Bartenstein verleiht Öko-Audit-Preise 1998

Vier Betriebe aus Oberösterreich und eine Branchenvereinigung aus der Steiermark als Preisträger

Wien (OTS) - Umweltminister Martin Bartenstein hat heute,
Dienstag, fünf österreichische Unternehmen mit dem Öko-Audit-Preis 1998 des Umweltministeriums ausgezeichnet, der heuer bereits zum vierten Mal vergeben wird. Geehrt wurden die BMW Motoren GmbH aus Steyr, das Landeskrankenhaus Kirchdorf (Oberösterreich), die Malervereinigung Graz, die Oberösterreichische Tierkörperverwertung aus Regau und die Linzer Elektizitäts-, Fernwärme und Verkehrsbetriebe AG (ESG). Die fünf Preisträger haben ein vorbildliches betriebsinternes Umweltmanagement-System
im Sinne des EU-weiten Öko-Audits aufgebaut.

Ziel des Wettbewerbs ist es, das Interesse der heimischen Wirtschaft an diesem System des betrieblichen Umweltschutzes zu fördern. Die gesetzlichen Grundlagen für dieses neuartige umweltpolitische Instrument, das auf Freiwilligkeit beruht,
bestehen seit 1995: Betriebe bauen ein betriebsinternes Umweltmanagementsystem auf und lassen ihre Umweltleistungen von zugelassenen externen Umweltgutachtern prüfen. Wer diese Prüfung besteht, wird in ein EU-weit aufgelegtes öffentliches Register eingetragen. Kriterium bei dem 1998 vom Umweltministerium ausgeschriebenen Wettbewerb war das interne Umweltprogramm, die betriebliche Umweltpolitik und - sofern bereits absolviert - die erste Umweltprüfung.

Bartenstein: Bald der 150. EMAS Standort in Österreich eingetragen

Umweltminister Bartenstein hob bei der Preisverleihung in Wien Österreichs führende Rolle beim Öko-Audit hervor. Seit 1995 haben sich 148 Betriebsstandorte ins Register eintragen können, die Eintragung des 150. Standortes sei noch heuer "in Reichweite".
Damit befinden sich knapp acht Prozent aller EU-weit auditierten Unternehmen in Österreich. Besonders großes Interesse zeigten bisher Unternehmen aus Oberösterreich (42 eingetragene Standorte), gefolgt von der Steiermark (30 Standorte), Tirol (19 Standorte), Vorarlberg (18 Standorte), Kärnten (8 Standorte), Wien (6 Standorte), Salzburg (5 Standorte) und dem Burgenland (3
Standorte).

Was die Ausweitung des Systems betrifft, ist Österreich der EU deutlich voraus. Ist europaweit derzeit nur eine Aufnahme von produzierenden Betrieben möglich, so bezieht Österreich versuchsweise weitere Branchen ein. Seit 1996 sind Audits auch für die Transportbranche und den Bankensektor möglich. Seit 1.Oktober 1998 können sich auch Dienstleister, Unternehmen aus dem Baugewerbe, Schulen, Krankenhäuser und die öffentliche Verwaltung freiwillig einer ÖKO-Auditierung unterziehen.

Ein Öko-Audit rechne sich für den teilnehmenden Betrieb, betonte der Minister. Eine Studie aus dem Jahr 1996 habe ergeben, daß die Unternehmen die Kosten für das Audit in durchschnittlich 14 Monaten wieder hereinspielen. "Es zeigt sich, daß beides möglich ist: die ökologische Orientierung eines Unternehmens und sein betriebswirtschaftlicher Erfolg", resümierte Bartenstein.

Bisher 100 Mio. Schilling Fördergelder für Öko-Audit- Betriebe

Eine Zwischenbilanz zog Bartenstein auch über die Öko-Audit-Förderaktion des Umweltministeriums. Bisher konnten im Rahmen dieser seit Frühjahr 1995 laufenden Aktion 262 Förderungen mit einem Gesamtvolumen von 100 Millionen Schilling zugesagt werden.
"In Österreich ist das Öko-Audit-System vielversprechend und -zieht man einen internationalen Vergleich heran - äußerst rasch angelaufen. Mit den bisher in die Standortliste eingetragenen Unternehmen nimmt Österreich Rang 2 hinter Deutschland ein", betonte der Umweltminister.

