Manager verlangen Steuerentlastung für Leistungsträger

Wirtschaftsforum der Führungskräfte (WdF) fordert: Steuerentlastung auch für Leistungsträger und Unternehmen -Ausgabenseitige Bedeckung durch Verwaltungsreorganisation und Privatisierung - Grundsteuer kein Tabu

Wien (OTS) - Der vorliegende Bericht der Steuerreformkommission
wird aus der Sicht des Wirtschaftsforums der Führungskräfte (WdF) den Anforderungen einer leistungs- und wirtschaftsfreundlichen Steuerreform nicht ausreichend gerecht. Die Interessensvertretung der österreichischen Manager bekräftigt daher ihre Forderung, daß die Reform nicht nur steuerliche Entlastungen für kleine Einkommen, sondern auch für Leistungsträger und Unternehmen bringen muß.

Konkret verlangt das WdF bei der Einkommensteuer eine günstigere Behandlung der Leistungstangente. Die Anpassung der seit rund zehn Jahren unveränderten Progressionsstufen an die heutigen Realitäten ist dafür unabdingbar. Weiters tritt das WdF für eine steuerliche Förderung der privaten Eigenvorsorge ein. Damit Leistungsanreize nicht mehr steuerlich diskriminiert werden, schlägt das WdF für die Besteuerung von Stock Options eine Anhebung des Limits auf 300.000 S p. a., die Anerkennung als Betriebsausgabe im Unternehmen sowie eine Verlagerung der Besteuerung bis zum Zeitpunkt des Verkaufs bzw. des Ausscheidens aus dem Unternehmen vor.

Im Bereich der Unternehmenssteuern wäre aus Sicht des WdF ein Splitting des Körperschaftssteuersatzes zur Stärkung der Eigenfinanzierung sinnvoll. Im Unternehmen verbleibende Gewinne sollten einem niedrigeren KöSt-Satz unterliegen als Ausschüttungen. Um der Diskriminierung von Eigenkapital gegenüber Fremdmitteln endlich ein Ende zu machen fordern Österreichs Manager die steuerliche Anerkennung einer fiktiven Eigenkapitalverzinsung. In Anbetracht des unmittelbar bevorstehenden Generationswechsels in vielen Familienbetrieben tritt das WdF zur Erleichterung des Unternehmensübergangs für eine Streichung der Erbschafts- und Schenkungssteuer auf Betriebsvermögen ein.

Die Bedeckung der Einnahmenausfälle müßte laut WdF in weit stärkerem Ausmaß als vorgesehen durch ausgabenseitige Maßnahmen erfolgen. Ansatzpunkte dafür sieht das WdF in einer drastischen Verwaltungsvereinfachung, der Reorganisation und Zusammenlegung öffentlicher Organisationen insbesondere im Bereich der Sozialversicherung, der Abschaffung von Bagatellabgaben, die einen höheren Verwaltungsaufwand verursachen als sie einbringen und der verstärkten Privatisierung öffentlicher Leistungen.

Einnahmenseitig seien allenfalls eine Erhöhung der Grundsteuer durch Erhöhung der irreal niedrigen Einheitswerte sowie eine Erhöhung der Kapitalertragssteuer akzeptabel. Letzteres allerdings nur bei einem Verzicht auf die geplante Aktiensteuer auf Kursgewinne. Den noch immer nicht voll entwickelten österreichischen Kapitalmarkt würde eine Aktiensteuer schwer belasten; wenn man aus populistischen Gründen Spekulanten bestrafen wolle, sei dazu auch eine Ausweitung der Spekulationsfrist auf drei Jahre geeignet.

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