1. Weltasthmatag am 11. Dezember 1998

Wien (OTS) - Initiiert von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der globalen Initiative für Asthma (GINA) und der europäischen Atemwegsgesellschaft wird auch in Österreich, gemeinsam mit der österreichischen Gesellschaft für Lungenerkrankungen und Tuberkulose und der Selbsthilfegruppe für Asthma, Allergie und Bronchitis -Österreichische LungenUnion am 11. Dezember der 1. Weltasthmatag stattfinden.

Asthma: Unterschätzte Gefahr

Jährlich sterben rund 2200 Österreicher an chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen, das sind rund 2,7 % aller Sterbefälle. Internationalen Untersuchungen zufolge ist die Lebenserwartung von Asthmatikern drastisch erniedrigt. Die Betroffenen sterben durchschnittlich um 18 Jahre früher ! Noch immer ist Asthma die einzige behandelbare Erkrankung mit steigender Todesrate.

Asthma und COPD*: Die häufigste Gesundheitsstörung im Kindesalter

In Österreich leiden mind. 6% der Bevölkerung, 500.000 Menschen an Asthma. Dramatisch ist die Entwicklung bei den Kindern. Rund 170.000 Kinder d.s. 10 % der österr. Kinder leiden vorübergehend oder bleibend an Asthma. Damit sind Asthma und andere chron. Atemwegserkrankungen die häufigste Gesundheitsstörung im Kindesalter. 60 % der Asthmaanfälle treten erstmals im Vorschulalter auf, 20 % in den ersten vier Schuljahren, der Rest später.

Tausende Asthmakranke sterben sinnlos

" Bei unserer heutigen modernen Medizin dürfte es eigentlich keinen einzigen Asthma-Toten mehr geben" behauptet der Generalsekretär der Österreichischen Lungen Union, Norbert Vetter. Trotzdem fallen immer mehr Menschen ihrer Atemnot zum Opfer. " Fast alle Todesfälle durch Asthma könnten vermieden werden, wenn Patienten und Ärzte Risikofaktoren und Anzeichen eines gefährlichen Anfalls kennen und besser beobachten würden", ist sich Vetter sicher. Leider werden Beschwerden oft viel zu spät erkannt oder auf die leichte Schulter genommen.

Schulung für Arzt und Patient

"Die Schulung der Patienten im richtigen Umgang mit ihrer Erkrankung ist ein zeitaufwendiger aber äußerst wichtiger Teil der Therapie" stellt der Präsident der Österreichischen Ärztekammer und Pulmologe, Michael Neumann fest. Aber auch Schulung will gelernt sein. "Ein eigener Arbeitskreis innerhalb der Österreichischen Gesellschaft für Lungenerkrankungen beschäftigt sich ausschließlich mit dem Thema Patientenschulung bei Asthma und chronischer Bronchitis, um dem Arzt das notwendige Rüstzeug zu vermitteln," erklärt Neumann, und setzt fort: "Darüber hinaus wird das Pulmologische Zentrum in Wien, das größte auf Lungenerkrankungen spezialisierte Krankenhaus Österreichs, im nächsten Jahr weitere Initiativen in dieser Richtung setzen".

Hilfe zur Selbsthilfe

Die Österreichische LungenUnion, Selbsthilfegruppe, gibt und vermittelt Anleitung zur Selbsthilfe. Sie will, daß Arzt und Patient im Thema dieser Erkrankung bewußter zusammenarbeiten. Sie strebt Partnerbewußtsein an: Der Arzt als Partner im Leben des Patienten, aber auch der Patient als Partner der Bemühungen des Arztes. Das Ziel ist der informierte Patient und die informierte Mitwelt des Patienten. Die ÖLU bietet an: Patientenschulungen nach den Richtlinien der Öst. Ges. für Lungenerkrankungen, Gesprächsrunden, Aufklärung und Information über das Krankheitsbild, Weiterbildung durch Vorträge und Diskussionsrunden ( Umwelt, Psychologie, Ernährung, Sport, Ganzheitsmedizin, etc.), Sprechstunden für Eltern von atemwegserkrankten Kindern, Informationsmaterial, Beratung.

Die Österreichische LungenUnion fordert

Für die Zukunft fordern wir:

*Verstärkte Anstrengungen im Bereich der Vorbeugung und Aufklärung ( Allergie, Asthma, chron. Bronchitis und Rauchen )

*Angebote der Sozialversicherungsträger allen Österreichern
die einfachsten diagnostischen Möglichkeiten ( wie z.B. die kleine Lungenfunktionsmessung beim Hausarzt ) zu gleichen Bedingungen zur Verfügung zu stellen.

*Die Bezahlung der großen Lungenfunktionmessung, durchgeführt vom Lungenfacharzt, durch die Sozialversicherungsträger.

*Unterstützung der Arbeit der Selbsthilfegruppen durch Abbau
von bürokratischen und finanziellen Auflagen.

*Unterstützung und Einbeziehung der Allergie und Asthma Selbsthilfegruppen beim Aufbau und Ausbau von Gesundheits- bzw. Lebensqualitätsförderungsnetzwerken.

Unterzeichner dieser Presseaussendung:

Österreichische Lungen Union
Österreichische Gesellschaft für
Lungenerkrankungen und Tuberkulose

*COPD: Chronic obstructive pulmonary disease chronisch obstruktive Atemwegserkrankung

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Rückfragen & Kontakt:

Prim.Dr.Michael Neumann Österreichische Gesellschaft für
Lungenerkrankungen und Tuberkulose Tel.: 01/ 910 60 41008

Für Interviews steht Ihnen Prim. Dr. Norbert Vetter, Generalsekretär
der Österreichischen Lungen Union und Pulmologe zur Verfügung:
Tel: 01 / 910 60 42008, Fax: 01 / 911 29 01

Otto Spranger
Österreichische Lungen Union
E-Mail: spranger@teleweb.at Tel/Fax: 01/ 419 98 98

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