ARBÖ: Zahlt die Versicherung bei einem Unfall mit Sommerreifen?

Wien (ARBÖ) - Die überraschenden Schneefälle der vergangenen
Tage haben wieder viele Kraftfahrer unvorbereitet getroffen. Sie waren häufig noch mit Sommerreifen unterwegs. Zahlreiche Anrufe beim ARBÖ zeigen die große Verunsicherung, ob im Fall des Falles -bei einem Unfall mit einem Fahrzeug mit Sommerreifen - die Versicherung überhaupt zahlt.

Der ARBÖ beruhigt: Der geschädigte Dritte erhält von der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung des Unfallgegners auf jeden Fall den Schaden ersetzt, unabhängig davon, ob dem Schädiger seitens seiner Haftpflichtversicherung die Verwendung von Sommerreifen trotz winterlicher Bedingungen vorgeworfen werden
kann. Ein Rückforderungsanspruch des Versicherers an den schuldtragenden Lenker ist de facto nicht gegeben, da das österreichische Kraftfahrrecht keine generelle Winterreifenpflicht vorsieht.

Es ist somit von Gesetzes wegen nicht verboten, auch bei extrem winterlichen Fahrverhältnissen mit normalen Sommerreifen zu
fahren. Trotzdem rät der ARBÖ dringend, bei winterlichen Verhältnissen nur dementsprechend ausgerüstet, das heißt mit Winterreifen, unterwegs zu sein. Wer mit Sommerreifen fährt, kann zwar allein deswegen nicht bestraft werden, bei einem Unfall kann sich die Kaskoversicherung allerdings leistungsfrei erklären. Kaskoversicherungen kennen den Tatbestand der "groben Fahrlässigkeit" und wenn eine solche im konkreten Fall
nachgewiesen werden kann, dann ersetzt sie den eigenen Schaden nicht. Auch die Gefahr, ein zivil- oder strafrechtliches Mitverschulden angelastet zu bekommen, ist bei Verwendung von Sommerreifen sicherlich umso mehr gegeben als mit Winterreifen.
Wer sein Fahrzeug lediglich mit Sommerreifen ausgerüstet hat und auf glatter Fahrbahn mit einer derart mangelhaften Bereifung unterwegs ist, muß daher nach ständiger Rechtsprechung diesem Umstand zumindest durch besonders vorsichtige Fahrweise Rechnung tragen.

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