Greenpeace: Wien-Besuche von Dzurinda und Trittin als Chance für Atomausstieg nutzen!

Offener Brief an Klestil, Klima und Schüssel: "Junktimierung zwischen slowakischem Atomausstieg und EU-Beitritt in erster Runde!"

Wien (OTS) - Als "Riesenchance für den europäischen Atomaustieg" bezeichnete Greenpeace die morgigen Wien-Besuche des slowakischen Premiers Mikulas Dzurinda und des deutschen Umweltministers Jürgen Trittin. In einem offenen Brief forderte Greenpeace daher Bundespräsidenten Thomas Klestil, Bundeskanzler Viktor Klima und Außenminister Wolfgang Schüssel auf, gegenüber Dzurinda eine klar ablehnende Position zu den slowakischen Atomkraftwerken Mochovce und Bohunice einzunehmen.

"Österreich darf erst dann für eine Aufnahme der Slowakei in die erste Runde der EU-Beitrittskandidaten eintreten, wenn die Weichenstellungen für eine atomkraftfreie Slowakei tatsächlich erfolgt sind - keinesfalls jedoch früher. Diese Chance zu vertun, wäre geradezu ein Verrat an den Schutzbedürfnissen der österreichischen Bevölkerung", erklärte Greenpeace-Sprecher Alexander Egit. Außerdem rief Greenpeace Dzurinda auf, die Schließung der Risiko-Reaktoren von Bohunice bis zum Jahr 2000 endlich fix zuzusagen.

Vom grünen deutschen Umweltminister Jürgen Trittin, der morgen zu einem Treffen mit seinem österreichischen Amtskollegen Martin Bartenstein nach Wien kommt, erwartet Greenpeace eindeutige, ökologische Kriterien für Atomkraftwerke der osteuropäischen EU-Beitrittskandidaten. "Deutschland übernimmt im ersten Halbjahr 1999 die EU-Präsidentschaft. Trittin muß daher noch vor dem Wiener EU-Gipfel unmißverständlich zu erklären, daß Schrottreaktoren im Widerspruch zu einem EU-Beitritt stehen. Er darf keineswegs zulassen, daß künftig die Internationale Atomenergiebehörde IAEO Kriterien für die Sicherheit von Reaktoren der Beitrittskandidaten definiert. Außerdem muß sich Trittin dafür einsetzen, daß EU-Mittel für nicht-nukleare, erneuerbare Energiealternativen zur Verfügung gestellt werden.", unterstrich Egit.

"Für Greenpeace wäre es eine ungeheuerliche Doppelmoral, wenn die deutsche Regierung den Atomausstieg zwar im eigenen Land durchsetzen will, aber nichts unternimmt um den Atomaustieg außerhalb Deutschlands voranzutreiben. Trittin muß daher verhindern, daß die deutsche Atomindustrie in Goldgräberstimmung ungehindert nach Osteuropa ausweicht und dort neue potentielle Tschernobyls errichtet." erklärte Egit abschließend.

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