Hostasch präsentiert Krankenanstaltenplan 1999-

19 neue Psychiatriestandorte, 57 neue Geriatrieabteilungen

Wien, 16. Dezember 1998 (BMAGS).- Der österreichische Krankenanstaltenplan 1999 (ÖKAP) bringt wesentliche Verbesserungen bei der Betreuung alter Menschen und im Psychiatriebereich. "Der ÖKAP 1999 schafft für die Menschen in jedem österreichischen Bundesland eine bedarfsgerechte und gut erreichbare Krankenhausversorgung. Durch die Schaffung geriatrischer
Abteilungen und Hospiz-Stationen werden die Spitäler für die demografischen Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft fit gemacht. Durch die Dezentralisierung der Psychiatrie wird das Leistungsangebot für eine oft benachteiligte Patientengruppe deutlich verbessert", erklärte Gesundheitsministerin Lore Hostasch. Im ÖKAP sind die Standorte der Krankenanstalten, die Fächerstruktur und die Gesamtbettenzahl pro Krankenhaus verbindlich festgelegt. Ebenso geregelt sind die Betten-Obergrenzen nach Fachrichtungen pro Bundesland. ****

Ab nächstem Jahr stehen österreichweit 57 neue Abteilungen für Akut-Geriatrie zur Verfügung. Diese neuen Leistungseinheiten dienen der Vermeidung von dauernder Pflegebedürftigkeit älterer Menschen durch Aktivierung und Mobilisierung. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Wiederherstellung der Selbständigkeit, mit der eine Rückkehr nach Hause ermöglicht werden soll.

In den Hospizstationen, die erstmals im neuen ÖKAP definiert werden, soll moderne Palliativ-Medizin, Schmerztherapie, sowie pflegerische und psycho-soziale Hilfe angeboten werden.

Österreichweit verbindliches Psychiatrie-Konzept

Mit der Aufnahme der psychiatrischen Versorgung in den ÖKAP
ist erstmals ein österreichweit verbindliches Psychiatrie-Konzept beschlossen worden. "Mit dieser Festschreibung ist einer der wichtigsten Reformschritte im Bereich der Psychiatrie in diesem Jahrzehnt gelungen. Durch den ÖKAP 1999 wurden erstmals gemeinsame Leitlinien zur Reform und Weiterwicklung der psychiatrischen Versorgung im stationären und ambulanten Bereich geschaffen", führte Gesundheitsministerin Lore Hostasch weiter aus.

Die bisher in den großen psychiatrischen
Sonderkrankenanstalten konzentrierte Versorgung wird dezentralisiert. Es werden 19 neue Standorte für psychiatrische Versorgungseinheiten eingerichtet. Diese neuen psychiatrischen Abteilungen werden an allgemeinen Akut-Spitälern etabliert und damit gleichrangig mit anderen Fächern, wie beispielsweise Chirurgie oder Innere Medizin, in die Regelversorgung eingebunden. "Damit wird auch ein bedeutender Schritt zur Entstigmatisierung der stationären Psychiatrie und der psychisch Kranken gesetzt", stellte die Gesundheitsministerin fest.

ÖKAP ist wichtigstes Steuerungsinstrument für Spitalsversorgung

Der ÖKAP basiert auf einer wissenschaftlichen Grundlage, die
vom Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG) unter Verwendung modernster Planungsverfahren erstellt wurde. In
die Ausarbeitung flossen unter anderem demographische Aspekte, die medizinische Entwicklung, die Belagsdauer in den Spitälern, die regionalen Einzugsbereiche, sowie die Versorgungsfunktion der Krankenanstalten ein. In den Planungsprozess waren Experten aus der Medizin, den Landesregierungen, der Spitalsträger und der Ärztekammer eingebunden.

Die im ÖKAP festgelegten Regelungen sind verbindlich. Bei Nichteinhaltung der Vorgaben kann der Bund die Auszahlung von Finanzmitteln zur Spitalsfinanzierung an die Länder aussetzen. "Mit dem ÖKAP 1999 wurden ein Mehr an Verteilungsgerechtigkeit, eine bessere Orientierung am Bedarf, die Sicherung der medizinischen Qualität und die Regionalisierung des Angebots erreicht. Die Menschen können auch in Zukunft sicher sein, dass es in ihrer unmittelbaren Umgebung ein umfassendes medizinisches Angebot mit einem hohen Qualitätsanspruch geben wird", so Gesundheitsministerin Lore Hostasch abschließend.

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