Dirnberger: Neumanns Äußerungen sind von der Angst um Einkommensverluste für Ärzte geprägt

Erweiterte Rezeptfreiheit erspart der Volkswirtschaft rund 2,5 Mrd. Schilling

Wien (OTS) - "Die Aussagen von Ärztekammerpräsident Neumann in der APA-OTS-Aussendung Nr. 209 von gestern beweisen nur, was ich festgestellt habe: Ärzte betrachten Gesundheitspolitik als ärztliche Standespolitik. Bedenklich wird das nur, wenn Neumann in seiner Aussendung erkennen läßt, daß er von grundlegenden Dingen des Gesundheitssystems keine Ahnung hat und davon mit wilden rhetorischen Rundumschlägen ablenken will", stellt heute AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger (ÖAAB) fest.

Neumann spricht sich in seiner Aussendung gegen die Selbstmedikation aus, weil "Patienten künftig Medikamente, die bisher die Krankenkasse bezahlt hätte, selber zahlen müßten." Dirnberger:
"Der Herr Präsident weiß offenbar nicht, daß auch rezeptfreie Medikamente, wenn sie bisher von der Krankenasse bezahlt wurden, auch weiterhin von der Kasse bezahlt werden, wenn der Patient mit einem Arztrezept kommt. Nur muß halt der Patient für z.B. Nasentropfen stundenlang beim Arzt warten. Das kann er sich ersparen, wenn er rezeptfreie Medikamente gleich in der Apotheke abholt. Mit seinen Aussagen beweist Neumann nur, daß er von der Volkswirtschaft und Betriebswirtschaft nichts versteht, was allerdings bei ihm als Arzt nicht, bei einem Primar allerdings schon wieder verwundert".

Untersuchung von Univ.Prof. Theurl bestätigt Dirnberger-Forderung nach mehr Selbstmedikation

Gemessen am Zeit- und Geldaufwand der Patienten und der Krankenkassen hilft mehr Rezeptfreiheit sparen. Das hat erst kürzlich Univ.Prof. Dr. Theurl vom Finanzwissenschaftlichen Institut der Uni Innsbruck errechnet (Ärztemagazin Ausgabe 43/98). Demnach würden sich die Krankenkassen 2 Milliarden Schilling ersparen, die gesamte Volkswirtschaft sogar rund 2,5 Milliarden Schilling. Beim Widerstand gegen eine Ausweitung der Rezeptfreiheit, so Dirnberger, geht es den Ärzten überhaupt nicht um mögliche Gefahren für die Volksgesundheit, die es übrigens in Ländern wie Deutschland oder der Schweiz mit viel mehr Rezeptfreiheit als in Österreich auch nicht gibt, sondern den Ärzten geht es nur um mögliche finanzielle Verluste. Das kann aber nicht die Leitlinie der Gesundheitspolitik von Parlament und Gesundheitsministerium sein, fordert Dirnberger Ministerin Hostasch und die in deren Ministerium angesiedelte Rezeptpflichtkommission zum patientenfreundlichen Handeln auf.

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