Edlinger: 2-Euro-Banknote sehr unwahrscheinlich

Steuerharmonisierung in der EU wird noch gut fünf Jahre dauern

Wien (PWK) - Die kleinste Euro-Banknote wird aller Voraussicht
nach, wie ursprünglich von der EU geplant, der 5-Euro-Schein werden. Der von der Wirtschaftskammer Österreich vorgeschlagene 2-Euro-Geldschein (entspräche am ehesten dem 20-Schilling-Schein) wäre zwar eine sinnvolle Maßnahme gewesen, das Münzgeld zur einfacheren Handhabung der Wirtschaftstreibenden und Konsumenten möglichst gering zu halten, "wir stoßen damit aber bei anderen wichtigen Euro-Ländern zum Großteil auf Unverständnis", erklärte Finanzminister Rudolf Edlinger, bei der "Club Euro"-Veranstaltung im Haus der Wirtschaft. Zwar wurde von Österreich der Vorschlag dafür eingebracht, die EU argumentiert aber damit, daß in Deutschland der 10-Mark-Schein (Wert über 70 Schilling), in Frankreich der 50-Franc-Schein (über 100 Schilling) und in Großbritannien der 5-Pfund-Schein (ebenfalls über 100 Schilling) die kleinsten Banknoten sind und dabei keine Münzprobleme auftraten. ****

Nicht ganz einfach gestalten sich auch die Bemühungen der EU-Staaten, auf einen Nenner bei der Steuerharmonisierung zu kommen, erklärte Edlinger. "Die Steuern innerhalb der Europäischen Union so zu verändern, daß Wettbewerbsverzerrungen vermieden werden können, ist ein äußerst wichtiges Vorhaben, gleichzeitig aber auch ein sehr heikler und komplexer Prozeß. Ich rechne, daß wir in der EU noch gut fünf Jahre benötigen werden, um entscheidende Annäherungen im Steuerbereich schaffen und die meisten Steueroasen beseitigen zu können."

Auf die Frage, bei welchen Steuern die Harmonisierung am vorrangigsten angestrebt werde, führte Edlinger die Kapitalertragssteuer, die Unternehmensbesteuerung, die Mehrwertsteuer sowie die Besteuerung von Ressourcen an. "Das Problem dabei ist allerdings, daß die nationalen Steuersysteme als Ganzes betrachtet werden müssen. Eine hohe Mehrwertsteuer eines Landes, beispielsweise, bedeutet nicht zwangsläufig, daß die Unternehmen dort weniger Gewinn machen als in einem Land mit niedrigerem Mehrwertsteuersatz, da ihnen vielleicht in anderen Steuerbereichen weniger Belastungen widerfahren. Eine allgemein gültige Formel gibt es daher leider nicht", bedauerte der Finanzminister.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Euro-Referat
Tel. 50105 DW 4417

Mag. Matthias Koch

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK