Kommissar Fischler: "Agenda" bringt Bauern neues Selbstbewußtsein

Wien (OTS) In seiner heutigen Rede zum 40-jährigen Jubiläum des europäischen Spitzenverbandes der Landwirte (COPA) in Brüssel betonte EU- Kommissar Fischler die Zukunftschancen, welche die Agenda 2000 für die europäische Landwirtschaft bietet. Die alles beherrschende Herausforderung für die künftige Agrarpolitik liege darin, "den Landwirten durch eine klare Zukunftsperspektive ein neues Selbstbewußtsein zu vermitteln". Allerdings bedürfe es einer beherzten und zügigen Umsetzung der Reformvorschläge, um das europäische Agrarmodell mit Leben zu erfüllen.

An die Adresse der Reformgegner gerichtet sagte Fischler: "Ich kann nur vor dem Sirenengesang warnen, welch eine bequeme Alternative eine Nichtreform wäre. Das wäre ein Danaergeschenk, das den Landwirten ähnlich zum Schaden gereichen würde wie das Holzpferd den Trojanern." Er unterstrich die Gefahr drohender Marktprobleme und Finanzierungsschwierigkeiten, falls in den kommenden Monaten keine von gemeinsamem Reformwillen getragene Einigung erzielt werden könne.

"Durch die Vorlage der Agenda 2000 ist in Europa eine intensive Diskussion über das europ"ische Agrarmodell in Gang gesetzt worden", stellte Fischler fest. Alle Beteiligten seien sich darüber einig, daß die europäische Landwirtschaft heute wie auch in Zukunft in der Lage sein müsse, fl"chendeckend alle ihre Funktionen erfllen zu k"nnen. Für Fischler ist dabei die Versorgung mit qualitativ hochwertigen Produkten entscheidend. Aber auch die anderen Funktionen für die Gesellschaft wie die Landschaftspflege und die Gestaltung der ländlichen Räume seien Bestandteil des multifunktionalen europäischen Agrarmodells. Mit Blick auf die WTO- Verhandlungen unterstrich Fischler, es müsse den Verhandlungspartnern klar sein, daß sie "an unserem Lebensnerv bohren, wenn sie das europäische Agrarmodell in Frage stellen".

Laut Fischler hat die europäische Landwirtschaft gute Gründe, nach einer Umsetzung der Agenda 2000 - neues Selbstbewußtsein an den Tag zu legen. Durch die stärkere Marktorientierung könnten die Landwirte wieder für den Markt - und nicht für die Marktintervention -produzieren. Die Gesellschaft erkenne die Direktzahlungen an die Landwirte immer stärker als Entgelt für deren Dienstleistungen an.

Einen weiteren Anlaß für ein neues Selbstbewußtsein sieht Fischler in der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit: "Eine wettbewerbsfähige Landwirtschaft ist auch eine selbstbewußte Landwirtschaft", sagte Fischler unter Hinweis auf die ermutigenden Ergebnisse der Agrarreform 1992. Daher habe die Kommission mit den jetzigen Reformvorschlägen ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit geschnürt.

Laut Fischler ist es entscheidend, daß die Marktreformen von einer Neuordnung der ländlichen Entwicklungspolitik begleitet würden. Nur so könne man den strukturellen Anpassungsprozeß in der Landwirtschaft und der Verarbeitungsindustrie unterstützen, die ländlichen Räume attraktiv erhalten und die Bauern auch psychologisch wieder in die Offensive bringen.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Gregor Kreuzhuber
Tel.: (00322) 29 66 565

Kabinett Fischler

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | EUF/OTS