Katastrophale Preissituation am Schweinemarkt

LR Blochberger: Importstopp und Sympathieaktionen

St.Pölten (NLK) - Angesichts der für die 22.000 niederösterreichischen und 100.000 österreichischen Schweinebauern katastrophale Preissituation forderte Agrar-Landesrat Franz Blochberger heute in Wien einen Importstopp und kündigte Sympathieaktionen für heimisches Schweinefleisch an. In den letzten Monaten sei der Preis, den die Bauern für ein Kilogramm hochwertiges Schweinefleisch erhalten, um die Hälfte auf rund 10 Schilling gesunken. Die Ursache dafür liege in einer europaweiten Überproduktion. Derzeit gebe es in Europa einen Überschuß von rund 400.000 Schlachtschweinen pro Woche, zurückzuführen auf eine massive Ausweitung der Schweinebestände etwa in Dänemark um 20, in Frankreich um 25 oder in Irland und Holland um 33 Prozent. Im Zusammenhang mit der Marktsituation in Rußland und Ostasien bewirke diese "Schweinemisere" nunmehr, so Blochberger, daß Schweinebauern auf den ohnehin überlasteten Markt drängen und ausländisches Schweinefleisch in Österreich die hohen Qualitätsstandards nicht mehr garantiert.

Um den heimischen Schweinefleischmarkt wieder in Schwung zu bringen, kündigte Blochberger eine Reihe von Sympathie- und Solidaritätsaktionen an. So werden Bezirksdelegationen des NÖ Bauernbundes die heimischen Schlachthöfe besuchen, um auf die Verantwortlichen einzuwirken, keine Schweine mehr zu importieren. Zudem wird am Freitag, 18. Dezember, der NÖ Bauernbund in einer großangelegten Sympathieaktion am Wiener Graben 3.000 Pakete Schweinefleisch verschenken. Ebenfalls der Sympathiewerbung für heimisches Schweinefleisch dienen Schnitzelverkostungen in Wiener Neustadt, Stockerau, St.Pölten, Amstetten, Tulln und Krems zwichen 18. und 21. Dezember.

Auf politischer Ebene kündigte Blochberger an, daß um die Jahreswende 300 Millionen Schilling von Bund und Ländern als Hilfe für Schweinebauern zur Verfügung gestellt werden, wovon auf Niederösterreich ein Anteil von 90 Millionen Schilling entfällt. Zudem stellt das Land weitere 4 Millionen Schilling zur Erhöhung der Förderintensität für die Tiergesundheitsdienste zur Verfügung. Die Kapitalrückzahlungen für Kredite im Rahmen des Sonderinvestitionsprogrammes werden um ein Jahr gestundet. Nicht zuletzt wird auch die AMA ihre Werbeaktivitäten verstärken.

Von der Bundesregierung forderte Blochberger zur allgemeinen Entlastung der Landwirtschaft die Anhebung des Mehrwertsteuer-Pauschalierungssatzes per 1.1.1999 von 10 auf mindestens 13 Prozen , die Einführung eines "grünen" Diesel, der von der Mineralölsteuer befreit ist, eine echte ökologische Steuerreform, eine verstärkte Forcierung nachwachsender Rohstoffe und ein Einwirken auf die EU zur Entlastung der Märkte. An die Sozialpartner lautet die Hauptforderung keine Billigimporte zuzulassen, wenn heimische Produkte in ausreichender Menge und bester Qualität vorhanden sind.

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