Arbeitsmarktsituation für Akademiker erfordert Umdenken

Nur mehr 76,2 Prozent in einschlägigen Berufen tätig Konventionelle Universitätsausbildung zu wenig

Wien (PWK) - Quo vadis Magister, eine Untersuchung des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft über die beruflichen Möglichkeiten von Hochschulabsolventen zeigt, daß heute nur mehr bei 76,2 Prozent der Akademiker ihre Berufstätigkeit sowohl hinsichtlich der Position als auch der fachlichen Ausrichtung dem absolvierten Studium entspricht. Sie werden als "Mainstreamer" definiert. 1981 waren noch 81,8 Prozent der Universitätsabsolventen sogenannte Mainstreamer, faßt Klaus Schedler vom ibw das Ergebnis seiner Analyse vor Journalisten zusammen. ****

12,2 Prozent der Absolventen haben heute eine Akademikerposition in einem anderen Aufgabenbereich, sind also "Mover". 1981 lag der Anteil bei 8,8 Prozent. 11,6 Prozent üben zwar eine facheinschlägige Tätigkeit aus, aber in einer Position, die auch von Nichtakademikern wahrgenommen werden könnte und werden als "Looser" bezeichnet. 1981 gab es 9,4 Prozent Looser. In Zukunft werden nach Ansicht Schedlers konventionelle berufliche Einstiege weiter an Bedeutung verlieren und Hochschulabsolventen im Berufsalltag mehr und mehr mit vollkommen neuen und auch fachfremden Aufgabenstellungen konfrontiert werden.

"Hier wird das WIFI Österreich in Zukunft einen neuen Schwerpunkt setzen, Akademikern bestimmter Studienrichtungen im Wege der beruflichen Weiterbildung geeignete fachliche Hilfestellung anzubieten", erklärt Herwig Schmidbauer, Leiter der Gruppe berufliche Weiterbildung, in diesem Zusammenhang.

Die Bildungsexpansion der letzten Jahrzehnte in Verbindung mit der demographischen Entwicklung hat zu einer Vervierfachung der Hörerzahlen an den Universitäten geführt. 50.000 Studierenden vor 30 Jahren stehen heute 224.00 Studierende gegenüber. "Die Analyse über Berufseinmündungen von Hochschulabsolventen bringt das naheliegende Ergebnis", so Schedler, daß "in den professionalisierten Akademikerberufen der Anteil der Mainstreamer sehr hoch ist. Spitzenwerte erzielen hier Mediziner, Theologen, Veterinäre und Pharmazeuten. Ist der Zutritt zum angestrebten Beruf bei dominant beruflichen Studienrichtungen verwehrt, werden diese Absolventen eher zu Loosern. Absolventen von Studienrichtungen, die aufgrund des mangelnden arbeitsmarktseitigen Bedarfs geringe Chancen auf eine studieneinschlägige Tätigkeit haben, sind eher bereit, fachfremde Berufe zu ergreifen.

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