Monkey Business... Schmutzige Geschäfte mit Primaten...

Wien (OTS) - Anläßlich des Wintermeetings der PSGB (Primate Society of Great Britain) am 2. Dezember "98 im London Zoo über den Beitrag von Zoos zur Schutz der Primaten kamen wichtige und teils erschreckende Informationen über schmutzige Geschäfte mit Primaten ans Licht. Das THWA fordert das Wirtschaftsministerium auf, keine Importgenehmigungen für wildlebenden oder im Herkunftsland im Gefangenschaft gezüchteten Affen mehr zu erteilen.

Die Rolle der Zoos als "Auslage" für wildlebende Tierarten ist längst überholt. Heutzutage tragen sämtliche Zoos auch zum Schutz der von Ausstreben bedrohten Tierarten, zur Erweiterung der wissenschaftlichen Kenntnis und zur Bewußtmachung des Publikums bei. Von den ca. 250 Primatenarten, die es jetzt noch gibt, steht die Hälfte unter Schutz; 25% sind bedroht. Für einige ernsthaft bedrohten Primaten bedeuten diese Zoos die Rettung vor dem Aussterben. DI Meg Verhees, Primatenreferentin des THWA: "Leider sind es derzeit nur noch zu wenig Zoos, die sich aktiv für den Schutz von bedrohten Primaten einsetzen. Manche Zoos bewirken genau das Gegenübergestellte, indem sie sich wildlebenden oder im Herkunftsland im Gefangenschaft unter oft schrecklichen Lebensbedingungen gezüchteten Primaten zulegen."

Obwohl schon jahrelang über "environmental enrichment" (die optimale Gestaltung der Gehege zur Entfaltung des artspezifischen Verhaltensmusters) in Zoos geredet wird, fristen noch immer sehr viele Affen ein elendes Dasein in viel zu kleinen und langweilig gestalteten Käfigen. Erst wenn die Tiere stereotypes oder abnormales Verhalten zeigen, ist man meist bereit, die Gehege umzugestalten. Christian Janatsch, Präsident des THWA: "Damit solches Problemverhalten schon gar nicht entsteht, müssen den artspezifischen Lebensansprüchen dieser sensiblen Tiere im Zoo Rechnung getragen werden. Artgerechte Haltung ist in einem Tierpark bzw. Zoo zwar nicht möglich, doch man kann die Tiere artgemäß halten, wie in ihrer natürlichen Umgebung."

Die ernsteste Bedrohung für wildlebenden Primaten stellt neben der Zerstörung ihres Lebensraums (v.a. durch die industrielle Ausbeutung von Tropenholz, das für fast 90% in die EU importiert wird!), der Handel mit Wildtierfleisch dar. Die überlebende Affenkinder werden als Schoßtiere verkauft und siechen langsam unter elenden Haltungsbedingungen dahin. Laut "Monkey World" in Großbritannien ist auch in Österreich die Polizei "95 auf ein illegales "Haustier" aufmerksam geworden. Freddy, der als acht Jahre alter Schimpanse im Europa-Park in Klagenfurt entdeckt und von Monkey World aufgenommen wurde, hat letztendlich seine Aggressivität zur Seite gelegt und fühlt sich in seiner momentanen 8-köpfigen Schimpansen-Junggesellengruppe wohl. "Das Wirtschaftsministerium hat die Kompetenzen, die Konvention für den internationalen Handel mit bedrohten Arten (CITES) in Österreich umzusetzen", meint DI Meg Verhees. "Das THWA fordert das Wirtschaftsministerium auf, keine Importgenehmigungen für wildlebenden oder im Herkunftsland gezüchteten Affen mehr zu erteilen, ob sie jetzt zur Versuchszwecken oder zur Unterhaltung dienen sollen."

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