Wird 1. Hochgebirgsbahn der Welt UNESCO-Welterbestätte?

Semmeringbahn: Die Entscheidung fällt in diesen Tagen!

Wien (OTS) - Mit Spannung erwartet man bei der Naturschutzorganisation ALLIANCE FOR NATURE die Entscheidung des UNESCO-Welterbe-Komitees, das vom 30. November bis 5. Dezember seine Sitzung in Kyoto (Japan) abhält und darüber entscheidet, welche Naturlandschaften und Kulturdenkmäler von "außergewöhnlichem universellem Wert" zu "World Heritage Sites" (Welterbestätten) erklärt werden (1). Insgesamt sollen rund 40 bis 60 Welterbe-Kandidaten auf der Tagesordnung stehen.

Für die Republik Österreich geht es hierbei insbesondere um die Semmeringbahn, die bereits im September 1995 auf Initiative der ALLIANCE FOR NATURE zur Aufnahme in die Welterbe-Liste nominiert wurde.

Weshalb das UNESCO-Welterbe-Komitee bis heute keine Entscheidung zur Semmeringbahn gefällt hat, liegt daran, daß es derzeit keine einzige Eisenbahnstrecke weltweit gibt, die zur UNESCO-Welterbestätte erklärt wurde. Deshalb wurde vom Welterbe-Komitee eine internationale Vergleichsstudie in Auftrag gegeben, in deren Rahmen auch eigene Kriterien für "World Railway Heritage Sites" (Eisenbahn-Welterbestätten) erstellt wurden. Zu diesem Zweck hat die ALLIANCE FOR NATURE auch eine eigene wissenschaftliche Dokumentation (2) über die Semmeringbahn erstellen lassen und der UNESCO zur Verfügung gestellt.

DI. Christian Schuhböck, Generalsekretär der ALLIANCE FOR NATURE und Initiator der Initiative "Weltkulturerbe Semmeringbahn" ist zuversichtlich, daß das Welterbe-Komitee die Semmeringbahn als erste Eisenbahnlinie der Welt zur "World Heritage Site" erklärt: "Denn die voll in Betrieb stehende Semmeringbahn erfüllt alle Kriterien für "World Railway Heritage Sites". Außerdem gibt es eine positive Empfehlung seitens des "Internationalen Rates für Denkmalpflege" (ICOMOS) (3), der die UNESCO in den Angelegenheiten der Kulturdenkmäler berät.

Für ALLIANCE-Generalsekretär Christian Schuhböck wäre eine positive Entscheidung die Krönung der Initiative "Weltkulturerbe Semmeringbahn", die er 1993 ins Leben rief.

Sollte die Semmeringbahn mit ihren 16 Tunnels und 16 teils zweistöckigen Viadukten diese hohe Auszeichnung erhalten, würde ihr der Schutz der internationalen Staatengemeinschaft und weltweites Ansehen zuteil. Dies wiederum käme der gesamten Semmering-Region zugute und würde den qualitativen (sanften) Fremdenverkehr fördern.

Der (bisherige) Verlauf der Initiative "Weltkulturerbe Semmeringbahn":

Novemer 1972: Die Generalkonferenz der UNESCO beschließt die "Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt" (Welterbe-Konvention), die im Dezember 1975 in Kraft tritt.

Bislang gibt es 552 Welterbestätten in 112 Ländern: 114 Naturlandschaften, 418 Kulturdenkmäler, 20 gemischte Natur- und Kulturerbestätten.

1991: Seit diesem Jahr setzt sich die ALLIANCE FOR NATURE für den Beitritt Österreichs zur Welterbe-Konvention ein.

Januar 1993: Die ALLIANCE FOR NATURE schlägt den Bundesländern Niederösterreich und Steiermark sowie dem (damaligen) Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung die Nominierung der Semmeringbahn als Welterbestätte vor.

März 1993: Die Republik Österreich tritt der Welterbe-Konvention bei.

September 1993: Der Landeshauptmann von Niederösterreich teilt der ALLIANCE FOR NATURE mit, daß das Land Niederösterreich die Semmeringbahn (und die Wachau; ebenso ein Vorschlag der ALLIANCE FOR NATURE) für die Nominierung als Welterbestätte vorschlägt.

November 1993: Das Amt der Steiermärkischen Landesregierung teilt der ALLIANCE FOR NATURE mit, daß das Land Steiermark die Semmeringbahn nach der Welterbe-Konvention nominiert.

Dezember 1993: Die ALLIANCE FOR NATURE startet eine österreich-weite Unterschriftenaktion und Öffentlichkeitskampagne für die Nominierung der Semmeringbahn als Welterbestätte.

April 1994: Konferenz des Bundes und der Bundesländer, bei der die Aufnahme der Semmeringbahn in die sogenannte "tentative list" (vorläufige Liste: Vorschlagsliste) potentieller Welterbestätten Österreichs beschlossen wird.

September 1995: Die Republik Österreich nominiert ihre ersten potentiellen Welterbestätten: das Schloß Schönbrunn, die Altstadt von Salzburg und die Semmeringbahn.

Dezember 1996: Das UNESCO-Welterbe-Komitee beschließt die Aufnahme des Schlosses Schönbrunn und der Salzburger Altstadt in die Welterbe-Liste sowie die Erstellung einer internationalen Vergleichsstudie zur Semmeringbahn.

Jan.-Nov. 1997: Die ALLIANCE FOR NATURE läßt eine eigene wissenschatliche Dokumentation erstellen, die zum Schluß kommt, daß die Semmeringbahn die erste Hochgebirgsbahn der Welt ist.

Februar 1998: Die ALLIANCE FOR NATURE stellt dem "Institute for Railway Studies" in York (England), welches im Auftrag von ICOMOS/UNESCO die Kriterien für Eisenbahn-Welterbestätten erstellt, die wissenschaftliche Dokumentation über die Semmeringbahn zur Verfügung.

März 1998: Bei der internationalen "World Railway Heritage Converence" in York (England) präsentiert die ALLIANCE FOR NATURE die Semmeringbahn als erste Hochgebirgsbahn der Welt und potentielle Eisenbahn- Welterbestätte.

Sept./Okt. 1998: Die internationale Vergleichsstudie wird fertiggestellt. ICOMOS teilt der ALLIANCE FOR NATURE mit, daß es eine positive Empfehlung an das UNESCO-Welterbe-Komitee für die Aufnahme der Semmeringbahn in die Welterbe-Liste geben wird.

(1) = Die Erklärung von Naturlandschaften und Kulturdenkmälern zu "World Heritage Sites" (Welterbestätten) erfolgt gemäß der internationalen Unesco-"Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt".

(2) = Im Rahmen dieser Dokumentation wurde die Semmeringbahn mit allen weltweit bedeutenden Eisenbahnstrecken, die zur damaligen Zeit gebaut wurden, verglichen.

(3) = ICOMOS = International Council of Momuments and Sites

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