Gewerbeverein: Forschungspolitik: Heftige Kritik von Exner-Laureat Udo Sleytr

Wien (OTS) - In seinen Dankesworten nach der Verleihung der Wilhelm-Exner-Medaille übte gestern abend Österreichs Spitzen-Wissenschafter Prof. Uwe Sleytr herbe Kritik an der heimischen Forschungspolitik.

Sleytr, bedankte sich beim Gewerbeverein auch im Namen seiner Mitgeehrten - Prof. Heiner Ryssel (Universität Erlangen-Nürnberg) und Prof. Heinz Engl (Universität Linz) - für die Zuerkennung dieser höchstrangigen österreichischen Wissenschaftsauszeichnung. Sleytr's Kritik spiegelte die gegenwärtige Forschungssituation Österreichs aus Sicht des "Technologietransferpapstes" der Jahrhundertwende, Wilhelm Exner:

* Obwohl wir gerade in der Forschung und der Umsetzung ihrer Ergebnisse international einen radikalen Wandel erleben, zeichnet sich die österreichische F&T-Politik durch eine erstaunlich hohe "Viskosität" aus.

* Die kurzfristige Aufbruchstimmung und Euphorie im Zusammenhang mit der sogenannten Forschungsmilliarde hat sich im politischen Alltag fraktalisiert.

* Es steht auch außer Zweifel, daß ein beachtlicher Teil, des von den Unis erarbeiteten Wissens technologisch umsetzbar ist - oder besser gesagt wäre.

* F&E-Resultate sollten der Gesellschaft als Produkt oder Dienstleistung zugänglich sein.

* Gerade die KMU werden die Versäumnisse der heimischen F&E-Politik in absehbarer Zeit zu spüren bekommen. Die international stark vernetzte Großindustrie kann bei nationalen Mangelerscheinungen ungleich flexibler reagieren.

* Wehmut kommt auf, wenn man bedenkt, mit wie wenig Geld die Situation der heimischen Grundlagenforschung sowie der Technologie-und Produktentwicklung in Österreich verbessert werden könnte.

* Daß angesichts eines unglaublichen heimischen Aufholbedarfes das Budget der beiden österreichischen Forschungsförderungsfonds stagniert, läßt am politischen Willen zweifeln.

* Als grenzenloser Optimist - so Sleytr abschließend - hoffe er, daß in Österreichs F&E-Politik die individuellen Ressortinteressen an Dominanz verlieren und die übergreifende, rein sachbezogene Problemlösungskapazität an Bedeutung gewinne.

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