Bartenstein: EU-Programm LIFE schützt wertvolle österreichische Flußläufe

LIFE-Bilanz 1998: 73 ha Überflutungsflächen, 10 km revitalisierte Flußstrecken, 12 ha Auwald

Wien (BMUJF) - Zu einem der wirksamsten Instrumente, das
Österreich zur Erhaltung wertvoller Flußlandschaften zur Verfügung steht, hat sich das EU-Programm LIFE entwickelt. Seit 1995 wurden
15 österreichische LIFE-Naturschutzprojekte mit einem gesamten Projektvolumen von 430 Millionen Schilling umgesetzt. Das Umweltministeri-um hat sich mit rund 100 Millionen Schilling beteiligt, die EU hat zu diesen Projekten 165 Millionen Schilling beigetragen. Das gab Umweltminister Dr. Martin Bartenstein heute, Dienstag, bei einer Pressekonferenz mit Landwirtschaftsminister
Mag. Wilhelm Molterer und WWF-Geschäftsführer Günter Lutschinger bekannt, bei der Bilanz über die 1998 gemeinsam durchgeführte Aktion "Lebende Flüsse" Bilanz gezogen wurde.

Im Jahr der "Lebenden Flüsse" wurden bei drei LIFE-Flußschutzprojekten, an denen sich auch das Umweltministerium beteiligt hat, entscheidende Fortschritte erzielt: beim Projekt "Wasserwelt March-Thaya-Auen", im Wildflußgebiet Lafnitztal und im Nationalpark Donau-Auen. Die Gesamtbilanz: 73 Hektar Überflutungsflächen wurden im Sinne der Gewässer-dynamik gesichert, 10 Kilometer Flußstrecken wurden revitalisiert und 12 Hektar Auwald reaktiviert bzw. deutlich verbessert.

LIFE-Naturschutz-Förderprogramm

Das LIFE-Programm der EU ist ein wesentliches Finanzierungsinstrument, um Schutzgebiete von europäischer Bedeutung zu unterstützen. 1998 wurden neue LIFE-Naturschutzprojekte in den Nationalparken Donau-Auen und Thayatal sowie an der Lafnitz und der March gestartet. Alle Projekte sind
auf mehrere Jahre angelegt, aber schon heuer wurden deutliche Revitalisie-ungserfolge verbucht.

Wasserwelt March-Thaya-Auen

(Projektpartner: Umweltministerium, Land Niederösterreich, Distelverein, Wasserstraßendirektion)

1998 konnten durch die Teilprojekte "Markthofer Seitenarm" und "Altarmöffnung Altau" 2,8 km Flußstrecken revitalisiert werden. Durch die Umwandlung von Äckern in Wiesen wurden 40 Hektar Überflutungsraum gesichert. Mittels "Durchstichen" konnte sich die Auenökologie auf rund 12 Hektar Fläche entscheidend verbessern. An der Thaya wurden durch Uferstruktu-ierungen neue Lebensräume geschaffen.

Wildflußgebiet Lafnitztal

(Projektpartner: Landwirtschaftsministerium, Umweltministerium, Wasserbau der Länder Steiermark und Burgenland, Naturschutz Burgenland, Österreichische. Naturschutzjugend)

Um die naturnahe Entwicklung der Auwälder und benachbarten Wiesenflächen als Lebens-äume zu sichern, wurden im steiermärkisch-burgenländischen Grenzabschnitt der Lafnitz Maßnahmen zur Sicherung der Wildflußstrecken getroffen. Um die Flußdynamik auf 50 km zu erhalten, Auwaldflächen zu vergrößern und gleichzeitig "passiven" Hochwasserschutz zu ermöglichen, wurde vor allem die Flächensicherung unterstützt. 30 Hektar Überflutungsflä-hen wurden 1998 gesichert. Bei Burgau wurde ein großer Biotop-Verbund geschaffen.

Nationalpark Donau-Auen

(Projektpartner: Umweltministerium, Nationalpark Donau-Auen,
Land Niederösterreich, Stadt Wien)

1998 wurden die ersten Vorbereitungen für die Gewässervernetzung Orth/Donau, die Damm-ffnung beim Schönauer Schlitz und der Umbau der Gänsehaufentraverse durchgeführt. Damit wird die Verbesserung der Auenökologie auf 1.500 Hektar (Untere Lobau) und von 250 Hektar Auwald (Orth) in Angriff genommen. Da
das Projekt erst Mitte 1998 begonnen wurde, haben noch keine Baumaßnahmen stattgefunden.

