Apothekerkammer schlägt Verbesserungen des Kinderimpfprogrammes vor

Derzeit wird Impfstoff unkoordiniert und am tatsächlichen Bedarf vorbei verteilt

Wien (OTS) - Kritik übte heute die Österr. Apothekerkammer im Rahmen eines Pressegesprächs an der Durchführung des Kinderimpfprogrammes, das vom Gesundheitsministerium, Krankenkassen und den Bundesländern finanziert und organisiert wird. Wie die Kammervizepräsidenten Dr. Christiane Körner und Mag. Friedrich Hoyer erklärten, wird Impfstoff derzeit unkoordiniert und am Bedarf vorbei verteilt. Die Folge davon ist, daß von Bezirksbehörden und Ärzten zu viel bestellter Impfstoff verfällt und so Steuergeld vergeudet wird.

Hoyer: "Das Ministerium hat, in durchaus guter Absicht versucht, den Impfstoff an die Bezirksbehörden und Ärzte ohne den pharmazeutischen Großhandel und die Apotheken zu verteilen. Davon hat man sich Einsparungen erhofft. Aber ein seit Jahrzehnten gewachsenes, bestens bewährtes System kann nicht so ohne weiteres ersetzt werden." Während nämlich Großhandel und Apotheken ganz genau und zielgerichtet nach Bedarf bestellen und verteilen, ist das beim Kinderimpfprogramm nicht der Fall. Da der Impfstoff für Bezirksbehörden (Amtsärzte) und für praktische Ärzte und Kinderärzte gratis ist, wird oftmals am tatsächlichen Bedarf vorbei zuviel Impfstoff bestellt. Ein betroffener Apotheker berichtet von Ärzten, die abgelaufenen Impfstoff zur Entsorgung in die Apotheke bringen. Ein anderer Apotheker vermutet auf Grund eines Vorfalls beim Bestellen von Impfstoff, daß die Herstellerfirma ihre Monopolstellung ausnützt oder Impfstoffe ohne Chargenfreigabe an Ärzte verteilt.

Um derartige Mißstände künftig unterbinden zu können und das aufgewendete Steuergeld optimal einzusetzen, schlagen Hoyer und Körner folgendes Modell für die Verteilung der Kinderimpfstoffe vor:

Die Apotheker bestellen auf eigenes Risiko beim Großhandel die Impfstoffe und geben diese gratis an die Eltern ab. Die Verrechnung mit dem Bund/Land erfolgt über ein Gutscheinrezept, das die Eltern in der Apotheke abgeben. So könnte das bewährte Vertriebssystem von Großhandel und Apotheken sinnvoll eingesetzt werden, nur tatsächlich an Eltern abgegebener Impfstoff wird verrechnet. Ebenso wird bei der Abrechnung auf das System der Zentralen Rezeptverrechnung der Apothekerkammer im Verbund mit der pharmazeutischen Gehaltskasse zurückgegriffen. Über dieses System werden seit Jahrzehnten alle Kassenrezepte mit dem Hauptverband abgerechnet. Mit diesem System wäre auch eine, von der WHO schon oftmals geforderte Impfstatistik möglich. "Derzeit wird nur erhoben, wieviel Impfstoff verteilt wird, ob der verbraucht wird oder abläuft kann niemand feststellen. Wird aber, wie von usn vorgeschlagen, der Impfstoff in den Apotheken gegen ein Gutscheinrezept an die Eltern abgegeben, ist eine echte Statistik möglich, da die Erfahrung bei anderen Impfaktionen, wie z.B. der FSME-Impfung, zeigen, daß aus der Apotheke abgeholter Impfstoff zu 98% verimpft wird.

Darüber hinaus sind die Apotheker bereit, auf ihre Spanne bei der Abrechnung des Impfstoffes zu 80% zu verzichten, und würden nur einen Distributionsbeitrag verrechnen.

Die Schwachpunkte bei der derzeitigen Durchführung:

* Nicht bedarfsgerechte Impfstoffverteilung

* fehlende Möglichkeit die Verteilung zu korrigieren um ein Ablaufen der Impfstoffe zu verhindern

* Dokumentation und Statistik

Das Ziel der Österr. Apothekerkammer:
Ein optimaler Impfschutz für die Kinder

durch Gratis-Impfstoff von Bund, Ländern und HV

durch optimale Verteilung

durch lückenlose Statistik

Der Weg: Ein Konzept zur Organisation der Gratis-Kinderimpfungen, das die bewährten und hocheffizienten Strukturen der österr. Apotheken und des pharmazeutischen Großhandels nutzt und mit dem Netz der niedergelassenen Ärzte verknüpft.

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