Sinnloser Tod!

Kein Weihnachsfrieden für Graureiher und Kormoran in Salzburg

Wien (OTS) - Geht es nach dem Willen der Salzburger Fischerei
Lobby soll jeder zweite Salzburger Graureiher falschverstandenen Fischereiinteressen geopfert werden. Nur rund 40 - 50 Brutpaare des imposanten Vogels gibt es in Salzburg, 47 von ihnen wurden jetzt wegen angeblicher Schäden an der Fischerei zum Abschuß freigegeben. Und nicht nur den Graureihern geht es an den Kragen, auch 120 Kormorane stehen auf der Todesliste. Die vorliegenden Abschußzahlen orientieren sich dabei nicht an konkreten Bestandszählungen sondern an aufsummierten Beobachtungen bzw. Schätzungen des Landesfischereiverbandes und sind vielfach überhöht. "Auch Graureiher und Kormorane haben ihre Lebensberechtigung als Teil unserer Artenvielfalt", zeigt sich Dr. Gerald Dick, Artenschutzexperte des WWF empört über die rücksichtlose Vorgangsweise in Salzburg.

Natürlich, Graureiher und Kormorane sind von Natur aus Fischfresser, die von der Fischerei Lobby behaupteten Schäden wurden bisher aber in keiner wissenschaftlichen Untersuchung bestätigt. Eine diesbezügliche interdisziplinäre Untersuchung zu den Wechselwirkungen zwischen Fischen und Vögeln wurde von der Salzburger Landesregierung zunächst hinausgezögert und dann abgelehnt. "Die tatsächlichen Probleme für unsere Fischbestände werden nicht durch fischfressende Vögel und Säugetiere verursacht, sondern durch Uferverbauungen, Flußregulierungen, Entwässerungen, Kraftwerke und nicht zuletzt durch verfehlten Fischbesatz durch die Fischerei selbst", stellt Gerald Dick klar.

Der WWF fordert die Einstellung dieser auch dem EU Recht zuwiderlaufenden Maßnahmen und die gründliche wissenschaftliche Untersuchung der ökologischen Zusammenhänge. Graureiher und Kormorane dürfen nicht zum Sündenbock für verfehlten Gewässerschutz herhalten.

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