Stoffliche Verwertung von Kunststoffen kann noch ausgebaut werden

Studie des Umweltbundesamtes

Wien (OTS) - Ungenützte Potentiale bescheinigt eine Studie des Umweltbundesamtes der stofflichen Verwertung von Kunststoffabfällen. Nützt man alle sinnvollen Möglichkeiten des stofflichen Recycling, können insgesamt 30 Prozent aller Kunststoffabfälle entsprechend verwertet werden. Die ökologischen Vorteile der stofflichen Verwertung werden in der Untersuchung erneut bestätigt: Vor allem die Senkung des Erdölverbrauchs und der CO2-Emissionen sowie die Einsparung von Deponievolumen
schlagen positiv zu Buche.

Die meisten Potentiale liegen in der Verwertung von
Kunststoffen, die keine Verpackungen sind, vor allem Materialien
aus der Bauwirtschaft, der Landwirtschaft, aus Altkraftfahrzeugen und Altmöbeln. Für solche Nicht-Verpackungen gibt es derzeit kaum Sammelsysteme, die eine stoffliche Verwertung in größerem Rahmen ermöglichen würden. Weitere Anstrengungen empfiehlt die Studie bei der Sammlung und Verwertung von Altkunststoffen aus Gewerbebetrieben, seien es Verpackungen oder nicht. Eine volkswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Analyse zeigt hier ebenfalls große Potentiale, da in Gewerbebetrieben in der Regel größere Mengen einfach und sauber erfaßt werden können.

Die Sammlung von Kunststoffverpackungen aus Haushalten sollte
auf einfach sortierbare und kostengünstig stofflich verwertbare Verpackungen wie Flaschen, Kanister oder große Folien konzentriert werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, daß Wettbewerbsnachteile für schlecht sortier- und verwertbare Verpackungen durch andere Maßnahmen unterbunden werden. Die getrennte Sammlung von Kunststoffen aus Haushalten sollte wie
bisher fortgesetzt werden, ein weiterer Ausbau der Sammelkapazitäten ist aber nicht notwendig. Der Aufbau eines Sammelsystems für Nichtverpackungen aus Kunststoff erscheint sinnvoll, ist aber aufgrund der Vielzahl an eingesetzten Kunststoffsorten denkbar schwierig.

1995 fielen laut Umweltbundesamt in Österreich rund 450.000 Tonnen Kunststoffabfälle an. 113.000 Tonnen davon (25 Prozent) wurden getrennt gesammelt, wobei nicht ganz drei Viertel dieser Sammelmengen, nämlich 82.000 Tonnen stofflich verwertet wurden. 31.000 Tonnen wurden thermisch verwertet. Von den nicht
verwerteten Abfällen landeten 17 Prozent in Müllverbrennungsanlagen, der Rest auf Deponien. Die stofflich verwerteten Abfälle setzten sich aus 38.400 Tonnen Produktionsabfällen, 40.800 Tonnen Verpackungsabfällen und 2.600 Tonnen Nicht-Verpackungen zusammen. Von den stofflich verwerteten Verpackungen stammten 15.700 Tonnen (38 Prozent) aus der Haushaltssammlung, der Rest aus dem Gewerbe.

Die Zahlen aus dem Jahr 1995 liegen der Studie des Umweltbundesamtes zugrunde.

(Schluß)

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