Stellungnahme der AGEZ anlässlich der Medienberichte über "World Vision"

Wien (OTS) - Die Arbeitsgemeinschaft Entwicklungszusammenarbeit -AGEZ als Dachverband von 30 entwicklungspolitisch tätigen Organisationen bedauert die Situation, die durch die World Vision, das nicht AGEZ/Mitglied ist, hervorgerufen wurde:

World Vision wurde immer wieder vorgeworfen, daß der Fluß der Spendengelder nicht vollständig nachvollziehbar sei. Auch kam es immer wieder im Zusammenhang mit den Kinderpatenschaften zu schweren Vorwürfen gegenüber World Vision.

World Vision Österreich hat versucht, bei der AGEZ Mitglied zu werden, was einerseits aufgrund mangelnder Transparenz in Finanzangelegenheiten und andererseits aufgrund entwicklungspolitischer Vorbehalte von der AGEZ abgelehnt wurde. AGEZ-Mitglieder müssen ihren geprüften Jahresabschluß und ihren Jahresbericht der AGEZ zur Verfügung stellen.

Die AGEZ bedauert zutiefst, daß durch die jetzt öffentlich gewordenen Anschuldigungen einerseits wohlmeinende Spender verunsichert werden und andererseits die Spendenbereitschaft für seriöse Organisationen beeinträchtigt wird. Die Leidtragenden solcher Vorkommnisse werden die unmittelbar Betroffenen, nämlich die Ärmsten der Armen im Süden, sein.

Die AGEZ fordert daher, daß die Vereinsgesetzgebung in Österreich nach modernen Gesichtspunkten, insbesondere für Spendenvereine, neugeordnet wird. Seit Beginn 1997 arbeitet eine interministerielle Arbeitsgruppe an der Reform des Vereinsrechtes. Diese Verhandlungen sind ins Stocken geraten. Die AGEZ schlägt daher vor, daß sich das Justizministerium mit den wichtigsten Dachverbänden von Spendenorganisationen zusammensetzen möge, um ein Vereinsrecht, das allen Anforderungen gerecht wird, zu entwickeln.

Die AGEZ fordert weiters, daß schon jetzt öffentliche Stellen potentielle Antragsteller genauer überprüfen, bevor sie diese Mittel für ihre Projekte zur Verfügung stellen. Es ist weiterhin zu verifizieren, ob die entwicklungspolitischen Prinzipien der antragstellenden Organisation den Leitideen der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit, wie sie im Dreijahresprogramm 1998-2000 dargelegt werden, entsprechen.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Brigitte Ornauer,
AGEZ-Geschäftsführerin
Tel./Fax: 01/317 40 16

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS