IKONEN AUF PAPIER Wiener Drucke des 18. und 19. Jahrhunderts

Wien (OTS) - Pressepreview:Donnerstag, 17. Dezember 1998, 10.30 Uhr Ort:MAK-Kunstblättersaal
MAK - Österreichisches Museum für angewandte Kunst Stubenring 5, A-1010 Wien

Ausstellungsdauer: 18. Dezember 1998 - 28. Februar 1999 Öffnungszeiten: Di - So 10.00 - 18.00 Uhr
Do 10.00 - 21.00 Uhr, Mo geschlossen

Die Ausstellung Ikonen auf Papier, die vom 18.
Dezember 1998 bis 28. Februar 1999 im MAK-Kunstblättersaal zu sehen ist, zeigt die bemerkenswerte Entwicklung der Herstellung gedruckter Papierikonen der Wiener orthodoxen Griechen im 18. und 19. Jahrhundert auf. Die neben den ersten griechischen Zeitungen und Zeitschriften von griechischen Druckereien in Wien produzierten Ikonen auf Papier wurden als Andenken verschenkt oder für Spendensammlungen verwendet. Zu den Auftraggebern zählten viele orthodoxe Klöster und Gemeinden aus dem österreichisch-ungarischen Raum und dem Osmanischen Reich. Zwei Gründe waren für die Errichtung der griechischen Druckereien in Wien ausschlaggebend: erstens die beiden geschichtsträchtigen Kirchengemeinden in Wien (die Kirchengemeinde zum Hl. Georg der osmanischen Untertanen und die Gemeinde zur Hl. Dreifaltigkeit der dem Kaiserreich eingebürgerten Griechen); und zweitens, die kaiserliche Verordnung über die Religionsfreiheit durch Maria Theresia und über die Pressefreiheit durch Josef II. Diese Reformen und die durch den Frieden von Karlowitz 1699 (Bestätigung der habsburgischen Herrschaft über Ungarn, Siebenbürgen und große Teile Slawoniens und Kroatiens) begonnene Zuwanderung griechischer Kaufleute in die Länder der Habsburgermonarchie machten Wien im 18. und 19. Jahrhundert zu einem kulturellen Zentrum der griechischen Diaspora.

Der Druck von Kupferstichen religiösen Inhalts ist in Wien seit 1701 nachweisbar. Seinen Durchbruch und gleichzeitig den Höhepunkt seiner künstlerischen Qualität erreichte er Mitte des 18. Jahrhunderts durch die Zusammenarbeit des Ikonenmalers und Stechers Hristofor Zefar und dem bekannten Wiener Drucker Thomas Mesmer. Hristofor Zefar wurde Ende des 17. Jahrhunderts in Doirani geboren, verbrachte seine Jugend in Mazedonien und studierte in Griechenland, vielleicht in Thessaloniki oder am Berg Athos, Malerei. Er fand früh Kontakt zur serbischen Kirche und dessen geistlichem Führer, dem Metropoliten Arsenios, über den es zur Zusammenarbeit mit dem Wiener Drucker kam. In seinen Bildern wahrt Zefar zu einem großen Teil orthodoxe Ikonographie. In stilistischen Details, vor allem in ornamentalen Teilen setzt sich jedoch der westliche Einfluß durch. Charakteristisch sind für Zefar die dem Wiener Barock und Rokoko zugehörigen meist breiten Rahmenornamente mit reichem Blütendekor.

Ab 1804 übernahmen Venedig, Konstantinopel und die Druckereien auf dem Heiligen Berg Athos die führende Rolle, wenn auch in Wien noch vereinzelt bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Papierikonen gedruckt wurden.

Die Verbreitung der "Ikonen auf Papier", die von orthodoxen Klöstern bestellt und verteilt, jedoch im Westen gedruckt und von westlichen Künstlern gestochen worden waren, spielte eine große Vermittlerrolle der westlichen Kunst nach dem Orient. Durch sie gelangten westliche ikonographische Themen und vor allem westliche Stilelemente in den orthodoxen Raum. Diese einzigartige Vermischung barocker Ornamentik bis hin zu Rokoko und Klassizismus mit dem Bedürfnis, orthodoxe Glaubensinhalte zu bewahren, hat ihre Faszination bis heute nicht verloren.

Die Ausstellung Ikonen auf Papier findet im Rahmen der EU-Präsidentschaft statt und stellt eine weitere Facette der fruchtbaren Beziehungen zwischen Griechenland und Österreich dar.

Pressedaten

IKONEN AUF PAPIER
Wiener Drucke des 18. und 19. Jahrhunderts

PressepreviewDonnerstag, 17. Dezember 1998, 10.30 Uhr EröffnungDonnerstag, 17. Dezember 1998, 19.00 Uhr OrtMAK-Kunstblättersaal
MAK - Österreichisches Museum für angewandte Kunst,
Stubenring 5, A-1010 Wien

Ausstellungsdauer 18. Dezember 1998 - 28. Februar 1999

ÖffnungszeitenDi - So 10.00 - 18.00 Uhr
Do 10.00 - 21.00 Uhr, Mo geschlossen

Kurator MAK Hanna Egger
Kurator Museum of
Byzantine Culture Anastasia Tourta
Ausstellungsgestaltung Anastasia Tourta
Restaurierung MAK Beate Murr, Hilde Seidl

Katalog Ikonen auf Papier - Wiener Drucke des 18. und 19 Jahrhunderts. Hrsg. von Peter Noever.
Mit Beiträgen von Hanna Egger und Anastasia Tourta.

Feiertage 24.12. Heiliger Abend 10.00 - 15.00 Uhr
25.12. Christtag geschlossen
26.12. Stefanitag 10.00 - 18.00 Uhr
31.12. Silvester 10.00 - 15.00 Uhr
01.01. Neujahr geschlossen
06.01. Heilige 3 Könige 10.00 - 18.00 Uhr

MAK-Eintritt öS 90.-/öS 45.- ermäßigt für Schüler, Studenten, gesamt Senioren ab 60, Soldaten, Gruppen ab 10 Personen.
Freier Eintritt für Kinder bis 10, Mitglieder der MAK ART SOCIETY, Studenten der Universität für angewandte Kunst, Museumspaß, Arbeitslose, österr. Schulklassen.

Führungen gegen Anmeldung
Frau Gabriele Fabiankowitsch, Tel. 711 36-298
Infohotline +43-1-712 80 00

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