Wirtschaftskammer warnt vor Nigerianischen Betrügern

Burger-Scheidlin: Betrüger machen auch bereits Jagd auf Gasthöfe und Privatpersonen

Wien (PWK) - Die Standardbriefe aus Nigeria, worin Geschäftsleute aufgefordert werden gegen eine Provision von 30 Prozent mitzuhelfen 35 Mio US-Dollar, die aus einer alten Internationalen Ausschreibung "übrig geblieben" sind, ins Ausland zu transferieren, sind bei den heimischen Betrieben vielfach schon bekannt. "Dennoch fallen immer wieder einige Naive auf die 'verlockenden Angebote' hinein", berichtet Maximilian Burger-Scheidlin, Leiter des Österreichischen Nationalkomitees der Internationalen Handelskammer in der Wirtschaftskammer Österreich. "In der ersten Welle waren die Schreiben vor allem an Firmeninhaber und Rechtsanwälte gerichtet. Dann kamen Ärzte und andere Selbständige an die Reihe und nun sind verstärkt Handwerker, Gasthöfe und Privatpersonen die Zielgruppe." ****

Neuerdings werden auch Gelder oder Goldmünzen des gestürzten zairischen Diktators Mobutu, die sein 'Assistent' in Nigeria auf der Flucht hinterlassen mußte, angeboten. Die Briefe werden aber nicht nur aus Nigeria, sondern auch aus Südafrika und England versendet, weiß Burger-Scheidlin, der sich schon sehr lange mit dieser Materie beschäftigt und Unternehmen darüber aufklärt.

Konkret kann dies so aussehen: Man bietet einem Unternehmer an, 30 Prozent des Geldes, das aus Nigeria kommen wird, als Erfolgsprämie behalten zu können. Man bittet ihn "nur" um blanko unterschriebenes Geschäftspapier, seine Bankkontonummer, den offiziellen Wortlaut desselben etc. Mit dieser Geschäftsverbindung kann folgendes geschehen:

1) aus Nigeria direkt: Das Blanko-Briefpapier wird ausgefüllt, an die Hausbank geschickt und diese darum gebeten zB 3 Mio Schilling auf ein Schweizer Bankkonto zu überweisen; oder die Daten werden als Referenz bei einer Kreditaufnahme und gemeinsam mit einem neuverfaßten Schreiben auf dem Firmenbriefpapier dazu verwendet, neue "seriöse Geschäfte" zu entrieren, für die dann möglicherweise der Unternehmer haftbar gemacht wird.

2) Der nigerianische "Partner" will nach Österreich kommen um die Geschäftsverhandlungen hier persönlich abzuwickeln. Damit er ein Visum bekommt, muß der Unternehmer für ihn eine offizielle Einladung gegenüber dem österreichischen Außenministerium abgeben und für durch ihn verursachte Kosten haften. "Nun könnte es sein, daß der 'Gast' vergißt seine Hotelrechnung zu bezahlen, auf Kosten des Unternehmers eine Tour durch alle Nachtclubs Wien macht oder vielleicht auch Drogen mitbringt um sein Taschengeld um ein paar Millionen aufzubessern. Und der "blauäugige" Unternehmer hat dann die Ehre mit ihm ins Gefängnis zu wandern", zeichnet Burger-Scheidlin ein realistisches Szenario.

Eine weitere Variation der Betrügerbriefe ist, daß der nigerianische Partner den Unternehmer zu Verhandlungen nach Lagos einlädt. Er holt ihn beim Flugzeug mit rotem Teppich und Limousine ab und bringt ihn direkt in die Stadt. Auf Grund "seiner guten Beziehungen" ist eine Paß- und Zollabfertigung nicht notwendig. Er bringt ihn in einen der zahlreichen Slums der Stadt, steckt ihn dort in ein Gefängnis und "ersucht" ihn seine Firma anzuweisen umgehend 5 Mio Schilling auf Konto XY zu überweisen. Auf die Empörung des österreichischen Unternehmers hin wird ihm sein nigerianischer "Freund" antworten, daß er illegal eingereist sei - ohne Stempel im Paß. Manche "Gäste", die nicht zahlen wollten verschwanden spurlos.

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