Hoechst und Rhône-Poulenc wollen mit Aventis ein weltweit führendes Life Sciences-Unternehmen gründen / Teil 1

Frankfurt am Main (ots) - - Zusammenschluß der Life Science-Aktivitäten als erster Schritt zu einem "Merger of equals"

- Weltweit führende Position auf den Arbeitsgebieten Pharma und Landwirtschaft mit einem gemeinsamen Umsatz von 20 Milliarden US-Dollar

- Grundlage für ein nachhaltiges Wachstum: Erstklassige Ressourcen in Forschung und Entwicklung, eine solide Pipeline mit neuen Produkten, leistungsfähige Technologien sowie weltweite Marketing-und Vertriebsstrukturen

- Gemeinsames Management-Team zur Umsetzung der neuen Unternehmensstrategie und Unternehmenskultur ausgewählt

Jürgen Dormann, der Vorstandsvorsitzende der Hoechst AG, und Jean-René Fourtou, der Vorstandsvorsitzende der Rhône-Poulenc S.A., haben am Dienstag den geplanten Zusammenschluß der Life Sciences-Aktivitäten der beiden Unternehmen zu einer neuen Gesellschaft bekanntgegeben, die den Namen Aventis tragen soll. Aventis wird zu gleichen Teilen Hoechst und Rhône-Poulenc gehören und die Arbeitsgebiete Pharma und Landwirtschaft beider Unternehmen umfassen. Die gemeinsame Gesellschaft soll nach französischem Recht gegründet werden und wird ihren Sitz in Straßburg haben. Die geplante Gründung der Aventis ist der erste Schritt zu einem vollständigen Zusammenschluß von Hoechst und Rhône-Poulenc in zwei Stufen; vor einer endgültigen Fusion beabsichtigen beide Unternehmen, ihre verbliebenen Aktivitäten in der industriellen Chemie zu veräußern.

Mit einem pro forma Umsatz für 1997 von rund 20 Milliarden US-Dollar und etwa 95.000 Mitarbeitern wird Aventis zu einem weltweit führenden Life Sciences-Unternehmen mit Spitzenpositionen auf den Arbeitsgebieten Pharma und Landwirtschaft. Die neue Gesellschaft wird mit einem addierten Budget für Forschung und Entwicklung von rund 3 Milliarden US-Dollar über ein beachtliches Innovationspotential verfügen.

"Wir wollen ein neues Unternehmen schaffen, mit gemeinsamen europäischen Wurzeln und einer weltweiten Präsenz, um an den überdurchschnittlichen Wachstumschancen der Life Sciences teilhaben zu können. Eine neue Unternehmenskultur, ein höheres Budget für Forschung und Entwicklung, die Nutzung von Zukunftstechnologien, eine erweiterte Produktpipeline sowie leistungsfähige, weltweit ausgebaute Marketing- und Vertriebsstrukturen bilden eine solide Basis für nachhaltiges Umsatzwachstum und eine dauerhafte Steigerung der Rentabilität," sagten Jürgen Dormann und Jean-René Fourtou in einer gemeinsamen Erklärung.

Die Verbindung der Life Sciences-Aktivitäten beider Unternehmen soll zu einer höheren Effizienz führen. Das erwartete Synergiepotential beläuft sich jährlich auf rund 1,2 Milliarden US-Dollar, und soll im Laufe der nächsten drei Jahre erreicht werden; rund 60 % davon im Bereich Pharma, etwa 40% in der Landwirtschaft und anderen Arbeitsgebieten.

Zum Chairman des Board of Management (Vorstandsvorsitzenden) von Aventis soll Jürgen Dormann ernannt werden, Jean-René Fourtou soll Vice Chairman werden. Igor Landau und Horst Waesche sollen ebenfalls dem Board of Management angehören.

Das sogenannte Executive Committee von Aventis setzt sich neben den vier Mitgliedern des Management-Boards aus folgenden Mitgliedern zusammen: Alain Godard (Chief Executive Officer der Aventis Agriculture): Richard J. Markham (Chief Executive Officer der Aventis Pharma), Patrick Langlois (Chief Financial Officer), René Pénisson (Human Ressources) und Klaus-Jürgen Schmieder (Chief Administrative Officer).

Der Abschluß der Transaktion wird für Mitte 1999 erwartet, nachdem alle rechtlich erforderlichen Zustimmungen und Genehmigungen vorliegen.

Unternehmensprofil der Aventis: Konsequent auf Wachstum ausgerichtet

Als führendes Life Sciences-Unternehmen wird es Aventis möglich sein, von den Synergien zwischen Pharma und Landwirtschaft zu profitieren. "Die Entwicklung auf den Arbeitsgebieten ’Gesundheit für Mensch und Tier’ sowie Landwirtschaft wird von Innovationen und technologischem Fortschritt getrieben. Aventis verfügt über die Ressourcen, diese Entwicklungen mitzugestalten und auf allen Arbeitsgebieten von diesem Wissenszuwachs zu profitieren," erklärten Dormann und Fourtou.

