Lagebericht zur wirtschaftlichen Situation der Hamburger Verlagsgruppe Bauer

Hamburg (ots) - Marktführer Heinrich Bauer Verlag setzt im Zeitschriftenmarkt auf Kontinuität und Kreativität

Umsatz 1998 wieder über 3 Milliarden DM
Wachstumsmotor ist das Auslandsgeschäft
Preiskampf in vielen Marktsegmenten

Der Heinrich Bauer Verlag, internationales Medienunternehmen und einer der führenden Zeitschriftenverlage in Europa, hat die Marktpositionen in seinen Kernmärkten auch im Jahr 1998 in einem schwierigen Umfeld erfolgreich verteidigt und weiter ausgebaut.

Die Härte des Wettbewerbs im inländischen Zeitschriftenmarkt hat zugenommen. Gleichzeitig wird die Gesamtauflage aller Publikumszeitschriften in diesem Jahr voraussichtlich um 2,8 Prozent zurückgehen. Trotz dieser negativen Faktoren behauptete die Hamburger Verlagsgruppe mit einer Gesamtauflage von rund 20 Millionen verkauften Exemplaren pro Erscheinungsintervall im Inland ihre Stellung als führender Anbieter von Programm-, Frauen- und Jugendzeitschriften. Die Marktanteile bleiben nahezu unverändert:
Programmzeitschriften 46 Prozent, Jugendzeitschriften 55 Prozent und Frauenzeitschriften 27,6 Prozent.

Die Hamburger Verlagsgruppe publiziert weltweit insgesamt 88 Zeitschriften. Im In- und Ausland rechnet der Bauer Verlag im laufenden Jahr mit einer verkauften Gesamtauflage von rund 41 (1997:42) Millionen Exemplaren pro Erscheinungsintervall.

Der konsolidierte Außenumsatz des Verlagskonzerns wird wechselkursbedingt mit 3,02 Milliarden DM (davon gut 0,8 Milliarden DM im Ausland) das Vorjahr übertreffen, in dem erstmals in der 123jährigen Verlagsgeschichte die Umsatzmarke von 3 Milliarden DM überschritten wurde.

Die Vertriebsumsätze bewegen sich mit 2,3 Milliarden DM auf dem Niveau des Vorjahres. Im Anzeigenmarkt konnte der Bauer Verlag dagegen weiteren Boden gewinnen und auf rund 627 (1997: 615) Millionen DM zulegen. Die gezielten Investitionen in bestehende und neue Objekte, sowohl im kreativen als auch im technischen Bereich, wurden kontinuierlich fortgesetzt.

Neun Bauer-Titel unter den Top 20

Der Bauer Verlag bleibt - wie im Vorjahr - im Anzeigenmarkt "Reichweiten-Primus": Mit einer einmaligen Anzeigenschaltung in allen Bauer-Titeln wird nahezu jeder zweite Bundesbürger erreicht.

Auch im Vertriebsmarkt ist Bauer die Nummer 1. Unter den umsatzstärksten 20 Zeitschriften befinden sich laut IVW 3/98 insgesamt neun Bauer-Objekte: AUF EINEN BLICK, NEUE POST, TV MOVIE, BRAVO, TINA, DAS NEUE BLATT, TV HÖREN UND SEHEN, TV KLAR und FERNSEHWOCHE.

Für Highlights im hart umkämpften inländischen Vertriebsmarkt sorgten 1998 unter anderem (Auflagen nach IVW 3/98):

- TV MOVIE baute mit einer verkauften Auflage von rund 2,7 Millionen Exemplaren ihre Position als größte Programmzeitschrift Deutschlands und Europas aus.

- AUF EINEN BLICK ist mit einer Auflage von knapp 2,2 Millionen Exemplare die erfolgreichste wöchentliche Programmzeitschrift im deutschen Markt.

- Mit den qualitätssteigernden Maßnahmen bei TV HÖREN UND SEHEN und FERNSEHWOCHE wurde die Voraussetzung für eine positive Trendwende geschaffen.

- NEUE POST, größte und traditionsreichste aller unterhaltenden Frauenzeitschriften, ist mit einer wöchentlichen Auflage von rund 1,4 Millionen Exemplaren auch Marktführer dieses Segments.

- GELDIDEE wurde Anfang 1998 erfolgreich als ein populäres Wirtschaftsmagazin eingeführt. Mit einer deutlichen positiven Abo-und Auflagenentwicklung sowie einem positiven Trend im Anzeigengeschäft wird auch für 1999 gerechnet.

