NEWS-Exklusiv-Interview mit Peter Rosenstingl

- Rosenstingl belastet FPÖ-Politiker Stadler und Haigermoser - Der Ex-FP-Nationalrat schreibt derzeit an einem "Enthüllungsbuch". - Vorausmeldung zu NEWS 52-53/98 vom 23.12.98

Wien (OTS) - In einem Interview mit der morgen erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazin NEWS belastet der ehemalige FPÖ-Nationalrat Peter Rosenstingl seine ehemaligen Parteikollegen schwer. NEWS traf Rosenstingl in der Haftanstalt in Fortaleza, Brasilien, zu einem Exklusiv-Interview. Darin behauptet Rosenstingl sehr detailliert, wann und wo der FPÖ-Klubchef Ewald Stadler von den finanziellen Schwierigkeiten des RFW Niederösterreich verständigt hatte. Stadler sei bereits während des FP-Bundesparteitages in Linz, am 29.10.97, informiert worden. Zu dem Gespräch sei später auch noch Helmut Haigermoser, damals Bundesobmann des RFW, gestoßen. Die finanziellen Probleme seien in den folgenden Wochen noch mehrmals mit Stadler und Haigermoser besprochen worden. Rosenstingl im Detail: "Am 13. November 1997 fand eine
Landesparteivorstandssitzung der FP NÖ im Parlament statt, an der auch Stadler teilgenommen hat. Da kam der 3,5 Millionen-Kredit nochmals zur Sprache. Am Tag darauf zitierte mich Stadler wieder zu sich und beharrte auf restlose Aufklärung. Ich habe daraufhin Haigermoser eine Salden-Liste des RFW NÖ übergeben, auf der die Positionen "Zinserträge" angeführt und markiert waren. An den Zinserträgen ist eindeutig ersichtlich, daß die Kredite zweistellige Millionenbeträge gewesen sein müssen, weil sonst die Höhe der Zinserträge - rund 500.000 Schilling für nur fünf Monate im Jahr 1997 - nicht möglich wäre. Stadler und Haigermoser haben die Salden-Liste also bereits November 1997 gesehen. Ihnen muß klar gewesen sein, daß man 500.000 Schilling nicht für einen 3,5 Millionen-Kredit bekommen kann, sondern daß es weit mehr an Veranlagungskredit gegeben haben muß." Stadler hätte Rosenstingl gegenüber erklärt, auch das FPÖ-Generalsekretariat voll informiert zu haben.

Rosenstingl schreibt derzeit an einem Buch, das noch vor den nächsten Nationalratswahlen erscheinen soll und hofft weiterhin, nicht ausgeliefert zu werden und in Brasilien bleiben zu können.

Rosenstingl: "Nach Aussagen meines Anwaltes stehen die Chancen für mich gut, daß ich nicht ausgeliefert werde. Ein ausländischer Politiker wird nämlich dann nicht ausgeliefert, wenn das brasilianische Gericht befindet, daß es sich um politische Verfolgung handelt."

Seine Lebensgefährtin Cornelia Gretsch hat für beide um eine brasilianische Aufenthaltsgenehmigung angesucht. Sollte er wirklich freigelassen werden, will er in den Süden Brasiliens ziehen. Rosenstingl: "Weil dort die wirtschaftliche Voraussetzung für eine Existenzgründung besser sind. Außerdem leben dort viele Österreicher und Deutsche, was mir von der Mentalität entgegen kommt. In der österreichischen Kolonie Blumau zum Beispiel gibt es sogar ein größeres Oktoberfest als in München."

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

NEWS Chefredaktion,
Tel.: 01/213 12/101

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS