Verwendung von Spendengeldern muß überprüfbar sein !

Stellungnahme der Dreikönigsaktion zu den Medienberichten rund um World Vision

Wien (OTS) - Die Dreikönigsaktion, das Hilfswerk der Katholischen Jungschar, schließt sich der Stellungnahme der Koordinierungsstelle für internationale Entwicklung und Mission der Österreichischen Bischofskonferenz vollinhaltlich an. Wir bedauern, daß diese Entwicklungen bei World Vision Österreich ein schiefes Licht auch auf andere Organisationen werfen könnten, die verantwortungsbewußt und sparsam mit Spendengeldern umgehen. Die Dreikönigsaktion hat als eine der ersten Organisationen die Selbstverpflichtung der Koordinierungsstelle unterschrieben.

Diese Selbstverpflichtung ist ein Spendenkodex und stellt eine Art Gütesiegel dar. Der Spendenkodex garantiert für Transparenz und ordnungsgemäßen Ablauf bei Spendenverwaltung und Finanzabwicklung. Zusätzlich wird eine wahre, eindeutige und sachliche Spendenwerbung, die die Würde des Menschen wahrt, gefordert. Der zweckgebundene Einsatz der Spendengelder - eindeutiger finanzieller Nachweis über den Eingang und die bestimmungsgemäße Verwendung der Einnahmen -müssen überprüfbar sein.

Die Dreikönigsaktion kann auf eine über 40jährige erfolgreiche Arbeit verweisen. Sie hat eine Verantwortung den SpenderInnen und Sternsingern gegenüber. Diese "Hilfe unter gutem Stern" wird durch die Sternsinger erst möglich. Das sind in Österreich über 70.000 Kinder und über 30.000 Helferinnen und Helfer, die sich ganz konkret für andere Menschen engagieren. So ist das Sternsingen heute ein Musterbeispiel für lebendiges, sinnvolles Brauchtum. Dieser Brauch des Sternsingens gibt Kindern die Möglichkeit, die schrecklichen Bilder über die Not, die sie oft über die Medien mitbekommen, positiv aufzuarbeiten. Kinder bekommen damit eine in der heutigen Zeit wichtige Handlungsmöglichkeit.

Uns geht es um wirksame Hilfe, darum, daß für die Armen in der Dritten Welt ein besseres Leben möglich wird.

Aufgrund folgender Kriterien sehen wir eine optimale Spendenverwaltung und eine wirksame Hilfe gewährleistet:

- Wir arbeiten mit zuverlässigen Partnern in der
Dritten Welt zusammen.

- Jeder Projektantrag wird von den Fachleuten
der Dreikönigsaktion streng geprüft, bevor auch nur ein Schilling ausbezahlt wird

- Die Auswahl erfolgt nach strengen,
nachvollziehbaren Richtlinien: "Insbesondere geht es um eine hohe Beteiligung der Zielgruppe, um deren tatsächlichen Bedürfnissen zu entsprechen".

  • Laufende Kontrolle und Begleitung der Umsetzung;
  • Zusätzliche direkte Kontrolle durch Projektbesuche;
  • Kompetentes und ausreichend vorhandenes sowie erfahrenes Personal (auch direkte Erfahrung als EntwicklungshelferIn);

- Ein gutes Netzwerk, ein
Vertrauensverhältnis und eine Kooperationsbasis mit anderen kirchlichen Hilfswerken auf internationaler Ebene;

Der Spender muß wissen: Man kann nicht selbst alles überprüfen
- aber alles muß überprüfbar sein.

Wie sieht diese Hilfe konkret aus? Über 500 Projekte werden jedes Jahr finanziert und durchgeführt. Das sind seit Beginn der Aktion über 12.000 Projekte.

Die Einhaltung und die Richtigkeit der verpflichtungsgemäßen Handhabung werden laufend von unabhängigen, beeideten Wirtschafts-prüfern kontrolliert. Entsprechende Kontrolleinrichtungen innerhalb der Dreikönigsaktion, die Finanzabwicklung, Verantwortlichkeit und Zeichnungsberechtigung betreffend, sind ein weiterer wichtiger Faktor für eine reibungslose und positive qualitative Spendenverwaltung.

