AK fordert EU-weites Verbot von Antibiotika im Tierfutter

Auch in der Tiermedizin maßvoll anwenden

Wien (OTS) - Die AK kritisiert die hemmungslose Verwendung von Antibiotika als Futtermittelzusatz bei Tieren: Diese Zusätze als Leistungsförderer führen nicht nur zur rascheren Gewichtszunahme, es bilden sich auch vermehrt resistente Keime gegenüber Antibiotika. Eine wirksame Anwendung von Antibiotika in der Tier-und auch in der Humanmedizin kann dadurch in Zukunft zunehmend schwieriger werden, sagen die AK Konsumentenschützer. Daher müsse ein EU-weites Verbot von Antibiotika in Tierfuttermitteln kommen sowie eine Einschränkung des Einsatzes von Antibiotika in der Tiermedizin. Dafür soll Landwirtschaftsminister Molterer sorgen, verlangt die AK. ****

"Die züggellose Verwendung von Antibiotika als Zusätze in Tierfütterungsmitteln muß drastisch reduziert werden," verlangen die AK Konsumentenschützer. So wurden EU-weit bei einem Gesamtantibiotika-Einsatz im Tierbereich von rund 5.000 Tonnen alleine 1.600 Tonnen Antibiotika als Leistungsförderer in Futtermitteln eingesetzt.
Die AK fordert ein EU-weites Verbot von Antibiotika in
Futtermitteln und eine maßvolle Anwendung als Therapeutika in der Tiermedizin. Der Einsatz dieser Stoffe als Leistungsförderer zur rascherern Gewichtszunahme widerspricht den Konsumentenerwartungen und zieht das Risiko einer vermehrten Antibiotika-Resistenzbildung von pathogenen Keimen nach sich. Dadurch kann es mit der Zeit
immer schwieriger werden, bakteriell verursachte Erkrankungen im Tierbereich und vor allem auch bakteriell bedingte Infektionskrankheiten des Menschen mit herkömmlichem Antibiotika effektiv zu behandeln. In regional stark unterschiedlichen
Ausmaßen sind Antibiotikaresistenzen beispielsweise bei Salmonellen, Campylobakter, Enterokokken, Staphylokokken oder Escherichia Coli.

Reichliche Bedenken
In Schweden wurde bereits 1986 Antibiotika in der Tierernährung verboten.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht den Einsatz von Antibiotika in der Tierernährung ebenfalls sehr kritisch.
Der Wirtschafts- und Sozialauschuß der EU hat die Beschränkung von Antibiotika auf medizinische Indikationen gefordert. Die Abgabe
soll nur nach Verschreibung durch den Veterinär erfolgen und die Verwendung soll auf europäischer Ebene beobachtet werden. Es soll auch die Entwickung der Antibiotikaresistenzen bei tier- und humanpathogenen Keimen in allen europäischen Ländern konsequent überwacht, kontrolliert und dokumentiert werden.

Rasch handeln
Agrarkommissar Fischler hat kürzlich einen Vorschlag unterbreitet, wonach vier Antibiotika verboten werden sollen - Spiramycin, Virginiamycin, Tylosin und Zink-Bacitracin. Der
Kommissionsvorschlag wird vom Ständigen Futtermittelausschuß im Dezember abgestimmt.

Unerklärlich ist für die AK allerdings die Haltung des österreichischen Landwirtschaftsministeriums, das in der Frage der möglichen Resistenzbildung noch keinerlei Bedenken geäußert hat. Landwirtschaftsminister Molterer soll ein klares Bekenntnis zum europäischen Verbot aller antibiotischen Leistungsförderer in Futtermittel und einer grundsätzlichen Reduktion des Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung ablegen.

Die AK verlangt ferner, daß die EU Kommission noch während der österreichischen EU Präsidentschaft verpflichtet werden soll, bei den anstehenden Neubewertungen und Zulassungen der Futtermittelzusatzstoffe mit Einschränkungen vorzugehen. Nach Ansicht der AK soll die Verwendung von Antibiotika in der Tierhaltung auf die Behandlung von Krankheiten nach tierärztlicher Verschreibung beschränkt sein. Darüberhinaus muß die weitere Entwicklung von Antibiotikaresistenzen von tier- und
humanpathogenen Keimen EU-weit konsequent überwacht und kontrolliert werden, so die AK.

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