Wenn nichts mehr geht....

Jahresbericht der Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien präsentiert

Wien (OTS) - In einem Pressegespräch präsentierte die Kinder-
und Jugendanwaltschaft Wien gemeinsam mit Fr. Vzbgmin Laska ihren aktuellen Jahresbericht.****

"Wenn nichts mehr geht..."

3470 Hilfestellungen und Interventionen der Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien
im Schuljahr 1997/1998

Seit mehr als 4 Jahren ist die Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien nach dem Motto: "Wenn nichts mehr geht, dann...." als letzte Vermittlungsinstanz in komplizierten Fällen mit Kindern und Jugendlichen tätig.

Besonders im Bereich der Gewalt gegen Kinder und Jugendliche bewährt sich die Intervention von den beiden unabhängigen Kinder-und JugendanwältInnen. So wurden in den Einzelfällen von uns in Fragen von Besuchsrecht (295), Missbrauch (369), Misshandlung
(137), Obsorge (292) und Unterhalt (222) am häufigsten interveniert.

Aber auch für die Probleme rund um jugendliche Strafvergehen (182) und besonders die Verselbstständigung von Jugendlichen (275) werden wir immer wieder um Hilfestellung ersucht.

Lobbyismus für Kinder und Jugendliche

Die grundlegende Voraussetzung um mit Kindern und Jugendlichen gerecht umzugehen, formulierten Dr. Gebhart und Dr. Schmid so:
Kinder und Jugendliche sind wie Erwachsene Menschen mit eigener Autonomie und Verantwortung, auch wenn sie die Hilfe und Unterstützung der Erwachsenen benötigen. Diese Hilfe muß Respekt und Gleichberechtigung als Grundlage besitzen.

Einige Beispiele sollen zeigen, daß sowohl bei Autonomie als auch Schutz und Hilfe noch viel zu verändern ist:

Besonders die Umsetzung der UN - Kinderrechtskonvention wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Fairness für unsere Kinder und Jugendlichen.

Die Erhebung der Konvention in den Verfassungsrang würde eine Vielzahl an Gesetzesänderungen notwendig machen, um den Status der Kinder und Jugendlichen entsprechend ihrer Rechte zu garantieren:

Rechtspersönlichkeit:
Kinder und Jugendliche müssen als eigene Rechtspersönlichkeiten anerkannt werden
Kinderrechte bei Verwaltungs- und Gerichtsverfahren

Beteiligung und Mitbestimmung:
Mitbestimmung bei strittigen Entscheidungen wie Scheidung, Besuchsrecht.
Volljährigkeits- und Wahlaltersenkung
Mitbestimmung beim Wohnumfeld
Schulmediation

Gesundheit:
PatientInnenrechte für Kinder und Jugendliche

Freizeit:
Recht auf Spiel und Spielräume - kaum gesetzliche Regelungen
Schutz vor Mobbing für spielende Kinder und aktive Jugendliche im Wohnumfeld
Recht auf Teilnahme im sozialen Kommunikationbereich -Gemeinwesenarbeit

Opferschutz:
In ganz Österreich sollten die Rechtsanwaltskammern unentgeltlich Kinder und Jugendliche bei Gewaltdelikten vertreten (wie schon in Salzburg, Steiermark und Niederösterreich)

Asylverfahren:
Keine Schubhaft und Abschiebung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
sie dürfen nicht ab 16 Jahren als Erwachsene bei Asylverfahren behandelt werden

soziale Sicherheit und Steuersystem:
Sozialversicherung bei Jugendlichen, die wegen Gewalt etc. von zu Hause ausziehen
Grundeinkommen für Kinder und Jugendliche ab 12 - 14 Jahren

Aus aktuellem Anlass (Weihnachten) ersuchten die beiden JugendanwältInnen die Eltern ihren Kindern zu Weihnachten nicht
nur Geschenke zu geben, sondern auch Zeit zu schenken.

Die Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien ist Montag bis Freitag von
9 bis 17 Uhr unter der TelNr. 17 08 erreichbar.

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Rückfragen & Kontakt:

Herr Dr. Anton Schmid
Tel: (01) 1708

Kinder- & Jugendanwaltschaft Wien

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