Paneuropabewegung: KPMG-Abschlußbericht liegt vor: Was von unkorrekten World-Vision-Geldern übrigblieb

Karl Habsburg: "Ich werde politisch weiterkämpfen"

Wien (OTS) - Der Abschlußbericht der Wirtschaftstreuhand-Kanzlei KPMG über die Finanzgebarung der Paneuropabewegung und die Wahlkampf-Unterstützung für Karl Habsburg im Jahr 1996 wirft ein neues Licht auf die gesamte Affäre.

Das Wirtschaftstreuhand-Unternehmen kommt zum Schluß, daß es zwar unkorrekte Geldflüsse von World Vision via Druckereirechnungen zur Paneuropabewegung gegeben hat, daß dem jedoch - in einigen Fällen -eine zweite Buchung von derart bezahlten Rechnungen in der Paneuropabewegung gegenüber stehen. Wofür diese Gelder verwendet wurden, ist ohne Befragung von Wolfgang Krones nicht nachvollziehbar.

Alle übrigen Vorwürfe betreffend unkorrekter Geldflüsse von World Vision an Paneuropa - von mehr als einer Million Schilling war die Rede - haben sich als falsch erwiesen.

Auch die Vorwürfe, der Europawahlkampf von Karl Habsburg sei aus Spendengeldern der World Vision bezahlt worden, löst sich fast gänzlich in Luft auf. "Mit Ausnahme einer Rechnung (...) sind die uns vorgelegten Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Wahlkampf 1996 und die Aufwandstragung durch Karl Habsburg persönlich, durch Paneuropa oder durch dritte Spender plausibel und es besteht kein Hinweis auf eine Aufwandstragung durch World Vision", heißt es in dem Bericht.

Der derart fremdbezahlte Brief stammt aus dem Frühjahr 1996 und handelt von einem "eventuellen Wahlkampf".

Der Europaparlamentarier Karl Habsburg erklärte zum vorliegenden Bericht: "Mit diesem Bericht der unabhängigen Wirtschaftstreuhandkanzlei werde ich weiter für meine politischen Ziele kämpfen!". Habsburg erinnerte daran, daß er sofort nach Bekanntwerden der ersten Vorwürfe eine Prüfung der Finanzgebarung der Paneuropabewegung durch unabhängige Wirtschaftsprüfer veranlaßt habe, auch wenn er anfangs die erhobenen Vorwürfe nicht glauben konnte. Der Parlamentarier und Paneuropa-Präsident betonte auch, daß er die unkorrekten Geldflüsse, die im Rahmen der internen Untersuchungen aufgedeckt wurden, sofort der Öffentlichkeit mitgeteilt habe, auch wenn das für ihn sehr schmerzlich gewesen sei.

Karl Habsburg dementierte in diesem Zusammenhang die jüngst erhobenen Vorwürfe, er hätte für World Vision bei Institutionen der Europäischen Union interveniert. Auch gegen Rainhard Kloucek, den Pressesprecher von Karl Habsburg, erhobenen Vorwürfe sind unbegründet. Kloucek liegen eidesstattliche Erklärungen vor, wonach es niemals, wie behauptet, seine Intention gewesen sei, der Wirtschaftspolizei Unterlagen vorzuenthalten. Kloucek selbst war es, der an der internen Aufklärung der unkorrekten Geldflüsse maßgeblich mitgewirkt habe.

Karl Habsburg erklärte zum Bericht der Wirtschaftsprüfer wörtlich:
"Der Bericht der KPMG beweist, daß ich nicht unkorrekt gehandelt habe, jedoch hintergangen wurde. Es tut mir leid, daß mein Name in diesem Zusammenhang für einen vermeintlich guten Zweck mißbraucht wurde. Wie bereits angekündigt, werde ich die unkorrekt an Paneuropa geflossenen Gelder aus meiner eigenen Tasche zurückzahlen. In der Paneuropabewegung wird es in Hinkunft eine streng geprüfte und ordentliche Finanzgebarung geben. Bis zum Jänner stehen die dafür notwendigen Strukturen. Ich werde aber auch eine Instanz einrichten, die es mir ermöglichen soll, die Seriosität von Spenden-Organisationen, die ich unterstütze, zu prüfen.

Ich entschuldige mich bei jenen, die durch die gesamte Angelegenheit Schaden erlitten oder politischen Belastungen ausgesetzt waren. Ich bedanke mich bei jenen, die mir dennoch vertraut haben und mir die Chance und die Zeit gegeben haben, die Angelegenheit aufzuklären.

Ich werde mich mit ganzer Kraft weiterhin der Idee eines christlich-konservativen Europas widmen und mich um das Vertrauen für ein weiteres Mandat als Europaparlamentarier bemühen. Jeder Partei-Organisation in der ÖVP, die das wünscht, werde ich dafür Rede und Antwort stehen.

Mein besonderer Dank gilt meinem Vater Dr. Otto von Habsburg. Er hat für die Verteidigung meiner Person viel Kritik einstecken müssen. In diesem Zusammenhang möchte ich daran erinnern, daß er nachweislich im Zweiten Weltkrieg in Frankreich unter Einsatz seines Lebens Tausenden jüdischen Flüchtlingen das Leben gerettet hat. Allein aus diesem Grunde hat er es sich nicht verdient, in den Verdacht zu geraten, die Greuel des Zweiten Weltkrieges zu verharmlosen oder gar in die Nähe des Nationalsozialismus gerückt zu werden."

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