wirksam und fließen dann nicht unbedingt in den Einzelhandel, sondern auch in die Gastronomie, die Reisebranche oder andere Bereiche. Dies ist mit ein Grund, weshalb der Umsatzanteil im Weihnachtsgeschäft am Gesamtjahresumsatz in den letzten 20 Jahren von rund 5% auf 2,8% gefallen ist. Während der Einzelhandel vor drei Jahren noch 19 Mrd Schilling aus dem Weihnachtsgeschäft lukrieren konnte, werden es heuer nur mehr 16,5 Mrd sein.

Einziger "Lichtblick" für den Einzelhandel ist der prognostizierte Anstieg des privaten Konsums. Allerdings fällt hier der Anteil des Einzelhandels seit Jahren kontinuierlich. Ein massives Flächenwachstum und neue Betriebsformen aus dem Ausland werden den Wettbewerb weiter verstärken.

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