Lemler: "Bescheidene Weihnachten für den Handel"

Bundessektionsobmann des Handels fordert Entlastung bei der Steuerreform - "Jede zusätzliche Kostenbelastung vermeiden"

pwk - "Das Weihnachtsgeschäft 1998 läßt sich für den Handel leider nur so charakterisieren: Heuer ist der Christbaum kleiner und der Gabentisch nicht reich bestückt. Kurzum: Der Handel kann heuer nur bescheidene Weihnachten feiern." Erich Lemler, Obmann der Bundessektion Handel in der Wirtschaftskammer Österreich, bezifferte am Mittwoch, den 23. Dezember, den gesamten Rückgang im Weihnachtsgeschäft 1998 mit rund 3 Prozent. Bei den kleineren Betrieben seien es sogar bis zu 6 Prozent. Damit hätten die positiven Prognosen vom Jahresbeginn leider nicht gehalten. Nach einer positiven Geschäftsentwicklung in den ersten drei Quartalen sei die Umsatzentwicklung seit Oktober deutlich rückläufig. ****

Als Ursachen dieser Entwicklung nannte Lemler neben einer kontinuierlich sinkenden Bedeutung des Weihnachtsgeschäfts im Handel auch die zeitliche Verlagerung von Käufen: "Teilweise wird früher gekauft, teilweise warten die Kunden auf den Ausverkauf im Jänner." Dazu komme, daß verstärkt Geld und Gutscheine geschenkt würden. Aber auch der Preisverfall spiele eine nicht unwesentliche Rolle. Lemler:
"Von den 3 Prozent Umsatzrückgang ist rund die Hälfte auf Preisrückgänge zurückzuführen." So seien etwa im vergangenen Jahr Handys um 36 Prozent, PC um 19,7, Skibindungen um 4,7 oder Damenbekleidung um 3 bis 4 Prozent billiger geworden. Lemler sprach sich in diesem Zusammenhang zwar deutlich für einen kundenorientierten Preis-Wettbewerb aus, äußerte aber deutlich seine Sorge über die drastische Zunahme eines ruinösen Preiswettkampfs, wie dies etwa die massive Zunahme von Ausverkaufspreisen schon im Weihnachtsgeschäft zeige. "Wenn etwa ein Verkaufshit, nämlich Handys, bereits verschenkt werden, dann geht es nur mehr darum, Marktanteile zu gewinnen und Konkurrenten an die Wand zu drängen. Mit einer vernünftigen Preispolitik hat dies nichts mehr zu tun", spricht sich Lemler für eine realistische Kalkulationspolitik im Handel aus.

Aus der Sicht von sinkenden Umsätzen und Erlösen im Weihnachtsgeschäft sei jedenfalls der Lohnabschluß im Handel mehr als gerechtfertigt gewesen. Die ursprünglichen Forderungen der Gewerkschaft oder der Abschluß bei den Metallern wären nicht zu verkraften gewesen.

Weiters müsse der Handel, so Lemler, bei der kommenden Steuerreform entlastet werden. So seien ein Wegfall der betrieblichen Erbschaftssteuer, die Beseitigung der steuerlichen Nachteile beim Eigenkapital oder die Steuer-Pauschalierung im kleinen Lebensmittelhandel unumgänglich. Lemler: "Mittelfristig darf sich überdies die Pauschalierung nicht nur auf den Lebensmittelhandel beschränken, denn eine Vereinfachung der Steuerbürokratie führt letztlich zu deutlichen Kosteneinsparungen.

Lemler appellierte auch an die politischen Verantwortungsträger, jede weitere Kostenbelastung für den Handel zu vermeiden. So würde etwa eine komplette Angleichung der Arbeiter an die Angestellten in der gesamten heimischen Wirtschaft zu zusätzlichen Milliarden-Kosten führen.

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