Osteuropa als Hoffnungsmarkt für Österreichs Chemiebetriebe

Deutlicher Anstieg der Exporte - Direktinvestitionen stellen Erfolgspotential dar - Umsetzung der EU-Standards erwünscht

Wien (PWK) - Große Hoffnungen setzt Österreichs chemische Industrie trotz Rußlandkrise auf die riesigen Wachstumsmärkte Osteuropas. Lagen die Exporte heimischer Chemieunternehmen in diese Regionen 1996 noch bei 17 Milliarden Schilling, so konnten sie 1997 um 26 Prozent auf knapp 22 Milliarden Schilling gesteigert werden. Im heurigen Jahr rechnet der Fachverband der chemischen Industrie mit einem weiteren Anstieg um 7,3 Prozent auf rund 24 Milliarden Schilling. ****

Vor allem Pharmazeutika, Kunststoffwaren und -rohstoffe, Farben und Lacke sowie Wasch- und Reinigungsmittel aus Österreich finden bei den neuen Demokratien Mittel- und Osteuropas großen Absatz. Den beachtlichen Exporten stehen Einfuhren aus Osteuropa im Wert von lediglich rund 8 Milliarden Schilling gegenüber, was Österreich ein kräftiges Saldoplus mit diesen Handelspartnern beschert.

Mit rund 130 Millionen Menschen und einem steigenden Pro-Kopf-Einkommen gilt Osteuropa als Hoffnungsmarkt der Zukunft. Große Absatzpotentiale für Spezialchemikalien ortet auch Rudolf Loss, stellvertretender Fachverbandsvorsteher der chemischen Industrie:
"Wenn sich die Einkommens-Situation der Bevölkerung verbessert und die Industrie zunehmend modernisiert, wird die Nachfrage nach hochentwickelten Spezialchemikalien für die unterschiedlichen Einsatzgebiete steigen." Besonders österreichische Firmen könnten von einem durch die mögliche Osterweiterung der EU ausgelösten Modernisierungsschub in den beitrittswilligen Staaten profitieren.

Viele internationale Chemiekonzerne haben Österreich als Drehscheibe für den Handel mit den osteuropäischen Staaten auserkoren. Ihr Engagement lassen sich die österreichischen Betriebe einiges kosten: Seit der Ostöffnung wurden rund 8 bis 9 Milliarden Schilling in dieser Region investiert. "Direktinvestitionen in Mittel- und Osteuropa können beträchtliche Erfolgspotentiale für westliche Betriebe darstellen", bekräftigt Wolfgang Frank, stellvertretender Fachverbandsvorsteher.

Probleme gibt es derzeit allerdings noch mit den unterschiedlichen Marktkontrollsystemen. Während in Westeuropa sogenannte "Post-market-control"-Systeme für die Kontrolle der auf dem freien Markt befindlichen Produkte sorgen, müssen in Osteuropa noch viele Produkte vor ihrer Zulassung mehrere Prüfprozesse durchlaufen. Diese "Pre-market-control"-Systeme haben sich jedoch auf Grund ihres hohen Zeit-und Kostenaufwandes als beachtliche Handelshemmnisse erwiesen. Besonders die Seifen-, Wasch-, Putz- und Pflegemittelindustrie leidet unter diesen Bestimmungen. "Wir hoffen auf eine möglichst rasche Harmonisierung mit den geltenden EU-Standards", erklärte Friedrich Stara, Mitglied des Exekutivkomitees der chemischen Industrie.

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