Europäische Holzunternehmen in Afrika fördern die Ausrottung afrikanischer Menschenaffen und vieler anderen geschützten Tierarten

Wien (OTS) - Anläßlich der heutigen Tagung der 15 EU-Umweltminister warnt die Ape Alliance vor den ernst-haften Auswirkungen der Aktivitäten der europäischen Holzunternehmen in Afrika. Das THWA kämpft zusammen mit den anderen Organisationen der Ape Alliance für das Überleben der afrikanischen Menschenaffen.

Europäische Holzunternehmen in West- und Zentralafrika zerstören den Lebensraum vieler geschützten Tierarten und fördern direkt und indirekt den afrikanischen Handel mit Wildtierfleisch. DI Meg Verhees, Primatenreferentin des THWA: "Europäische Firmen und ihre Tochtergesell-schaften dominieren in West- und Zentralafrika noch immer die Tropenholzindustrie. Die zukünftige Umweltpolitik der Europäischen Union darf ihre Augen für diese Beteiligung der europäischen Holzunternehmen an der Ausrottung geschützter Tierarten, einschließlich der afrikanischen Menschenaffen, nicht verschließen!"

Obwohl Affenfleisch nur einen kleinen Teil des ungeheuerlichen Handels mit Wildtierfleisch ausmacht, stellt die Wildtierjagd für Schimpansen, Gorillas und Bonobos die größte Bedrohung dar und könnte ihre Ausrottung herbeiführen. Christian Janatsch, Präsident des THWA:
"Wie beispielsweise die Schätzungen in Yaounde, Kamerun, wo jeden Tag eine Tonne geräuchertes Wildtierfleisch beim Bahnhof entladen wird, um die Wildtierfleischmärkte zu beliefern, zeigen, ist der Handel mit Wildtierfleisch das beste Rezept für die Ausrottung zahlreicher bedrohten Tierarten."

Als Vertreter der Ape Alliance hat das THWA die 15 EU-Umweltminister aufgefordert, sich für die Implementierung dieses Verhaltenskodex für EU-Unternehmen, die in der Holzgewinnung in West-und Zentralafrika involviert sind, auszusprechen und sich aktiv am Prozeß einer nachhaltigen Umweltpolitik, die auch die Auswirkungen europäischer Eingriffe in anderen Kontinenten berücksichtigt, zu beteiligen DI Meg Verhees: "Als Mitglied der Koalition "Ape Alliance" fordert das THWA außerdem in einem offenen Brief die österreichische Regierung, insbesondere Dr. Martin Bartenstein auf, sich dafür einzusetzen, daß dieses Thema auf die Tagesordnung des nächsten EU-Umweltministerrats am 11. März 1999 gesetzt und gründlich diskutiert wird."

OFFENER BRIEF

AN DEN BUNDESMINISTER FÜR UMWELT, RATSPRÄSIDENT DER EUROPÄISCHEN UNION, Dr. Martin Bartenstein zum THEMA EUROPÄISCHE HOLZUNTERNEHMEN IN AFRIKA FÖRDERN DEN HANDEL MIT WILDTIERFLEISCH

Implementierung eines "Verhaltenskodex" für europäische Holzfirmen, die in der Holzgewinnung in West- und Zentralafrika involviert sind

Anläßlich der heutigen Tagung der 15 EU-Umweltminister warnt die Ape Alliance, eine internationale Koalition von 35 Organisationen und zahlreichen Spezialisten, die sich für den Schutz und das Wohl der Menschenaffen einsetzen, vor den ernsthaften Auswirkungen der Aktivitäten der europäischen Holzunternehmen in West- und Zentralafrika.

Der Handel mit Wildtierfleisch - ein Rezept für die Ausrottung aller afrikanischer Menschenaffen und vieler anderen geschützten Tierarten Das Fleisch wildlebender Tiere ist seit langer Zeit ein Teil der Hauptnahrung der ländlichen Bevölkerung. Je mehr die Verstädterung voranschreitet, desto öfter wird der Bedarf an diesem traditionellen "Produkt" von kommerziellen Jägern und Händlern gedeckt. Obwohl Affenfleisch nur einen kleinen Teil des ungeheuerlichen Handels mit Wildtierfleisch ausmacht, stellt die Wildtierjagd für Schimpansen, Gorillas und Bonobos die größte Bedrohung dar und könnte ihre Ausrottung herbeiführen.

Die Tropenholzindustrie - ein wichtiger Faktor in der Förderung und Erleichterung des Handels mit Wildtierfleisch Neben der Zerstörung des Lebensraumes ermöglichen die Holzunternehmen den Jägern den Zugang zum tieferen Wald indem sie Zubringerwege und Seitenpfade konstruieren. Ihre Fahrzeugen werden von den Jägern genützt, sowohl um in den Wald hinein zu kommen als auch um die Tierkadaver und die überlebenden Menschenaffenkinder in die städtischen Märkte zu transportieren. Die kommerziellen Jäger wohnen in den Lagern und sehen in die Waldarbeiter und die städtischen Wildtierfleischmärkte ihren Absatz gesichert.

Europäische (Tochter-)Firmen in West- und Zentralafrika dominieren noch immer die Tropenholzindustrie Die Europäische Holzfällerfirmen Äsowie SIBAF - Société Industrielle de Bois en Afrique (eine Tochtergesellschaft des französischen SCAC Unternehmens in Douala, Kamerun) und CIB - Société Congolaise Industrielle du Bois (eine Tochtergesellschaft des deutschen Unternehmens Heinrich Feldmayer)Ü haben verabsäumt, ihre Rolle in der Förderung des Handels mit Wildtierfleisch zu erkennen bzw. Maßnahmen, um ihn zu reduzieren, zu ergreifen.

Appell des Tierhilfswerkes Austria - Ape Alliance: Implementierung eines "Verhaltenskodex" für europäischen Unternehmen, die in der Holzgewinnung in Afrika involviert sind Um die ohnedies gefährdeten Menschenaffen vor der Ausrottung zu bewahren, sollte die EU ihren Einfluß nützen, um alle Unternehmen, die im europäischen Besitz sind und in der Holzgewinnung in West- und Zentralafrika tätig sind, aufzufordern, einen "Verhaltenskodex", der die Auswirkungen der Jagd in Holzfällergebieten auf das Mindestmaß reduziert, zu implementieren. Die Holzunternehmen sollen sicherstellen, daß ihre Aktivitäten nicht zur Jagd, zum Umbringen oder zum Handel mit geschützten Tierarten beitragen oder erleichtern, und daß ihre Arbeitnehmer diesen Kodex, der die ökologischen Prozesse erhaltet, befolgen.

Es soll die Aufgabe des Ratspräsidenten für Umwelt, Dr. Martin Bartenstein, sein, sich im Sinne des Tier- und Umweltschutzes sowohl während des österreichischen als auch des deutschen EU-Vorsitzes mit allen Mitteln dafür einzusetzen,

* daß dieses Thema auf die Tagesordnung des nächsten EU-Umweltministerrats am 11. März 1999 gesetzt und gründlich diskutiert wird,

* daß alle EU-Holzunternehmen, die in Afrika tätig sind, diesen Verhaltenskodex befolgen müssen.

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