Seibersdorf-Entwicklung optimiert Aufdruckkontrolle bei Kunststofftuben. Der Prototyp zog auf der "Vision '98" in Stuttgart große Aufmerksamkeit auf sich

Seibersdorf (OTS) - Die Vollständigkeit und Richtigkeit von Hinweistexten auf Verpackungen aller Art schützt die Hersteller vor unliebsamen Rechtsfolgen. Speziell bei asiatischen und arabischen Schriftzeichen ist die exakte manuelle Kontrolle des Druckbildes praktisch nicht möglich.

Eine Entwicklung des Bereichs Produktionsinformatik der Austrian Research Centers (Österreichisches Forschungszentrum Seibersdorf) im Auftrag der Wiener Firma Tupack Verpackungs GmbH. kontrolliert automatisch auf Kunststofftuben aufgedruckte Texte. Probleme bei der Automatisierung dieser Kontrolle ergeben sich dabei aus den bewußt breiten Fertigungstoleranzen während der Produktion und dem Bedrucken von Kunststofftuben. "Die Tuben unterliegen bei der Fertigung Größenabweichungen und Verzerrungen, deren Kompensation den Einsatz komplexer Auswertealgorithmen erforderlich macht", erklärt Petra Tatzer, die maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des Prototypen hatte.

Die rund eineinhalb Jahre dauernde Entwicklungszeit des Aufdruckkontroll-Systems hat sich bezahlt gemacht. Ziel war die Erkennung kleinster Fehler bei großen Kontrollbereichen. Der Prototyp wurde auf der "Vision '98" in Stuttgart der Fachwelt präsentiert und stieß auf großes Interesse seitens der Haushaltsgeräte- und Druckmaschinenhersteller sowie der Sondermaschinenbauer.

Bei der Kontrolle des Druckbildes handelt es sich konkret um ein PC-basiertes Bildverarbeitungssystem, das automatisch die Vollständigkeit eines Textes überprüft. Dazu wird eine Tube auf einen Dorn plaziert und in Rotation versetzt, wobei das Textbild von einer CCD-Zeilenkamera (Charge Coupled Device) mit 2.048 Bildpunkten aufgenommen wird. Die Vollständigkeitskontrolle erfolgt durch den Vergleich mit dem vorher abgespeicherten Referenzbild. Hardware-Kompenenten sind neben der Kamera ein Industrie-PC mit PentiumII-Prozessor sowie die Mechanik zur Positionierung der Tube und eine Beleuchtungseinrichtung.

Die unter Windows NT 4.0 laufende Software -- auch MS 95 und 98 werden unterstützt - ermöglicht die einfache Definition der Referenzbilder und Prüfaufträge. Verschiedene Prüfvorgänge innerhalb eines Referenzbildes erfolgen komfortabel per Mausklick. Die Systemintelligenz erlaubt es zudem, unterschiedliche Empfindlichkeiten für die einzelnen Kontrollbereiche zu definieren. Dies ermöglicht die genaue Überprüfung kritischer Bereiche (z.B. Gesetzestexte), während Bereiche mit weniger hohen Genauigkeitsanforderungen fehlertoleranter kontrolliert werden. Die Systemsoftware realisiert die Bildaufnahme, -wiedergabe und -verarbeitung sowie Prüfstatistik und enthält eine Datenbank zur Verwaltung der Referenz- und Prüfdaten.

"Neben dem Einsatz bei der Produktion von Kunststofftuben eignet sich die Seibersdorf-Entwicklung ebenso für alle anderen Anwendungsbereiche, bei denen es auf die zuverlässige automatisierte Textkontrolle ankommt", so Tatzer. Die konsequente Weiterentwicklung des Prototypen dient der Verbesserung der Kontrolltätigkeit. Die weiteren Ziele bestehen in der Beschleunigung der Ergebnis-Auswertung durch den Einsatz digitaler Signalprozessoren, der Integration der Farbkontrolle durch die Verwendung von Farbzeilenkameras, der Adaption zur Kontrolle von flächigen Druckbildern sowie der Inlinekontrolle zur Erfassung sämtlicher Prüflinge während der Produktion.

(Siehe auch APA/OTS-Text)

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Mudri; Petra Tatzer Tel: 02254/780 Dw. 2705 bzw. 2709 E-mail:
robert.mudri@arcs.ac.at

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