Konjunkturhöhepunkt bei chemischer Industrie überschritten

Exporte stützen das Geschäft - Hoffnung auf Anziehen der Inlandsnachfrage im nächsten Jahr

Wien (PWK) - Nach einem erfreulichen Jahr 1997 verläuft die Konjunktur für Österreichs chemische Industrie seit Mitte des Jahres wieder gebremst. Mäßiges Inlandswachstum, sowie die Auswirkungen der Krisen in Asien und Rußland machen Österreichs Chemiebetrieben das Wirtschaften schwer. ****

"Insgesamt rechnen wir für 1998 mit einem reduzierten Wachstum von unter 5 Prozent. Damit erreicht die Chemie einen Produktionswert von 105 Milliarden Schilling", erklärte Fachverbandsvorsteher Josef Frick. Gedämpfte wirtschaftliche Perspektiven sieht er auch für das kommende Jahr: "Das Westeuropa-Geschäft und die Inlandsnachfrage versprechen eine gewisse Dynamik, wir hegen jedoch die Befürchtung, daß das Abflachen der Konjunktur in den USA und die Wirtschaftskrisen in Asien und Rußland ihre Auswirkungen zeigen werden."

Wichtige Impulse aus dem Exportbereich und ein Anziehen der Inlandsnachfrage sorgten für einen Aufschwung im ersten Halbjahr 1998, dem im Herbst jedoch nur mehr eine mäßige Aufwärtsentwicklung folgte. Zurückzuführen ist dies vor allem auf die Nachfrageschwäche wichtiger Abnehmerbranchen wie Baubereich, Landwirtschaft oder Papiersektor sowie das global schlechte Konjunkturklima. Davon betroffen waren vor allem die Bereiche Anorganika, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel und Klebstoffe. Unterdurchschnittlich entwickelten sich auch Anstrichmittel und Druckfarben, Kunststoff-Rohstoffe sowie Seifen-, Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel. Steigende Umsätze konnten bei Pharmazeutika, Chemiefasern und Technischen Gasen verzeichnet werden.

Obwohl die direkten Exporte der österreichischen Chemieunternehmen nach Ostasien und Rußland nur bei etwa sechs Prozent liegen, bekommen auch sie die Krisen zu spüren. Durch den Versuch betroffener Betriebe, die für diese Regionen gedachten Lieferungen vermehrt in Europa zu plazieren, wurde ein steigender Wettbewerbs- und Preisdruck auch auf den angestammten Märkten der österreichischen Chemie registriert.

Als Wachstumsmarkt gelten dagegen die osteuropäischen Länder, allen voran die EU-Beitrittskandidaten, für die die Rußlandkrise auf Grund ihrer Westorientierung keine unmittelbare Bedrohung darstellt. Mit einer hoch positiven Handelsbilanz - Exporten im Wert von rund 14 Milliarden Schilling stehen lediglich Importe in Höhe von 5 Milliarden Schilling gegenüber - profitiert Österreichs Chemie eindeutig von der Ostöffnung. Erfolgreich erwiesen sich 1998 auch die Exporte nach Amerika: Hier konnte ein Rekordwert von 6,5 Milliarden Schilling und somit eine Verdoppelung in den letzten drei Jahren erzielt werden.

Insgesamt zeigt sich die Chemie-Handelsbilanz jedoch traditionell negativ. Mit einem Wert von 120 Milliarden Schilling liegen die Importe noch immer deutlich über den österreichischen Ausfuhren und zeigten 1998 zudem stark steigende Tendenz.

Derzeit sind in der chemischen Industrie rund 41.900 Mitarbeiter beschäftigt. Die Beschäftigtenzahl liegt damit um 600 unter jener des Vorjahres - sie wird sich auch im kommenden Jahr weiter reduzieren. Die Gründe dafür liegen in den im internationalen Vergleich hohen Personalkosten, aber auch, weil Beschäftigten-Abbau durch Ausgliederung erfolgt.

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Dr. Johann Pummer

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