Die Gewässervernetzung an der Donau im Bereich Haslau-Regelsbrunn-Maria Ellend ist durch Baumaßnahmen der Wasserstraßendirektion an der Fischamündung abgeschlossen. Damit wurden 1998 rund vier Kilometer Flußstrecken (Altarme) revitalisiert. Das Umwelt-inisterium hat sich im Rahmen der Nationalparkvorbereitung an diesem Projekt beteiligt.

Gesamtbilanz LIFE-Projekte (mit BMUJF-Beteiligung) und Wasserstraßendirektion für 1998

73 ha Überflutungsraum im Sinne der Gewässerdynamik gesichert,

10 km Flußstrecken revitalisiert,
12 ha Auwald initiiert oder deutlich verbessert

Österreich setzt sich für eine Fortsetzung des Förderprogramms LIFE ein. LIFE II, das Ende 1999 ausläuft, sollte durch ein Folgeprogramm LIFE III fortgesetzt werden.

Fluß-Nationalpark Thayatal

1998 hat sich das Umweltministerium an der Vorbereitung des Nationalparks Thayatal (1.330 Hektar) beteiligt. Die Nationalparkgesellschaft nimmt mit Jahresanfang ihre Tätigkeit
auf, in Hardegg wurde eine Geschäftsstelle eingerichtet. Das erste Jahres-Arbeitsprogramm sieht Maßnahmen zur Besucherbetreuung, zum Naturraummanagement, zur regionalen Zusammen-arbeit und zur Öffentlichkeitsarbeit vor.

Nationalparkbetreuer

Eine Aufgabe der neuen Nationalpark-Besucherbetreuer ist es,
auf die Schutzwürdigkeit naturnaher Gewässer hinzuweisen. Die ersten 22 geprüften Nationalparkbetreuer Österreichs haben Anfang Dezember ihre Arbeit aufgenommen. 18 von ihnen werden in den Hohen Tauern eingesetzt, vier im Nationalpark Nockberge.

Dank der österreichischen Nationalparkpolitik konnten viele naturnahe Flußläufe vor der Ver-bauung gerettet werden. In den meisten Fällen entstanden Nationalparke, um Großkraftwerke zu verhindern. Daher findet man in den Nationalparken noch zahlreiche "lebende Flüsse".

Öffentlichkeitsarbeit für "Lebende Flüsse"

Das Umweltministerium hat sich inhaltlich am "Fluß-Report" und am "Buch der Flüsse" beteiligt. Im Rahmen zahlreicher Veranstaltungen, u.a. auch mit EU-Delegierten, wurde die Kampagne erläutert. Im Rahmen der Nationalpark-Öffentlichkeitsarbeit wurden die Freizeit-möglichkeiten an Österreichs Flüssen hervorgehoben. Wanderwege, Radrouten und Wasser-schaupfade laden die Nationalparkbesucher ein, "lebende Flüsse" hautnah zu erleben.

Aktionswoche im September

Auch die Aktionswoche Mitte September 1998 war ein voller
Erfolg. Mehr als 2.000 Perso-nen haben sich an über 100 Aktionen beteiligt: an Ausstellungen, Mal- und Fotowettbewer-ben, Videos, Aufführungen, Lesungen und Bachpatenschaften, ebenso an Fischbesatzaktionen und Bachsäuberungen. Die besten Aktionen
werden prämiert.

Nationale Feuchtgebietsstrategie

Das Umweltministerium hat mit den Bundesländern die
Ausarbeitung einer Österreichischen Feuchtgebietsstrategie beauftragt. Im April erscheint eine Broschüre, die Österreich auf der
7. Vertragsstaatenkonferenz der Ramsar-Konvention in Costa Rica im Mai vorlegen wird. Die Ziele der Kampagne "Lebende Flüsse" sind eine wertvolle Grundlage dieser Strategie. Durch die Ramsar-Konvention werden Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung geschützt.

Drau-Revitalisierung ante portas

Das Umweltministerium setzt sich künftig so wie bisher vor
allem im Rahmen von Nationalparken und LIFE-Projekten für Österreichs Flüsse ein. Unmittelbar vor dem Start steht hoffentlich ein besonders herausragendes Beispiel: Im Rahmen des LIFE-Projekts "Oberes Drautal", ausgearbeitet vom Naturschutz Kärnten, sollen 50 Kilometer der Drau revitalisiert werden sollen. Dieses 100-Millionen-Schilling-Projekt wird in den nächsten Tagen bei der EU eingereicht.

Schluß

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