- 22.12.1998, 11:45:38
- /
- OTS0117
NÖGUS-Soziales: Schöne Bilder und reale Forderungen
Gelungene Filmpremiere der " 3 Herren" und Podiumsdiskussion "Psychiatrie zwischen Reform und Vorurteil " in Hollabrunn
St. Pölten, (SPI) - Eine Filmpremiere der besonderen Art fand am 17.
12. in Hollabrunn statt. Der NÖGUS -Soziales hatte zur Erstaufführung
des Films "Drei Herren" in Hollabrunn und zur anschließenden
Podiumsdiskussion geladen. Politische Prominenz, in und mit der
Psychiatrie Beschäftigte, Betroffene, der Filmemacher Hr. Leytner
sowie Interessierte aus dem zahlreichen Publikum diskutierten zum
Thema "Psychiatrie zwischen Reform und Vorurteil". Zentrale
Forderungen dabei waren breite Aufklärung über psychische Krankheit
sowie der forcierte Ausbau der außerstationären Begleitungs- und
Betreuungseinrichtungen für psychisch Erkrankte.****
LR Hannes Bauer hob die Wichtigkeit einer raschen Umsetzung der
Psychiatriereform für NÖ hervor. Hollabrunn, wo nun seit einem Jahr
Erfahrung mit einer neuen sozialpsychiatrischen Abteilung im
allgemeinen Krankenhaus gesammelt werden konnte, zeige, daß der
richtige Weg eingeschlagen worden sei. Hollabrunns Bürgermeister
Ing. Kaltenböck wies auf die wirtschaftliche Bedeutung der
Psychiatrie für die Region Hollabrunn hin. Am Podium diskutierten
Frau Mag. Rath als Vertreterin der Angehörigen psychisch Kranker und
Prim. Dr. Gross (sozialpsychiatrische Abteilung am KH Hollabrunn) mit
dem Filmemacher Nikolaus Leytner über die idyllischen Bilder des Film
und ihre leider nicht idyllischen Erfahrungen in der Wirklichkeit.
Dr. Pohler, eine Vertreterin von Psychiatriebetroffenen, erhob die
Forderung nach einer Änderung des Anhalterechts. In diesem
Zusammenhang wurden sowohl von den Diskutanten wie von einem
anwesenden Vertreter der Exekutive eine gezielte Schulung der
Exekutivkräfte zur Verbesserung des Umgangs mit psychisch Kranken
gewünscht. Mag. Gardowsky vom psychosozialen Dienst Tulln forderte,
daß das AMS ausreichend Mittel für die Wiedereingliederung in den
Arbeitsprozess zur Verfügung stelle. Arbeitslosigkeit erschwere eine
gesellschaftliche Integration weitgehend.
"Erfreulich, daß so viele in der Psychiatrie Beschäftigte,
Betroffene, Interessierte, und Politiker als gleichwertige Partner an
der Diskussion teilnehmen konnten und ein echter Meinungs- und
Informationsaustausch möglich war!" freut sich der Veranstalter Dr.
Bernhard Rupp vom NÖGUS-Soziales. "Der Film "Drei Herren" bricht ja
erfreulicher Weises aus dem üblichen Schema der Medienindustrie, wo
"verrückt" meist gleichbedeutend mit "gewalttätig" ist, aus. Er regt
zum Nachdenken darüber an, wo die Grenze zwischen Verrücktheit und
Normalität zu ziehen sei. Der NÖGUS-Soziales, hat diese Gedanken im
Sinne des "Anti Stima Programms" der World Psychiatric Association
zur Diskussion und Beseitigung von Vorurteilen aufgegriffen. Im
Rahmen der Podiumsdiskussion wurden darüber im Zusammenhang mit
modernen sozialpsychiatrischen Konzepten, wie dem NÖ Psychiatrieplan
diskutiert. Ähnliche Veranstaltungen in den Regionen
Niederösterreichs sind geplant", so Dr. Bernhard Rupp.
(Schluß) fa/gr
Rückfragehinweis: Landtagsklub der SPÖ NÖ
Tel: 02742/200/2794
*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER
VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NSN/NSN