- BRAVO SCREENFUN erscheint seit Oktober 1997 monatlich und konnte sich mit einem Verkauf von 177.000 Exemplaren sofort in der Spitzengruppe dieses Segmentes plazieren.

- Die erste Ausgabe von COMET, entstanden aus der Kooperation zwischen BRAVO und VIVA, wurde im September erfolgreich im Markt getestet. Die nächste Ausgabe wird Ende Februar 1999 erscheinen.

- Der PLAYBOY konnte seine Renaissance sowohl im Verkauf, der auf über 250.000 Exemplare stieg, als auch im Anzeigengeschäft weiter fortsetzen und wird mit dem Dezember-Heft 1998 (der ausverkauften Katharina Witt-Ausgabe) einen neuen Auflagenrekord vermelden können.

Kreative Ideen - progressive Unternehmenspolitik

Das Medienhaus Bauer, seit vielen Generationen ein innovativ und erfolgreich geführtes Familienunternehmen, ist für die Veränderungen und Anforderungen des deutschen Zeitschriftenmarktes bestens gerüstet. Der Markt zwingt dazu, auch in immer kleineren Segmenten und damit kleineren Auflagen zu denken. Dies erfordert nicht nur ein Umdenken im kreativen Bereich, sondern auch im Management.

Dazu erklärte die Bauer-Geschäftsleitung: "Angesichts der Enge der Segmente sind kreative Ideen und eine progressive Unternehmenspolitik gefordert. Es gilt mehr denn je, ein Unternehmen mit Visionen zu sein, dessen Bezugspunkt in der Zukunft liegt. Veränderungen müssen nicht nur akzeptiert und genutzt, sondern auch aktiv angestrebt werden. Dabei ist es wichtig, ein ausgewogenes Verhältnis von Kontinuität und Kreativität herzustellen. Das bedeutet, den Kern zu bewahren und gleichzeitig überholte Handlungsweisen aufzugeben."

Priorität hat für die Verlagsgruppe auch in Zukunft, ihre Marktanteile erfolgreich zu verteidigen und dabei die Konzepte schneller und kreativer an den Markt anzupassen. Am Beispiel tv pur wird deutlich, daß hier flexibel auf neue Kundenbedürfnisse in einem kleinen Marktsegment reagiert wurde: Vierwöchige Darstellung von purer Programmleistung ohne Mantelthemen.

Angesichts des ruinösen Preiswettbewerbs im stagnierenden Markt der Programmzeitschriften ist die Verlagsgruppe Bauer auch weiterhin grundsätzlich der Auffassung, daß redaktionell hochwertige Zeitschriften - wie alle anderen Markenartikel auch - am Kiosk zu einem angemessenen Preis verkauft werden sollten.

Bauer in den Auslandsmärkten

Im Auslandsgeschäft ist der Bauer Verlag auch 1998 auf der Erfolgsspur geblieben. Unter den deutschen Großverlagen hat Bauer mit rund 27 Prozent seit vielen Jahren den zweitgrößten Auslandsanteil.

Neben dem Ausbau der Aktivitäten in den bestehenden Märkten in USA und Westeuropa (Großbritannien, Frankreich und Spanien) sowie in Mittel- und Osteuropa (Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien) hat der Bauer Verlag neue Märkte im Visier. Die Märkte in Rußland und China werden weiterhin intensiv beobachtet.

Neue Mediengattungen im Blick

Der Bereich der elektronischen Medien ist für die Verlagsgruppe ein strategischer Zukunftsmarkt.
Bei RTL2 (Bauer-Anteil 32,2 Prozent) wurde die ertragsmäßige Trendwende im laufenden Jahr realisiert. Der Sender entwickelt sich fortgesetzt positiv. Die TV-Produktionsfirma MME Me, Myself and Eye (44,9 Prozent) etablierte eine Reihe neuer Formate im Markt, allen voran die Musikshow "Top of the Pops" für RTL mit wöchentlich bis zu 1,6 Millionen Zuschauern. Für die ARD wurde die Produktion "Pop 2000. Die Geschichte der deutschen Popmusik" aufgenommen. Im nächsten Jahr wird MME die Live-Events "The Dome" für RTL2 produzieren.

