LR Bauer: Warnung der Wirtschaftskammer NÖ vor Seibersdorf-Exodus kommt um Jahre zu spät

Land Niederösterreich zeigte wichtigster internationalen Forschungseinrichtung viele Jahre die kalte Schulter

St. Pölten, (SPI) - "Die Warnung der Wirtschaftskammer Niederösterreich im Zusammenhang mit der beabsichtigten
Absiedelung von Forschungsaktivitäten aus Seibersdorf und die beschlossene Resolution an das Land NÖ ist zwar ehrenvoll, aber wahrscheinlich auch um Jahre zu spät. Man kann die Bedenken der WKNÖ vor einer Schwächung des Wirtschaftsstandortes nur unterstreichen, doch man muß auch die Verantwortlichen in Seibersdorf verstehen - wenn man als ungeliebtes Kind behandelt
wird und nicht in die Forschungs- und Technologiepolitik des
Landes eingebunden wird, muß man sich einfach Alternativen überlegen”, stellt der Niederösterreichische Landesrat Dr. Hannes Bauer zu einer von der WKNÖ am 24. November verabschiedeten Resolution fest.****

Bereits im Jahr 1995 haben sich die NÖ Sozialdemokraten für eine strategische Allianz mit der wichtigsten internationalen Forschungseinrichtung in Niederösterreich ausgesprochen. Die SPÖ sprach sich bereits vor mehr als drei Jahren für eine Beteiligung des Landes aus, wobei man leider im Land und damit beim verantwortlichen Landeshauptmann auf taube Ohren stieß. Vor wenig mehr als einem Jahr kündigte LHStv. Liese Prokop an, daß sich das Land NÖ an Seibersdorf beteiligen werde. Das Land bot eine Million Schilling - angesichts der internationalen Dimension der
Einrichtung sicher zu gering. Ein weiteres Jahr zog ins Land - und geschehen ist nichts.

Heute zahlen wir mit dem bevorstehenden Auszug der "Denkfabrik” die Zeche für versäumte Gelegenheiten. "Im Juni 1998 erfolgte eine neuerliche Initiative, ich selbst habe Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll brieflich ersucht, dem Forschungszentrum Seibersdorf helfend unter die Arme zu greifen - bis heute vergeblich”, so Landesrat Bauer. Ich verstehe die NÖ Wirtschaftskammer und ich kann mich mit ihren Bedenken absolut identifizieren - doch über vergossene Milch nachzuweinen, ist vergebene Liebesmüh.

"Der verantwortliche Landeshauptmann macht sich nun Gedanken über eine "Zukunftsakademie”. Offensichtlich zählt in Niederösterreich nicht über Jahrzehnte gewachsene Kompetenz, sondern parteipolitische Schlagzeilenpolitik zum eigenen Vorteil. Warum neues schaffen, wenn dieses für lange Zeit nicht an den Standard des Forschungszentrums Seibersdorf herankommen kann. Andere Forschungs- und Technologieprojekte werden abgewürgt, weil Forschungs- und Technologiepolitik in diesem Land offenbar keinen Stellenwert besitzen. Die blaugelbe Wirtschaftskammer hat mit
ihrem Ansinnen meine vollste Unterstützung, doch sie wendet sich mit dem Globalbegriff "Land” eindeutig an die falsche Adresse. Vielleicht könnte ein entschlossenes Handeln noch einiges retten”, so LR Bauer abschließend.
(Schluß) fa

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