Gewerbeverein: Zentralasien hat eine enormes wirtschaftliches Potential - nur die Österreicher nützen es (noch) nicht!

Wien (OTS) - In einem Symposium, das gestern abends im Österreichischen Gewerbeverein (ÖGV) gemeinsam mit der Österreichischen Orient-Gesellschaft Hammer-Purgstall stattfand, stellte sich einmal mehr heraus, daß der österreichische Exporteur Nischenmärkte noch nicht in ausreichendem Maß bearbeitet.

- Dr. Bruno Breinschmid (WKÖ) stellte bezogen auf die fünf zentralasiatischen Staaten Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan fest, daß in allen fünf Ländern die Handelsbilanz durchwegs zum Nachteil Österreichs ausfällt.

- Österreichs 'Roving Ambassador' für die acht Staaten Südkaukasiens und Zentralasiens mit Sitz in Wien, Frau Botschafterin Dr. Heidemarie Gürer betonte in einer exzellenten politischen Analyse, welche Probleme sich in den doch noch etwas instabilen, neu entstehenden Demokratien im weitesten Wortsinn ergeben: Sie betonte, daß etwa das Drogenproblem aufgrund der jeweils offenen Grenzen nicht unbedeutend sei.

- Dipl. Ing. Erwin Smole (Verbund) wies auf das riesige Wasserkraftpotential Kirgisistans hin. Weitere Kraftwerksbauten wären jedoch derzeit finanziell nicht möglich. In Usbekistan sind die Gaspreise sehr niedrig; trotzdem ist die Nachfrage nicht zu befriedigen. Verbund arbeitet derzeit gemeinsam mit Usbekistan an der Lösung dieses Problems. Grundsätzlich stellt sich nun virulent das Problem, daß der Weltmarkt-Ölpreis unter die magische Grenze von zehn Dollar/Barrel gesunken ist.

- Dr. Michael Wyzan (IIASA) analysierte die Bedeutung des Öl- und Gassektors für die Volkswirtschaften von Kasachstan und Turkmenistan. Er setzte sich mit ökonomischen Reformen in beiden Ländern auseinander und ging insbesondere auf die heikle Frage der künftigen Pipeline-Führung ein. Der Geopolitik des zentralasiatischen Bereiches zwischen Rußland, China, dem Iran und Afghanistan widmete er breiten Raum. -

- Letzlich stellte der Buchautor Mag. Vladimir Vertlib fest, daß sich nach dem Zerfall der Sowjetunion Zentralasien als Opfer einer jahrzehntelangen halbkolonialen Wirtschaftspolitik in der schlechtesten Startposition der GUS-Staaten befindet. Erst in letzter Zeit stabilisiert sich die Situation leicht. Die Ressourcen locken westliche Handelspartner und Investoren an; geopolitische Lage und Verkehrsinfrastruktur wirken jedoch hinderlich. Die Bindung an die GUS-Märkte bleibe stark. Der ÖGV bewies einmal mehr, daß er derzeit das bedeutendste wirtschaftliche Kompetenzzentrum für Zentralasien in Österreich ist.

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