Dirnberger: "Heiße Fracht" - Pseudomoderne ÖBB-Werbung schafft noch lange keine modernen Verhältnisse

Einem soll Diskrepanz zwischen Produkt und Werbung aufklären

Wien (OTS) - "Während auf ÖBB-Plakaten heiße Mädels Lust aufs Bahnfahren machen, frieren sich die Pendler die Nasen ab", kommentiert AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger (ÖAAB) die Diskrepanz zwischen Werbung und Produkt. Die jüngsten Berichte über die skandalös veralterten Zugsgarnituren der steirischen Ostbahn seien, so Dirnberger, nur die Spitze des Eisberges hoffnungslos überalterter Zugsgarnituren der auf "Heiße Fracht" anmachenden ÖBB. Bekomme etwa jeder Pendler und jede Pendlerin die ÖBB-Heiße Fracht zur Seite gestellt, um sich daran zu erwärmen?, hinterfragt Dirnberger die in 48 Stunden 70 lt Öl verbrauchenden alten Ungetüme von Loks, die stundenlang selbst vorgeheizt werden müssen, um zu funktionieren.

Dirnberger: "Das Flair etwa des Wiener Südbahnhofes ist als erste Einstiegsbarriere aufgebaut, die überalterten Zugsgarnituren, die Qualität der Speisewaggons und deren Preise sind weitere wirksame Hürden. Und wenn es, wie so oft überhaupt keinen Speisewaggon gibt, gibt es kaltes Essen aus dem Plastikpack zum Nichthungern als "Heiße Fracht"-Test für den Magen. Wie konnte die Werbeagentur der ÖBB Realität und Werbebotschaft so trennen?"

Pendler frustriert und Einem bohrt

Der Umstieg auf den öffentlichen Verkehr sei ein oberstes Ziel der Verkehrspolitik und gleichzeitig eine Notwendigkeit für die Pendler, die oft nur durch ihre Mobilität die Chance für einen Job haben, fordert Dirnberger eine Neuorientierung. Dirnberger: "Angesichts der zunehmenden Kritik über veralterte Zugsgarnituren der ÖBB stelle ich an Verkehrsminister Einem die Frage, wie viele neue, moderne Zugsgarnituren hätten den Fahrgästen mit den Geldern für die Probebohrungen am Semmering zur Verfügung gestellt werden können?" Bahnfahrer wundern sich etwa auf der Westbahn über die Qualität der in Linz Richtung Nürnberg abgekoppelten deutschen Waggons, die ihnen allen zeitgemäßen Komfort bis hin zu Steckdosen für Handy oder Notebook anbieten. "Minister Einem soll den Gegenwert seiner Probebohrungen der Öffentlichkeit offenlegen und die Pendler nicht weiter als eine amorphe Masse, die am wenigsten eine Lobby habe, behandeln", fordert Dirnberger Vergleichsziffern über die bisher durch die Bohrungen verloren gegangenen Zukunftsinvestitionen der ÖBB.

Statt Grüner Bank besser Einem aus dem Verkehr ziehen

Eine besondere Provokation der Bahnkunden sei die mit Jahresende abgeschaffte Grüne Bank, die das ständige Anstellen beim Fahrkartenschalter bisher erspart habe. Laut Auskunft von ÖBB-Bediensteten sei die von den Fahrgästen sehr gut angenommene Grüne Bank, berichtet Dirnberger, Personaleinsparungen bei den Schaffnern zum Opfer gefallen. "Statt Personalabbau und Kunden verprellen soll dieser leider noch immer amtierende Minister das Geld nicht länger vergraben", fordert Dirnberger den Verkehrsminister zu einer grundlegenden Kursänderung auf.

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