NÖGUS-Soziales: Schöne Bilder und reale Forderungen

Gelungene Filmpremiere der " 3 Herren" und Podiumsdiskussion "Psychiatrie zwischen Reform und Vorurteil " in Hollabrunn

St. Pölten, (SPI) - Eine Filmpremiere der besonderen Art fand am 17. 12. in Hollabrunn statt. Der NÖGUS -Soziales hatte zur Erstaufführung des Films "Drei Herren" in Hollabrunn und zur anschließenden Podiumsdiskussion geladen. Politische Prominenz, in und mit der Psychiatrie Beschäftigte, Betroffene, der Filmemacher Hr. Leytner sowie Interessierte aus dem zahlreichen Publikum diskutierten zum Thema "Psychiatrie zwischen Reform und Vorurteil". Zentrale Forderungen dabei waren breite Aufklärung über psychische Krankheit sowie der forcierte Ausbau der außerstationären Begleitungs- und Betreuungseinrichtungen für psychisch Erkrankte.****

LR Hannes Bauer hob die Wichtigkeit einer raschen Umsetzung der Psychiatriereform für NÖ hervor. Hollabrunn, wo nun seit einem Jahr Erfahrung mit einer neuen sozialpsychiatrischen Abteilung im allgemeinen Krankenhaus gesammelt werden konnte, zeige, daß der richtige Weg eingeschlagen worden sei. Hollabrunns Bürgermeister Ing. Kaltenböck wies auf die wirtschaftliche Bedeutung der Psychiatrie für die Region Hollabrunn hin. Am Podium diskutierten Frau Mag. Rath als Vertreterin der Angehörigen psychisch Kranker und Prim. Dr. Gross (sozialpsychiatrische Abteilung am KH Hollabrunn) mit dem Filmemacher Nikolaus Leytner über die idyllischen Bilder des Film und ihre leider nicht idyllischen Erfahrungen in der Wirklichkeit. Dr. Pohler, eine Vertreterin von Psychiatriebetroffenen, erhob die Forderung nach einer Änderung des Anhalterechts. In diesem Zusammenhang wurden sowohl von den Diskutanten wie von einem anwesenden Vertreter der Exekutive eine gezielte Schulung der Exekutivkräfte zur Verbesserung des Umgangs mit psychisch Kranken gewünscht. Mag. Gardowsky vom psychosozialen Dienst Tulln forderte, daß das AMS ausreichend Mittel für die Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess zur Verfügung stelle. Arbeitslosigkeit erschwere eine gesellschaftliche Integration weitgehend.

"Erfreulich, daß so viele in der Psychiatrie Beschäftigte, Betroffene, Interessierte, und Politiker als gleichwertige Partner an der Diskussion teilnehmen konnten und ein echter Meinungs- und Informationsaustausch möglich war!" freut sich der Veranstalter Dr. Bernhard Rupp vom NÖGUS-Soziales. "Der Film "Drei Herren" bricht ja erfreulicher Weises aus dem üblichen Schema der Medienindustrie, wo "verrückt" meist gleichbedeutend mit "gewalttätig" ist, aus. Er regt zum Nachdenken darüber an, wo die Grenze zwischen Verrücktheit und Normalität zu ziehen sei. Der NÖGUS-Soziales, hat diese Gedanken im Sinne des "Anti Stima Programms" der World Psychiatric Association zur Diskussion und Beseitigung von Vorurteilen aufgegriffen. Im Rahmen der Podiumsdiskussion wurden darüber im Zusammenhang mit modernen sozialpsychiatrischen Konzepten, wie dem NÖ Psychiatrieplan diskutiert. Ähnliche Veranstaltungen in den Regionen Niederösterreichs sind geplant", so Dr. Bernhard Rupp.
(Schluß) fa/gr

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