Trotz wachsenden Wettbewerbs verteidigte Radio Hamburg (Bauer-Anteil 25 %) die Position als Marktführer im Hamburger Hörermarkt erfolgreich und wird 1998 das beste Ergebnis seit dem Start 1985 erzielen.

Auch neue Mediagattungen werden für das Hamburger Verlagshaus immer wichtiger. So weisen die diversen Online-Angebote unverändert steigende Zugriffszahlen auf. TV MOVIE ONLINE zählt zu den erfolgreichsten deutschen Internet-Angeboten. Im November wurde das Angebot um den Electronic Program Guide (EPG) für Internet-TV-Geräte und Web-fähige Digitaldecoder erweitert.

Darüber hinaus startete der Bauer Verlag im August dieses Jahres in Kooperation mit RTL2 einen neuen elektronischen Programmführer im "nextTView-Format", einer Erweiterung des Videotext-Formates. Damit gibt es erstmals einen senderunabhängigen Programmführer im Fernsehen.

Umsatz kletterte 1997 erstmals über 3 Milliarden DM

Der Heinrich Bauer Verlag blieb 1997 auf Wachstumskurs. Erstmals wurde die Umsatzschwelle von 3 Milliarden DM überschritten.

Die Außenumsatzerlöse aller im Konzernabschluß einbezogenen Gesellschaften erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 3,6 Prozent auf 3,02 (1996: 2,91) Milliarden DM. Im Inland konnte der Umsatz trotz schwieriger Marktlage mit 2,16 Milliarden DM stabilisiert werden. Der Auslandsumsatz (einschließlich Exporte) nahm dagegen deutlich um 13,5 Prozent auf 852 (751) Millionen DM zu. Davon entfielen gut 75 Prozent auf Europa und 25 Prozent auf Nordamerika. Der Anteil des Auslandsumsatzes am Konzernumsatz verbesserte sich weiter auf 28,2 (25,8) Prozent.

Zukunftsträchtige Veränderungen gab es in den osteuropäischen Märkten. In Chiechanow (Polen) wurde eine moderne Tiefdruckerei eröffnet. Dort werden inzwischen alle Titel für den polnischen Markt

gedruckt. In Rumänien wurde mit der Gesellschaft Casa de Editura, Bukarest, gestartet. Die drei in 1997 eingeführten Titel aus den Genres Roman, Frauen und Jugend (BRAVO) zählen zu den Top 5 im rumänischen Markt.

In den USA gab es zwei erfolgreiche Objekteinführungen. Im Mai wurde die wöchentliche Frauenzeitschrift SOAPS IN DEPTH und im Dezember TWIST für junge Frauen eingeführt. Damit ist Bauer in den USA mit fünf Objekten vertreten.

Im Bereich der elektronischen Medien trennte sich der Bauer Verlag vom Spartensender TM3. Die Beteiligungen an RTL2, Radio Hamburg und MME blieben unverändert.

Bedingt durch technische Innovationen, vor allem im Druckbereich, hat sich die Zahl der Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt um 5,3 Prozent auf 5.655 (5.973) verringert.

Ertrag verbessert sich kontinuierlich

Der Heinrich Bauer Verlag braucht als Personengesellschaft keine Gewinn- und Verlustrechnung zu veröffentlichen. Die Geschäftsleitung erklärte im Lagebericht, daß die Ertragsentwicklung durch den erheblich verschärften Wettbewerb der Programm-, Frauen- und Jugendzeitschriften sowie durch Investitionen in die Neuentwicklungen von Zeitschriften im In- und Ausland geprägt war. Produktivitätsfortschritte, der Rückgang der Papierpreise und Wechselkursgewinne in Großbritannien führten insgesamt zu einer Ertragsverbesserung.

Die regionale Abonnementszeitung MAGDEBURGER VOLKSSTIMME steuerte erstmals ein positives Ergebnis bei.

Die Verlagsgruppe verfügt unverändert über eine gute und solide Finanzkraft. Die Bilanzsumme erhöhte sich auf 1,32 (1,22) Milliarden DM.

Bei der Konzernobergesellschaft Heinrich Bauer Verlag handelt es sich um eine Kommanditgesellschaft mit dem persönlich haftenden Gesellschafter Heinz Heinrich Bauer, der in der Familie 96 Prozent des Kommanditkapitals hält. Die restlichen Kommanditanteile liegen bei den Familienstämmen von Alten und Hollmann.

ots Originaltext: Verlagsgruppe Bauer
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