ARBÖ: Treibstoffpreise sind um mindestens 30 Groschen zu hoch

Preisreduktionen noch vor dem Wochenende gefordert

Wien (ARBÖ) - Der Preissturz bei Rohöl ist für die Konsumenten
in Österreich noch immer nicht ausreichend spürbar. Der ARBÖ verlangt von der Mineralölwirtschaft einen sofortigen ersten Schritt von 30 Groschen Preissenkung für jeden Liter Benzin oder Diesel, der in Österreich verkauft wird. Weitere Preissenkungen, bis das EU-Durchschnittsniveau der Nettopreise (ohne Steuern) erreicht ist, müssen folgen. "Insgesamt sind dafür, je nach Treibstoffsorte, 60 bis 70 Groschen fällig", fordert die volkswirtschaftliche Referentin des ARBÖ, Mag. Elisabeth Brugger-Brandau.

Auch wenn bei manchen Tankstellen bereits Preisreduktionen festzustellen sind, mußten bei den Recherchen für die "ARBÖ-Spritpreisbörse" vereinzelt sogar Preiserhöhungen festgestellt werden. Mag. Brugger-Brandau: "Diese Logik der Mineralölfirmen
kann niemand mehr nachvollziehen."

"Es kann nicht angehen, daß die in Österreich tätigen Mineralölkonzerne weiterhin auf Tauchstation sind, während in der ganzen Welt aufgrund des massiven Rohölpreisverfalls der letzten Tage und Wochen reagiert wird", meint die "ARBÖ-Spritpreislady".

Ein Barrel der Rohölsorte Brent kostete noch im Jänner 1998 15,18 Dollar, im Jänner 1997 sogar 23,50 Dollar. Heute beträgt der Preis nur mehr knapp mehr als 9 Dollar. Dies entspricht seit
Jänner 1997 einem Preisrückgang von mehr als 60 Prozent. Zuletzt war Rohöl Anfang der 70er-Jahre so billig einzukaufen. Zieht man die über Jahre gültige Preisänderungsformel "Je Dollar pro Barrel ein Schilling" heran, müßten die Konsumentenpreise seit Jänner 1997 entsprechend um 1,45 Schilling gesunken sein. Tatsächlich wurden die meisten Sorten, insbesondere Benzin, nicht einmal um einen Schilling verbilligt.

Die steuerbereinigten Nettopreise in Österreich sind im selben Zeitraum, in dem der Rohölpreis gefallen ist (Jänner 1997 bis November 1998) bei der Sorte Super 95 Oktan nur um 20 Prozent und bei Dieseltreibstoff um 30 Prozent gesunken. Nach wie vor liegen
die Nettopreise in Österreich daher weit über dem Duchschnittspreis aller EU-Länder, nämlich um rund 60 bis 70 Groschen pro Liter.

Die Mineralölwirtschaft hat im April dieses Jahres beim "Benzinpreisgipfel" zugesagt, die Preise im EU-Vergleich zu analysieren und schrittweise anzupassen.

Das derzeit extrem niedrige Preisniveau für Rohöl wäre laut ARBÖ ein neuer Anlaß, einen für die Konsumenten auch wirklich spürbaren Schritt zu setzen. Die Tankstellenpreise müßten sofort -das heißt noch vor dem am Wochenende einsetzenden Weihnachtsurlaubsverkehr - um 30 Groschen sinken.

Mag. Brugger-Brandau wiederholt abschließend die Forderung des ARBÖ vom 9. Dezember 1998: "Der ARBÖ erwartet von der Mineralölwirtschaft die rasche Einlösung der Zusagen vom Benzinpreisgipfel."

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