Die Preisträger 1998

Bei BMW in Steyr trägt ein umfassendes Qualitäts- und Umweltmanagementsystem wesentlich zum Erfolg des Unternehmens bei. Ein wesentlicher Faktor dabei ist die interne Vermittlung des Umweltschutz-Gedankens mit dem Ziel der Steigerung der Eigenverantwortlichkeit und der Mitarbeitermotivation.Unter
anderem sind dem Unternehmen in diesem Zusammenhang Beiträge zur Entlastung des Stoßverkehrs (flexiblen Arbeitszeitmodelle, Fahrgemeinschaften der Mitarbeiter und Werksbusse etc.) und die Einbeziehung der Nachbarn bei Aus- und Umbauten wichtig.

Die Linzer ESG konnte durch die Forcierung des Fernwärmeausbaus eine Reduzierung der Einzelofenfeuerung und damit eine
Verbesserung der Luftqualität erreichen. Durch den Bau einer Waschwasserreinigungsanlage konnte der Wasserbedarf um 70 % verringert werden. Durch Optimierung der Fahrweisen wurde der CO2-Ausstoß pro Kilowattstunde um 13 Prozent von 0,45 kg CO2/kWh auf 0,345 kg CO2/kWh gesenkt. Der Gesamtjahresnutzungsgrad der bestehenden Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage wurde von 53,3 Prozent im Jahr 1995 auf 65 Prozent im Jahr 1997 gesteigert. Durch die Realisierung von Mitarbeitervorschlägen konnte die Abwassermenge von rund 200.000 m³ im Jahr 1995 auf etwa 75.000 m³ gesenkt werden. Mit dem Einsatz neuester Brennertechnologie bei
Gasturbinen wurden Senkungen des NOx Ausstoßes bis zu 40 Prozent erreicht. Damit liegt die ESG europaweit im Spitzenfeld bei emissionsarmen Gasturbinen.

Für eine Pionierleistung im Umweltbereich erhält die Oberösterreichische Tierkörperverwertung den ÖKO-Auditpreis 1998. In seiner Umwelterklärung will das Unternehmen unter anderem den Energieverbrauch, den Dieselverbrauch und die Abfallmengen senken. Von ganz entscheidender Bedeutung ist die Verringerung der Geruchsemissionen und die Reinigung des bei der Verarbeitung der tierischen Abfälle entstehenden Abwassers.

Daß umweltfreunliches Handeln nicht nur für Großunternehmen interessant ist, zeigt die Preisverleihung an das
Landeskrankenhaus Kirchdorf oder die Malervereinigung Graz:

Bereits seit einigen Jahren verzichtet das LKH Kirchdorf auf
die Verwendung von Einwegprodukten. Der Wasserverbrauch wurde von 1995 bis 1997 um 25% reduziert. Im Energiebereich soll eine 25%ige Reduktion erzielt werden. Abfälle und Einsatzstoffe werden künftig stark vermindert. In der Organisation wird auf Schulungen gesetzt und die Beschaffung soll stärker umweltorientiert ausgerichtet werden.

Die Malervereinigung Graz verpflichtet sich zur
kontinuierlichen Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes und zur Einhaltung aller einschlägigen Umweltvorschriften. Durch Anwendung der besten verfügbaren Technologien - unter Berücksichtigung wirtschaftlich vertretbarer Gesichtspunkte -sollen die gesetzten Umweltziele erreicht werden. Die Hauptschwerpunkte der Umweltschutzaktivitäten sind die Schonung
der natürlichen Ressourcen und die Minimierung von Emissionen jeglicher Art. Umweltbezogene Schulungen und Motivation der Mitarbeiter sollen die Umsetzung des betrieblichen Umweltschutzes auch auf gesamter betrieblicher Basis gewährleisten.

(Schluß)

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