Aventis hätte 1997 einen pro forma Umsatz von 20 Milliarden US-Dollar erzielt; davon wären 72% auf das Segment Pharma entfallen und 28% auf die Aktivitäten in der Landwirtschaft. In Europa wären dabei 42% des Gesamtumsatzes erzielt worden, 25% in den Vereinigten Staaten und 14% in Asien sowie 19% in den restlichen Wirtschaftsregionen.

Das pro forma Betriebsergebnis EBITDA (vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte einschließlich Geschäftswerte) hätte sich 1997 auf 3,8 Milliarden US-Dollar belaufen.

Aventis Pharma:

Stärkeres Wachstum durch neue Produkte und leistungsfähiges Marketing

Aventis Pharma soll folgende Arbeitsgebiete umfassen:
- Prescription Pharmaceuticals (Verschreibungspflichtige Medikamente): mit Hoechst Marion Roussel (HMR) und Rhône-Poulenc Rorer (RPR)

  • Vaccines (Impfstoffe): mit Pasteur Mérieux Connaught
  • Biologicals (Blutplasmaprodukte): mit Centeon, einem Unternehmen für Plasmaprodukte, das als ein zukünftiges Kerngeschäft vollständig im Besitz der Aventis sein wird.

Die Beteiligung der Hoechst AG an dem Diagnostika-Unternehmen Dade Behring in Höhe von 32,5% soll ebenfalls zur Aventis Pharma gehören.

Die Aventis Pharma verfügt in der Forschung und Entwicklung über eine höhere "kritische Masse", eine gut gefüllte Produktpipeline mit einer Vielzahl neuer Präparate und ein deutlich verstärktes Marketing, das vor allem auf wachstumsträchtige Produkte ausgerichtet ist. Die vereinten Ressourcen und das gemeinsame Potential der einzelnen Geschäfte sollen die Aventis Pharma zu einem der weltweit führenden Anbieter machen.

Leistungsfähige Pipeline mit neuen Produkten und hohem Innovationspotential

Die Pipeline der Aventis Pharma wird mehr als 60 Produkte enthalten. In den nächsten vier Jahren soll eine Reihe neuer Präparate ausgeboten werden; dazu gehören unter anderem:

- Cardiovascular Disease (Herz-/ Kreislauferkrankungen):
Cariporide, Refludan(r), Erweiterungen der Lovenox(r)-Produktlinie und AMP 579

  • Anti-Infectives (Antiinfektiva): Synercid(r) und Ketolide
  • Oncology (Krebs): Erweiterungen der Taxotere(r)-Produktlinie, p 53 Gentherapie, Flavopyridol(r) und orales Taxoid

- Vaccines (Impfstoffe): ImuLyme(r), Hexavac(r) sowie neue Impfstoffkombinationen für Erwachsene

- Asthma/Allergy (Asthma/Allergien): Kestine(r) sowie Erweiterungen der Produktlinien Allegra(r)/Telfast(r) und Azmarcort(r)

  • Diabetes: Insuman(r), Basal-Insulin und inhalierbares Insulin
  • Central Nervous System (Erkrankungen des Zentralen Nervensystems): Anti-Psychotikum MDL 100907 und Ritulek(r) gegen die parkinsonsche Krankheit

- Biologicals (Blutplasmaprodukte): Beriplast(r), Humate-P(r) und Anti-Thrombin III

- Bone/Hormone Replacement Therapy (Knochenerkrankungen und Hormonsubstitution): Actonel(r) und Trimigestone(r)

Die Aventis Pharma wird über eines der weltweit größten Budgets für Forschung und Entwicklung verfügen: 1997 hätten die Ausgaben rund 2,5 Milliarden US-Dollar betragen. Dazu kommt eine Reihe von Zukunftstechnologien, wie funktionale Genomanalyse, kombinatorische Chemie, Hochleistungs-Screening sowie Immunologie und Gentherapie. Diese Verbindung von Ressourcen und Fachwissen wird die Grundlage für ein nachhaltiges Wachstum des Unternehmens darstellen. Darüber hinaus hat die Aventis Pharma Zugang zu einem Netzwerk von internationalen Forschungspartnern im Bereich der Biotechnologie, vor allem in den USA, in Frankreich und Deutschland.

Leistungsfähiges Marketing - ausgerichtet auf wachstumsträchtige Produkte

Die Aventis Pharma wird mit ihrer Gründung eine führende Stellung bei wichtigen Therapien und Indikationen einnehmen: Das Unternehmen wird bei Impfstoffen weltweit an erster Stelle stehen, bei Blutplasmaprodukten an zweiter Stelle sowie bei der Behandlung von Herz-/ Kreislauferkrankungen und Diabetes an dritter. Bei Anitinfektiva, Asthma und Allergie wird Aventis Pharma den vierten Rang einnehmen. Für die Behandlung von Krebserkrankungen wird Aventis eine Vielzahl verschiedener Produkten anbieten können; vor allem Taxotere(r) sowie weitere neue Medikamente, Gentherapien und Anti-Tumor-Impfstoffe.

Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Aventis Pharma soll durch eine klare Fokussierung auf Produkte, die ein hohes Wachstumspotential aufweisen, gesteigert werden. Mit einem der leistungsfähigsten Marketing- und Vertriebsteams in der gesamten Pharmaindustrie wird Aventis Pharma zu einem attraktiven Partner für weltweite Lizenzvereinbarungen und Marketing-Abkommen.

Durch die verbreiterte Produktpalette wird die Aventis Pharma auslaufende Patente bei einzelnen Präparaten besser kompensieren können.

Im Rahmen einer konsequenten Ausrichtung auf Wachstumsprodukte wird sich Aventis Pharma von strategisch weniger bedeutenden Produkten trennen.

Ausbau der Marktstellung in den USA

Ein wesentliches Ziel der Aventis Pharma wird der Ausbau der Markstellung in den USA sein. Aventis wird dort über ein gemeinsames Vertriebsnetzwerk von mehr als 3400 Mitarbeitern verfügen, das weiter ausgebaut werden soll. Mit diesen starken Marketing-Ressourcen sollen vor allem Produkte mit hohem Wachstumspotential wie Allegra(r)/ Telfast(r) Lovenox(r) und Taxotere(r) im US-Markt noch besser positioniert werden. Neue Präperate in der Pipeline, die vor einer Ausbietung stehen oder kürzlich eingeführt wurden, wie Arava(r), Actonel(r), Cariporide, ImuLyme(r), Synercid und das Anti-Psychotikum MDL 100907 sollen ebenfalls davon profitieren.

Das weitere Wachstum auf diesem Markt soll zudem durch höhere Mittel für den Zugang zu neuen Technologien sowie Werbung und Verkaufsförderung gesteigert werden.

Management

Zum Chairman der Aventis Pharma soll Igor Landau ernannt werden, Richard J. Markham soll die Position des Chief Executive Officer einnehmen.

Das Unternehmen hat bereits ein internationales Management-Team benannt. Das Executive Committee der Aventis Pharma wird neben Richard J. Markham aus folgenden Mitgliedern bestehen: Jean-Jaques Bertrand (Deputy to the CEO sowie Chairman und CEO der Impfstoff-Aktivitäten), Daniel Camus (Chief Financial Officer), Frank Douglas (Chief Technology Officer), Bernard Dubois (Industrial Operations), Thomas Hofstätter (Strategy and Business Development), Peter Ladell (Special Projects), Gerold Linzbach (Human Ressources und Communications), Philippe Peyre (Integration Officer) und Thierry Soursac (Commercial Operations).

Ruedi Waeger wird Chief Executive Officer der Aventis Biologicals bleiben, die derzeit als Centeon firmiert.

Aventis Agriculture: Weltweit führende Position

Die Aventis Agriculture wird folgende Aktivitäten umfassen:
- CropScience: mit Hoechst Schering AgrEvo und Rhône-Poulenc Agro. Hoechst und Schering haben eine grundsätzliche Übereinkunft getroffen, nach der sich Schering an der Zusammenarbeit bei CropScience beteiligen wird; eine abschließende Vereinbarung soll folgen.

  • Animal Nutrition: derzeit ein Arbeitsgebiet von Rhône-Poulenc.
  • Animal Health: mit Mérial, einem Joint Venture (50:50) zwischen Rhône-Poulenc und Merck & Co. Das Tiergesundheitsunternehmen von Hoechst, Hoechst Roussel Vet, wird nicht zu Aventis gehören.

Vom Pflanzenschutz zur Pflanzenproduktion

Die Aventis CropScience wird mit starken Ressourcen in Forschung und Entwicklung, leistungsfähigen Technologien und einer breiten Produktpalette eine führende Rolle in einem Markt übernehmen, der sich zunehmend vom Pflanzenschutz zur Pflanzenproduktion entwickelt -vor allem durch das Zusammenwachsen von Chemie, Pflanzenzucht und Biotechnologie.

Mit deutlich ausgebauten Forschungs- und Entwicklungsressourcen wird die Aventis CropScience in der Lage sein, sich verstärkt auf dem Gebiet des Keimplasmas und neuer Technologien zu engagieren. In Verbindung mit einem Biotechnologie-Netzwerk soll die Forschung und Entwicklung der Aventis CropScience das Unternehmen auf den Märkten für Pflanzenschutz und Pflanzenproduktion mittelfristig und dauerhaft an die Spitze führen.

- Teil 2 folgt -

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