Die Werbe- und Verwaltungskosten einer Hilfsorganisation gelten allgemein als guter Indikator für ihre Effizienz. Österreichische Brancheninsider betrachten nach einer Untersuchung der Zeitung KONSUMENT vom Dezember 1992 10 % als Obergrenze.

Die Dreikönigsaktion garantiert eine möglichst sparsame Verwendung der Spendenmittel. 1997 wurden für die Werbung, Selbstdarstellung und Sammelkosten nach den Richtlinien der Selbstverpflichtung 2,3 % ausgegeben. Definition laut Selbstverpflichtung: "Dieser Bereich umfaßt alle Tätigkeiten, die die Organisation und ihre Leistungen in der Öffentlichkeit bekanntmachen und ihr jene Spendenmittel verschaffen sollen, die ihr die Erbringung der Leistungen ermöglichen."

Zum Beispiel:
+ Koordination der Sternsingeraktion;
+ Personal für Öffentlichkeitsarbeit;
+ Werbematerial;
+ Informationsmaterial über die Organisation;
+ Infrastruktur

Für die Projektvorbereitung und -durchführung werden 4,18 % ausgegeben. "Dieser Bereich umfaßt alle Kosten, die die unmittelbaren Leistungen an die Projektpartner im Süden erst möglich machen:

Projektfindung, -bewertung, -auswahl, -überprüfung und -durchführung."

Zum Beispiel:

+ Personal in der Projektabteilung;
+ Reisen in Zielländer;
+ Österreichweite Koordination der Projektentscheidungen;
+ Koordination mit internationalen Hilfswerken;

Die für die Effizienz der Dreikönigsaktion relevante Zahl für Verwaltungskosten ist demnach 6,48 % und mit anderen Werken vergleichbar.

Eine entwicklungspolitische Bildungsarbeit wird von unseren Projektpartnern in der Dritten Welt verstärkt gewünscht. Wir sind in vielerlei Hinsicht mit den anderen Teilen der Welt verflochten. Sei dies nun wirtschaftlich, politisch oder kulturell. In der Bildungsarbeit wollen wir die Anliegen der Dritten Welt hier bei
uns bewußt machen. 1997 wurden für Bildungsarbeit 2,82 % verwendet.

Wir bedauern, daß durch die berechtigte Medienkritik auch viele SpenderInnen verunsichert werden. Wir appellieren daher an die Verantwortlichen in den Medien, nicht nur die negativen Beispiele breitzutreten, sondern der Sache auch durch positive Beispiele zu dienen. Auf jeden Fall sollte vermieden werden, daß die notwendige Kritik an unseriösen Praktiken auf dem Rücken derer ausgetragen wird, die unsere Unterstützu= ng am notwendigsten brauchen. Diese Gefahr besteht, wenn die bestimmungswid= rige Verwendung von Spendengeldern als die Regel und nicht als Ausnahme hingestellt wird. Wir wollen und müssen im Interesse und aus Verantwortung für die Ärmsten der Armen unseren Blick in die Zukunft richten. Es braucht die Hilfe aller SpenderInnen mehr denn je - die Unwetterkastatrophe in Mittelamerika ist ein aktuelles Beispiel.

Die Sternsinger bitten um Spenden für Menschen in der Dritten Welt, die unsere Hilfe brauchen, um zu überleben. Ein Schwerpunkt unter vielen liegt heuer bei den Ureinwohnern auf den Philippinen. Sie bewohnten einst das ganze Land. Heute sind sie jedoch auf unzugängliche Gebiete zurückgedrängt. Durch die Zerstörung des Regenwaldes und der Ausbeutung von Bodenschätzen geht ihr Lebensraum verloren. Sie brauchen daher unsere Hilfe, um sich selbst helfen zu können. Wir glauben, daß dies auch den Österreicherinnen und Österreichern ein wichtiges Anliegen ist.

Der Jahresbericht der Dreikönigsaktion kann jederzeit unter der Telefonnummer (01/481 09 91) angefordert werden. Im Jahresbericht wird die Arbeit umfassend dokumentiert und offengelegt.

Weitere Informationen: Dreikönigsaktion, Ing. Heinz Hödl, Wilhelminenstraße 91/II f, 1160 Wien, Tel. (01) 481 09 91, Fax (01) 481 54 88, E-Mail: office@dka.at

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