Dirnberger fordert Ärztekammerpräsident Neumann zum Rücktritt auf

Skandalöse Äußerungen des Kammerchefs erfordern politische Konsequenzen

Wien (OTS) - Die Forderungen von Ärztekammerpräsident Michael Neumann in der Ausgabe (Nr. 43/98) der Zeitschrift Ärztewoche zeigen einmal mehr, daß es den Ärzten nich um die Patienten geht, sondern nur um ihr Einkommen. Das stellte heute AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger (ÖAAB) fest und fordert Neumann zum Rücktritt auf: "Dieser Präsident hat mit seinen Ausagen sein wahres Gesicht gezeigt und ist als Gesundheitspolitiker untragbar. Hoffentlich sind sich das die Ärztinnen und Ärzte in Österreich bewußt".

Neumann nennt in der Ärztewoche die 180 Milliarden Schilling, die in Österreich jedes Jahr für Gesundheit ausgegeben werden, wörtlich "Trinkgeld". Dirnberger: "Jetzt wissen wir in welchen Kategorien Ärzte denken und was für sie Trinkgelder sind. Neumann hat jedes Maß verloren". Weiters hatte Neumann in der Ärztewoche gefordert, daß die gesetzliche Sozialversicherung in Zukunft im Gesundheitsbereich nur mehr Langzeitrisken und Hochrisken abdeckt. Den Rest müssen sich die Patienten nach den Vorstellungen des Primarius zusätzlich bezahlen. "Das wäre die Einführung des amerikanischen Gesundheits-un-wesens, in dem sich in den USA rund 20 Millionen Menschen eine Krankenversicherung gar nicht leisten können", so Dirnberger, und "wann immer es geht, sprechen sich die heimischen Ärzte gegen Verbesserungen zugunsten der Patienten aus, wann immer es im Interesse dieser Ärzte ist, bleiben die Patienten auf der Strecke".

Mehr Fachärzte und mehr Selbstmedikation sind zum Vorteil der Patienten

Der AK-Vizepräsident erinnert in diesem Zusammenhang an
1. die Weigerung der Ärzte, Zahnkronen billiger herzustellen
2. an die Weigerung mehr Planstellen für Fachärzte zuzulassen und damit die Wartezeiten der Patienten zu verkürzen

3. an den Widerstand gegen eine Ausweitung der Selbstmedikation, die in den Kassen Geld und den Patienten sogar Zeit und Geld erspart und

4. die Verhinderung einer vom Verschulden unabhängigen Entschädigung der Patienten bei ärztlichen Kunstfehlern, obwohl dies ausdrücklich im Regierungsübereinkommen vereinbart wurde

Gesundheitspolitik darf im Parlament und im Gesundheitsministerium nicht zur Standespolitik der Ärzteschaft verkommen

Dirnberger: "Daß sich die Ärzte dabei bisher weitgehend durchgesetzt haben, ist darauf zurückzuführen, daß in jenen Bereichen, in denen das Parlament zuständig ist, die dort sitzenden Ärzte alles bestimmen und wennn nötig verhindern. Die Ärzte, insbesondere deren Vertreter, gehören endlich zu Partnern der Patienten erzogen. Noch vorher verkommt aber im Parlament und im Gesundheitsministerium Gesundheitspolitik oftmals zur ärztlichen Standespolitik". Der AK-Vizepräsident kündigte für das kommende Jahr Aktionen gegen die Politik der Ärzte an, denn "Geusndheitspolitik darf nicht zur Standespolitik der Ärzteschaft verkommen."

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