Gebert: Bürgermeister übergeben Memorandum zu Flughafen-Ausbauplänen

Derzeitige Masterplanung unzureichend, einzelne Gemeinden sprechen von "existensgefährdenden" Planungen

St. Pölten, (SPI) - "Der Masterplan 2015 der Flughafen Wien AG ist ein gewaltiger Eingriff in die Struktur der Region und der Anrainergemeinden. Die derzeit präsenten Unterlagen stellen aber auch, und das muß dezidiert angesprochen werden, eine für die Gemeinden als "unzureichend" zu bezeichnende Entscheidungsgrundlage dar, einzelne Gemeinden sehen die vorliegende Masterplanung als "existenzgefährdend" an", stellt der Schwechater SP-Landtagsabgeordnete Richard Gebert heute fest. Aus diesem Grund überreichen sieben Bürgermeister der Region morgen, den 2. Dezember, ein Memorandum zur Masterplanung 2015 an Dr. Johannes Coreth, den Aufsichtsratvorsitzenden der Flughafen Wien AG.****

"Mit der Masterplanung sind Chancen und Gefahren verbunden. Zum heutigen Zeitpunkt ist es für den Anrainergemeinden allerdings nicht möglich, den angeführten Ausbaumaßnahmen, insbesondere dem Bau der dritten Piste, positiv gegenüberzustehen. Es fehlen die verbindlichen Planungen, um die konkreten Auswirkungen auf die Entwicklung des Umlandes auch umfassend beurteilen zu können. So ist neben einer entsprechenden Konzeption der benötigten Verkehrsinfrastruktur besonders auf die Raumordnung und auf die Auswirkungen für die Bevölkerung Bedacht zu nehmen. Weder die Straßen-, noch die Bahn-, noch die raumordnungspolitische Gesamtplanung ist dem Masterplan entsprechend angeglichen worden. Damit fehlt zusätzlich zur Beurteilung der unmittelbaren Auswirkungen auf die Umlandgemeinden die Grundlage für eine Globalbetrachtung der zu erwartenden Verkehrsströme. Ohne konkrete Unterlagen sehen sich die Anrainergemeinden daher außerstande, in einen vertiefenden Diskussionsprozeß über die "Verwirklichung" der Masterplanung 2015 einzutreten", so Abg. Gebert, der sich vermittelnd an die Spitze der Bürgermeister gestellt hat.

Im Rahmen der Ausbaumaßnahmen der Flughafen Wien AG muß für die Region sichergestellt werden, daß die Anrainer nicht noch stärker belastet werden und parallel zügig an der Lösung der Verkehrsprobleme gearbeitet wird. Hier bestehen seitens der Anrainergemeinden die ärgsten Bedenken, daß diesen Forderungen nicht genügend Augenmerk geschenkt wird. So müssen die vorgeschlagenen Varianten im Detail -so auch betreffend der Flugbewegungsplanung - noch genau erläutert werden, damit die Bevölkerung auch wirklich umfassend informiert werden kann. Zum heutigen Zeitpunkt stehen für den Nachbarschaftsbeirat die negativen Auswirkungen im Vordergrund. Die Flughafen Wien AG sollte die kommenden Monate bis zum Jahr 2000 nützen, den Gemeinden verbindliche Entscheidungsgrundlagen zu liefern. Wenn diese Unterlagen vorliegen, sind die Anrainergemeinden gerne bereit, in einen vertiefenden Diskussionsprozeß einzutreten und ihre Verantwortung im Rahmen der "Masterplanung 2015" wahrzunehmen. Die Interessen der Gemeinden und der Bevölkerung müssen bei diesem Projekt aber höchste Priorität genießen.

"Der Süden Niederösterreichs ist eine siedlungs- und wirtschaftspolitische Kernregion Niederösterreichs, ja der Ostregion Österreichs. Vor allem durch die politische und wirtschaftliche Öffnung der östlichen Nachbarstaaten, die durch die derzeit in Planung befindliche EU-Osterweiterung noch verstärkt werden wird, entwickelte sich eine ehemalige Grenzregion Niederösterreichs ins Zentrum eines größeren, gemeinsamen Wirtschaftsraumes. Diese Entwicklung bedingt selbstverständlich auch die Übernahme besonderer Aufgaben, welche sich auch im Ausbau der vorhandenen bzw. geplanten Verkehrsinfrastruktur niederschlägt. Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen, die Interessen der Gemeinden und der Bevölkerung müssen bei diesem Projekt aber höchste Priorität genießen", so Gebert abschließend.

Die Unterzeichner des Memorandums im einzelnen: Heinz Krendl, Enzersdorf, Franz Bayer, Fischamend, Mag. Reinhard Gogola, Schwechat, Hans Stöckl, Zwölfaxing, Josef Pflug, Rauchenwarth, Helga Endler, Kleinneusiedl, Labg. Richard Gebert, Schwadorf.
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