Fit für Europa! Nur mit Dopingmittel und Subventionen für unsere Nutztiere?

Wien (OTS) - Der "Wiener Kongreß der EU" tagt vom 11.-12. Dezember 1998. Die Arbeitslosenrate steigt - die Preise für Agrarprodukte sinken. Technisierung auf Kosten der Tiergesundheit - Muß der Tierarzt bald zu Dopingmittel greifen, um die streß- und krankheitsanfälligen Nutztiere fit zu machen?

Die Zuckerln für die Bauern werden rarer und das große Bauernsterben nim= mt kein Ende. Fast alle Landwirte fürchten die EU-Osterweiterung, die Weltmarktpreise sind im Keller und das nicht ohne Grund. Wo keine Qualität= , da kein Preis! Trotzdem erhöht die EU alibihalber Exporterstattungen.

Renate Mayer, Landwirtschaftsprecherin des Tierhilfswerkes Austria:
"Exporterstattungen für Tiertransporte wurden erst letzten Monat wieder um 4% erhöht. Die Tierquälerei auf den Straßen der EU geht weiter."

Meg Verhees, Tierhilfswerk Austria: "Die Herodesprämie - wird trotz Versprechungen - weiterhin ausbezahlt. Kälber, die jünger als 20 Tage alt sind, werden entsorgt oder zu Tiermehl verarbeitet - dafür werden bis zu 2000 Schilling von EU-Geldern ausbezahlt."

Die Käfighühnerhaltung soll verbessert werden. Ein Huhn fristet derzeit auf 450cm2 sein Leben, was weniger als eine 3/4 DIN A4 Seite entspricht. Ein Entwurf für eine Richtlinienänderung fordert 800cm2 pro Huhn. Damit wird der streßbedingte Aggressions-radius der Hühner in der Legebatterie nur noch mehr erhöht, wird von Seiten namhafter österreichischer Nutztierethologen mitgeteilt. Fachexperten haben offensichtlich kein Mitsprache- oder Diskussionsrecht.

Produktion zu Weltmarktpreisen bedeutet die Industrialisierung der Landwirtschaft. Antibiotika in der Tiermast sind noch nicht verboten. Arzneimittel zur Bekämpfung von Krankheiten bleiben als Rückstände im Endprodukt, auch Substanzen mit anaboler Wirkung. Nutztiere werden Produktionsmachinen.

Renate Mayer: "Wenn nicht bald neue Restriktiven in Richtung Qualität ohne Zusatz von Leistungsförderern in der EU geschaffen werden, sind die Schranken offen für hormonbelastetes Fleisch aus den USA, aus Japan oder Kanada, die im großen Stil Hormone als Mastmittel einsetzen, um die Agro-Industrie zu puschen."

Christian Janatsch, Präsident Tierhilfswerk Austria: "Die EU muß den Tierschutz als vorrangiges Ziel der Landwirtschaftspolitik setzen."

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